WSBK: Ducati Hospitality, was steckt dahinter?

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Wenn an einem Wochenende die Fahrer auf den Rennstrecken dieser Welt auf Zeitenjagd gehen, sieht man meist nicht, was für eine Logistik und ein Aufwand hinter dem Ganzen steckt. Deshalb haben wir uns mal einen der Hospitality Chefs vom Ducati Werksteam, Luca Delsanto (rechts auf dem Bild), geschnappt und ihn zu seiner Arbeit für das Team befragt.

Wir treffen einen sympathisch zurückhaltenden Italiener an, der im Vorfeld etwas entschuldigend ankündigt, dass er das nicht oft machen muss und sein Englisch daher nicht perfekt ist. Ich kann ihn aber sofort beruhigen und entgegne ihm schmunzelnd, dass ich auch kein Englisch studiert habe.

Delsanto, der vorher bei Marco Melandri im BMW Team als Koch tätig war, fängt an zu erzählen, wie der Ablauf eines Superbike Rennwochenendes sich zusammensetzt.

„Die MotoGP und die Superbike Hospitalitys haben den gleichen Sitz beim Werk in Bologna. Hier werden sie u.a. gereinigt und repariert, sowie mit Getränken, Pasta etc. bestückt. Die frischen Produkte werden meistens bei den Rennen vor Ort eingekauft. In Italien ist es wichtig, dass wir immer nur italienische Produkte einkaufen, weil unsere Gäste das so mögen.“

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„Der Superbike Aufbau besteht insgesamt aus 2. Trailer Fahrzeugen, welche von 5 Mitarbeitern vor Ort betrieben werden. Bei unseren Heimrennen in Italien sind wir 6 Leute. Ein Trailer besteht aus zwei Kühlräumen. Einmal dem wo Temperaturen über 0 Grad herrschen und einmal bis zu Minus 20 Grad. Wir reisen meist am Montag vor den Rennwochenenden an und benötigen ca 2 Tage um alles aufzubauen. Der Abbau dauert jedoch dann nur einen Tag. Und das alles mit nur 5 Leuten. Am Mittwoch reist dann meistens das Team an und wir starten mit dem Abendessen.“

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„An so einem Rennwochenende gibt es in der Regel immer 3 Mahlzeiten am Tag. Es fängt um ca. 07:30Uhr – 08:30/09:00 Uhr mit dem Frühstück an, welches nur für das Team und die Fahrer vorgesehen ist. Das Mittagsbuffet wird um 12:30 Uhr eröffnet und hat bis ca 14 Uhr geöffnet.

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Hier kommen dann neben dem Team auch zahlreiche Gäste zu uns in die Hospitality. Als Beispiel hatten wir in diesem Jahr am Sonntag beim Heimrennen in Imola gut 620 Gäste zu bewirten. Entsprechend muss bei der 10m langen Buffet Tafel immer nachgelegt werden. Für das Abendessen, welches um 20 Uhr beginnt und für das kein offizielles Ende angesetzt ist, rechnen wir immer mit 300-400 Personen.

Das alles bedeutet für das Personal wie unsere Küchenchefs Massimo und Andrea natürlich Arbeit fast rund um die Uhr. Morgens stehen sie ab 06:30 Uhr in der Küche und arbeiten bis 1 Uhr nachts, wo dann Dinge wie Tiramisu schon mal für den Folgetag vorbereitet werden.

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Beim Kochen ist es wichtig, dass die Fahrer am Renntag nur Pasta, Reis und Gemüse bekommen. An allen anderen Tagen dürfen sie essen was wollen. Außerdem haben wir auch 2-3 Vegetarier im Team, aber die finden ausreichend Auswahl bei unserem Buffet.

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Wenn wir zu den Überseerennen fahren, ist der Aufwand deutlich überschaubarer und wir sind nur mit 2 Leuten für die Hospitality vor Ort. Deshalb stehe ich dort oftmals wieder als Koch hinterm Herd, wie früher wo ich noch bei BMW gearbeitet habe. Wir nehmen dort auch die 2 großen Trailer nicht mit und sind insgesamt nur gut 25 Leute im Team.“

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Fakten zu den verbrauchten Mengen an einem Rennwochenende:

124kg frische Pasta (bei Heimrennen mehr)

100 kg normale Pasta wie Barilla.

ca 150kg Salami und Fleisch.

700kg (1.Palette) Wasser. In Italien 3 Paletten und dann je nach Wetterlage mehr oder weniger. Dazu kommt Cola, Fanta, Bier, Wein.

täglich ca. 25 Kilo Brot

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Ausstattung Trailer:

Küche

großer Essensraum mit Buffet, Kühlschrank etc.

Büroraum: Für Teammanager und Manager von Ducati wie Gigi dal Illgna, Paolo Ciabatti etc.

Kleiner Presseraum

2x Räume für Material

Lagerraum für die Nahrungsmittel

Besprechungsraum

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Text: Sebastian Lack

Fotos: Dominik Lack

 

 

 

 

 

 

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