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WSBK Magny-Cours: Camier “möchten eigentlich ums Podium kämpfen”

Für Leon Camier war die Saison 2018 bisher gekennzeichnet von Verletzungen und mittelmäßigen Ergebnissen. Der 32-Jährige aus Kent konnte zwar mit guten Ergebnissen in Thailand auf sich aufmerksam machen, erlebte danach jedoch viele Tiefpunkte. Zuletzt in Portimao sprangen für Camier ein Sturz und ein 14. Platz heraus. Racetrack-News hat mit dem Red Bull Honda-Pilot gesprochen.

Leon, erst einmal: Wie ist Deine körperliche Verfassung momentan?

Mir geht´s gut. In Sachen Verletzung war das ein ziemlich schwieriges Jahr für mich. Ich habe mir in Japan Rippen, Wirbel und die Schulter gebrochen und im Krankenhaus haben die Ärzte noch mehr Rippenbrüche festgestellt. Das war schon ziemlich hart. Aber jetzt fühle ich mich wieder gut.

Wie gehst Du mental mit den vielen Verletzungen um?

Es ist in erster Linie frustrierend. Die erste Verletzung war besonders schlimm. Wir kamen mit neuer Elektronik nach Aragón und haben die Europa-Saison begonnen und dann war sie erstmal sofort wieder beendet. Das ist natürlich nicht schön, aber man kann es nicht ändern. Ich hatte vorher schon schlimme Verletzungen. Man muss sich einfach mit aller Kraft auf die Heilung konzentrieren und seinen Körper wieder in Gang bekommen. Mehr kann man nicht tun.

“Versuchen herauszufinden, in welchen Punkten etwas falsch läuft”, Leon Camier (© Sebastian Lack)

Ihr habt zu Beginn der Saison gut angefangen und auch Fortschritte verzeichnet. Danach ging es jedoch nur bergab…

Das kann man wohl sagen. Wir hatten in Portimao das schlechteste Ergebnis des Jahres. Ich denke, dass vor allem der Elektronik-Wechsel in der Saison nicht gut war. So etwas ist einfach furchtbar kompliziert und wir haben dadurch viel Zeit verloren. Während der laufenden Saison etwas entwickeln zu wollen, funktioniert nicht. Wir haben etwas die Richtung verloren und das Bike läuft nicht richtig. 

Kannst Du ein bisschen genauer erklären, weshalb der Elektronik-Wechsel in der laufenden Saison schwierig ist?

Nehmen wir zum Beispiel die Traktionskontrolle. Die hat bei meinem Sturz in Aragón nicht richtig funktioniert, beziehungsweise nicht so wie gewohnt. Man braucht eigentlich mehr Zeit, denn man muss die Traktionskontrolle auf die Kurven und Sektoren exakt einstellen, damit sie so eingreift, wie man das möchte. Das geht nicht einfach von heute auf morgen. Ein anderer Punkt, der uns gerade in der gleichen Weise Probleme macht, ist die Motorbremse. Irgendwie hat sich da ein Chattering eingeschlichen. Also haben wir in der Richtung gearbeitet. Es sind viele kleine Dinge, die nicht richtig laufen. Es ist sehr einfach, dabei die Übersicht zu verlieren und dann verliert man Plätze.

Habt Ihr beim Portimao-Test größere Veränderung am Bike getestet?

In Portimao haben wir kleinere Dinge probiert. Wir haben verschiedene Spannungen an der Verkleidung getestet und versucht, besseren Grip an das Hinterrad zu bekommen. Das hat an der Rundenzeit aber nicht viel geändert. Allerdings war ich körperlich in schlechter Verfassung. Ich kam direkt aus Japan von meiner Rückenverletzung. Ich konnte zwar schnell fahren, aber dafür nicht sehr lange. Das war nicht sehr hilfreich für den Test. 

Und wie sieht es an den Rennwochenenden aus? Arbeitet Ihr da in größeren Schritten und probiert viel aus?

Nicht wirklich. Hauptsächlich arbeiten wir am Setup und versuchen herauszufinden, in welchen Punkten etwas falsch läuft. Dabei macht man manchmal kleine Fortschritte, wird aber auch manchmal zurückgeworfen. Bisher haben wir aber noch keine Antwort, denn die Zeiten sind immer noch nicht gut genug. 

Was denkst Du über Magny-Cours? Könnte man die Strecke mit Thailand vergleichen?

Die Strecke hier ist sehr hart. Ich weiß nicht, ob wir  hierfür etwas gefunden haben. Es wäre natürlich schön, wenn es wie in Thailand läuft. Aber in Magny-Cours ist der Grip schlecht und in Thailand ziemlich gut. Ich glaube, dass es schwierig wird. Hoffentlich haben wir die richtige Richtung eingeschlagen, aber das werden wir sehen. 

Die Entwicklung für das nächste Jahr läuft bestimmt auf Hochtouren, oder?

Sicher. Ich weiß, dass da etwas in Sachen Chassis kommt und auch der Motor wird erneuert. Aber für uns geht es erst einmal darum, wieder dahin zu kommen, wo wir zu Beginn des Jahres waren. Wir möchten um Podien kämpfen und diesem Punkt sind wir gerade nicht. 

 

 

Text: Dominik Lack

Fotos: Sebastian Lack

 

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