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WSBK Vorschau Türkei- Istanbul aus der Sicht von BMW.


Türkei – Istanbul.
Vorschau.


13. – 15. September 2013
11. von 14 WM-Rennwochenenden

                                                                                                                               
München/Mailand, 9. September 2013. Das BMW Motorrad GoldBet SBK Team betritt Neuland: Am kommenden Wochenende (13. bis 15. September) gibt die FIM Superbike-Weltmeisterschaft ihr Türkei-Debüt. Im „Intercity Istanbul Park“ wird die elfte Runde der Saison 2013 ausgetragen. Da die Strecke neu im Kalender ist und es vor der Veranstaltung auf diesem Kurs keine Tests gab, wurde der Zeitplan für das Wochenende leicht verändert. Das erste freie Training am Freitag wurde von 45 auf 90 Minuten verlängert, damit die Teams und Fahrer mehr Zeit haben, um sich mit dem Layout der Strecke vertraut zu machen. Die Sessions am Samstag und Sonntag beginnen wegen der Zeitverschiebung eine Stunde früher als üblich. Für die Zuschauer in Europa starten die Superpole-Qualifikation und die Rennen damit zur gewohnten Zeit.



Die Superbike-Weltmeisterschaft gastiert zwar zum ersten Mal in der Türkei, die beiden BMW Werksfahrer Marco Melandri (ITA) und Chaz Davies (GBR) sind dort jedoch bereits mit der MotoGP und der 250-ccm-Weltmeisterschaft gefahren. Vor allem Marco hat beste Erinnerungen an Istanbul. Er hat zwei der drei dort ausgetragenen Türkei-Grands-Prix gewonnen. 2005 feierte er in Istanbul seinen Sieg überhaupt in der MotoGP. Ein Erfolg, den er im darauffolgenden Jahr wiederholte.

In der Fahrwertung der Superbike-Weltmeisterschaft 2013 belegt Marco derzeit mit 257 Punkten den dritten Rang. Sein Rückstand auf die Spitze beträgt 30 Zähler. Chaz ist Fünfter mit 221 Punkten. Gemeinsam haben Marco und Chaz mit ihren BMW S 1000 RRs in dieser Saison bereits sechs Siege und insgesamt 14 Podiumsplätze eingefahren. Die jüngsten Erfolge wurden am letzten Rennwochenende auf dem Nürburgring gefeiert, wo beide Fahrer in beiden Läufen auf dem Podium standen. Chaz holte einen Sieg und einen dritten Platz, Marco belegte die Ränge zwei und drei. In der Herstellerwertung ist BMW mit 321 Punkten Dritter, 48 Zähler hinter dem Spitzenreiter.


Istanbul aus Fahrersicht:
Marco Melandri:
„Ich habe sehr schöne Erinnerungen an die Strecke in Istanbul. Ich bin dort in der MotoGP gefahren und habe in Istanbul gegen sehr starke Gegner meinen ersten Sieg in der Serie gefeiert. Ich mag die Strecke wirklich und kenne sie sehr gut. Das bedeutet, dass alle ihre Aufmerksamkeit auf mich richten werden. Ich hoffe auf gute Rennen. Ich möchte Topergebnisse holen und das Pech wettmachen, das ich zuletzt hatte. Die Meisterschaft ist immer noch völlig offen, und es werden noch jede Menge Punkte vergeben. Ich denke weiter von Rennen zu Rennen und habe dabei das klare Ziel, so viele Siege wie möglich zu holen. Ich gehe recht optimistisch in die nächsten Runden.“


Chaz Davies:
„Ich bin bereits in Istanbul gefahren, wenn auch mit einer 250-ccm-Maschine, und das ist etwas vollkommen anderes als ein 1000 ccm BMW Superbike. Zudem denke ich, dass sich die Streckenbedingungen in den sieben Jahren, in denen ich nicht mehr dort war, verändert haben. Aber ich habe gute Erinnerungen an Istanbul, da ich mit dem 250-ccm-Bike dort recht schnell unterwegs war, und ich bin sicher, dass mir der Kurs liegt. Ich werde den ersten Teil des ersten freien Trainings dazu nutzen, mich wieder mit der Strecke vertraut zu machen. Die Ergebnisse vom Nürburgring geben uns für die nächsten Rennen noch einmal zusätzlichen Auftrieb. Wir haben sie gebraucht. Wir hatten das Potenzial dazu bereits in Moskau und in Silverstone, und es war toll, am Nürburgring endlich die entsprechenden Resultate zu holen. In dieser Phase der Saison ist die Meisterschaft noch nicht unmöglich, und es ist nun realistischer, in die Top 3 zu fahren. Es ist also schön, in dieser wichtigen Phase der Saison solche Ergebnisse zu holen. Mein Ziel für Istanbul ist, das zu wiederholen, was wir am Nürburgring erreicht haben.“


Istanbul aus sportlicher Sicht:
Serafino Foti (Sportdirektor BMW Motorrad GoldBet SBK Team):
„Die Ergebnisse bei unserem Heimspiel am Nürburgring haben gutgetan und sie haben uns in den Gesamtwertungen noch näher an die Spitze heran gebracht. Wir reisen nun bester Dinge und recht optimistisch zur nächsten Runde nach Istanbul. Das Team in München und in Italien arbeitet hart weiter und ist voll auf die Meisterschaft konzentriert. Unser Ziel ist, in dieser Saison das bestmögliche Ergebnis zu holen.

Unsere Fahrer mögen die Strecke in Istanbul. Marco ist dort bereits gefahren, als er in der MotoGP war, und er hat dort zweimal gewonnen. Chaz ist dort mit der 250-ccm-Weltmeisterschaft angetreten. Es ist ein fantastischer Kurs, und wir sind zuversichtlich, dass wir zufriedenstellende Resultate holen werden. Die nächsten Wochen werden hart. Von der Türkei aus reisen wir in die USA, wo wir in Laguna Seca fahren werden. Danach geht es direkt zurück nach Europa zum Frankreich-Gastspiel in Magny-Cours. Das Team und die Fahrer sind gut gerüstet für diese anstrengenden Wochen und haben sich vorgenommen, weitere Topergebnisse einzufahren.“


Istanbul aus technischer Sicht:
Andrea Dosoli (Technischer Direktor BMW Motorrad GoldBet SBK Team):
„Nach unserem erfolgreichen Wochenende beim BMW Heimspiel reisen wir nun zu einer Strecke, die für die Superbike-Weltmeisterschaft vollkommen neu ist. Wir sind hochmotiviert und möchten an das bisher Erreichte anknüpfen. Da Istanbul neu im Kalender ist, stehen wir vor einer größeren, aber auch interessanteren Herausforderung als sonst. Die Vorbereitung auf das Rennwochenende ist für unsere Ingenieure keine einfache Aufgabe, vor allem was die Getriebeabstimmung und die Elektronik-Strategien angeht. Da uns keine Renndaten aus der Vergangenheit zur Verfügung stehen, nehmen wir zu Beginn unserer Arbeit die Layout-Daten der Strecke als Basis und werden Simulationen durchführen. Wir werden versuchen, die zusätzlichen 45 Minuten Trainingszeit am Freitagvormittag optimal zu nutzen.

Eine große Hilfe wird die Erfahrung unserer Fahrer sein, die dort bereits mit GP-Maschinen angetreten sind. Vor allem Marco hat dank seiner beiden MotoGP-Siege fantastische Erinnerungen an die türkische Strecke. Der Kurs folgt mit Bergauf- und Bergabpassagen dem hügeligen Charakter der Landschaft und bietet von allem etwas. Es gibt einen schnellen Abschnitt mit einer der schnellsten Kurven überhaupt, die mit über 260 km/h durchfahren wird. Es gibt jedoch eine Reihe langsamer Schikanen. Die Strecke ist recht breit und auf jeden Fall sehr technisch. Das Fahrkönnen der Piloten wird dort eine ganz große Rolle spielen. Wir alle freuen uns schon darauf, die neue Strecke und ein tolles Land wie die Türkei kennenzulernen.“


Istanbul aus Pirelli-Sicht:
Die Superbike-Weltmeisterschaft gastiert zum ersten Mal im „Intercity Istanbul Park“, doch für Pirelli ist die Strecke kein völliges Neuland. Die Ingenieure der italienischen Marke machten dort bereits 2011 mit der Formel 1 Station. Auf die Reifen wartet ein Belag, der als besonders glatt und sehr aggressiv gilt. Zudem besteht nicht die Möglichkeit, im Vorfeld des Rennwochenendes auf der Strecke zu testen. Pirelli hat eigens zwei Entwicklungs-Varianten entworfen, die eine in einem SC0- und die andere in einem SC1-Compound. Mit ihnen versuchen die Pirelli-Ingenieure, bessere thermische und mechanische Eigenschaften sowie mehr Haftung zu erreichen als mit den SC0- und SC1-Standardversionen. Die Fahrer sollen Reifen zur Verfügung haben, die besonders geeignet sind für Strecken mit aggressivem Asphalt und für relativ hohe Temperaturen.

Bezüglich der Vorderreifen können die Superbike-Fahrer zwischen drei verschiedenen Trockenvarianten wählen. Da ist zum einen der Standard-SC1 (R426) in einer weichen Mischung, der bisher an allen Rennwochenenden der Saison zum Einsatz kam. Dazu kommt der Standard-SC2 (R982). Diesen Reifen hatte Pirelli ebenfalls bei allen bisherigen Runden im Gepäck, und er ist ideal für hohe Außentemperaturen, da er über eine besonders solide Lauffläche verfügt. Ebenfalls zur Wahl steht der SC2-Entwicklungsreifen R753, der noch robuster ist als der R982 und damit auf aggressivem Asphalt noch widerstandsfähiger ist. Bezüglich der Hinterreifen bringt Pirelli vier Entwicklungstypen mit in die Türkei, darunter zwei, die zuvor noch nie zum Einsatz kamen. Die weichere Version ist der SC0-Reifen S1190. Er entspricht von der Härte des Compounds her dem SC0 und bietet mehr Haftung als der SC1 sowie mehr thermo-mechanische Widerstandsfähigkeit als der Standard-SC0. Zudem bringt Pirelli zwei SC1-Entwicklungsversionen mit. Der S1258 soll die thermisch-mechanischen Eigenschaften und die Haftung verbessern. Der S514 verfügt über den gleichen Compound wie der Standard-SC1, hat aber eine verstärkte Mitte. Eine andere Struktur und andere Materialien sollen dafür sorgen, dass die Arbeitstemperatur dieses Reifens besonders niedrig bleibt. Die vierte Hinterreifen-Option ist der R1301, eine SC2-Weiterentwicklung in einer harten Mischung, die im Fall von niedrigen Temperaturen robuster ist.


Hintergrund:
Der „Intercity Istanbul Park“ befindet sich im asiatischen Teil Istanbuls, etwa 45 Kilometer östlich des Stadtzentrums. Die Strecke wurde vom deutschen Architekten Hermann Tilke entworfen und im August 2005 offiziell eröffnet. Von Anfang an gastierten wichtige Rennserien im „Istanbul Park“. Die Formel 1 trug dort von 2005 bis 2011 ihre Rennen aus, die MotoGP veranstaltete in Istanbul von 2005 bis 2007 den „Türkei-Grand-Prix“. Zwei der drei MotoGP-Rennen wurden vom heutigen BMW Werksfahrer Marco Melandri (ITA) gewonnen. Die Strecke war auch Gastgeber für andere Serien wie die Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC, die DTM oder die „Le-Mans-Series“. Die Superbike-Weltmeisterschaft fährt in diesem Jahr zum ersten Mal in Istanbul.

Der „Istanbul Park“ ist von Wäldern und Feldern umgeben. Die Strecke fügt sich mit mehreren Bergauf- und Bergabpassagen in die hügelige Landschaft ein. Das Layout, das gegen den Uhrzeigersinn befahren wird, bietet eine Kombination aus drei Geraden und 14 vollkommen unterschiedlichen Kurven. Die Palette reicht von engen, langsamen bis hin zu sehr schnellen Passagen. Eine echte Herausforderung ist die berühmte Kurve Acht, eine ultraschnelle Kurve mit nicht weniger als vier Scheitelpunkten. Sie wird oft mit der „Eau Rouge“ im belgischen Spa-Francorchamps verglichen. Das gilt auch für die Gegengerade, in deren Mitte es nach einem Knick bergauf geht – so wie auch in der „Eau Rouge“. Die erste Kurve trägt den Spitznamen „türkische Corkscrew“. Diese steil abfallende Linkskurve erinnert an die berühmte „Corkscrew“ in Laguna Seca (USA). Generell ist die Strecke recht breit, und sie verfügt über große, asphaltierte Auslaufzonen. Allerdings haben sich über die Jahre einige Bodenwellen gebildet.

Das Design des modernen zweigeschossigen Boxengebäudes ist eine Reminiszenz an die Region und im orientalischen Stil gehalten. Die Haupttribüne bietet Platz für 25.000 Zuschauer, weitere Plätze sind rund um die Strecke auf Natur- und temporären Tribünen verfügbar.


Zahlen und Fakten:
Strecke/Datum
Intercity Istanbul Park / 15. September 2013
Startzeit Lauf 1 (lokal/MESZ)
11:00 Uhr / 12:00 Uhr
Startzeit Lauf 2 (lokal/MESZ)
14:30 Uhr / 15:30 Uhr
Runde/Renndistanz
5,340 km / 96,120 km (18 Runden)
Kurven
8 Linkskurven, 6 Rechtskurven     


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