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WSBK Assen: Stefan Bradl im Exklusivinterview

Neben Marco Melandri haben wir mit einem weiteren Ex-MotoGP Piloten gesprochen, nämlich mit dem Deutschen Stefan Bradl! Lest was er u.a. über seine bisherige Superbike WM Saison gesagt hat.

Blicken wir kurz auf deine MotoGP Karriere zurück. Du hast bei Aprilia eine Menge Entwicklungsarbeit geleistet. Wie bewertest du die anfänglichen guten Leistungen von Aleix Espargaro, guckst du da noch drauf?

Nein, also ich habe die Szene schon so gut es ging verfolgt, aber ich war nicht speziell auf jemanden fixiert. Weder Jonas Folger oder Aprilia. Aleix ist ein guter Fahrer und die ersten Rennen waren sehr speziell, aber sie haben auf jeden Fall das Potenzial sich im vorderen Bereich zu etablieren.

Du bist nun bei Honda auch wieder in der Situation ein neues Motorrad entwickeln zu müssen. Wie ist das für dich?

Genau, ich denke wir haben mit dem Motorrad fast bei null angefangen und stecken ein bisschen tiefer in der Klemme als wir zu Beginn gedacht hatten. Die Fireblade hat aber ein gutes Potenzial, nur stehen wir nicht da wo wir sein wollen. Wir hatten in der Vorsaison sehr wenig Testzeit, um etwaige Dinge auszuprobieren. Außerdem ist die Konkurrenz auch um eine Sekunde schneller geworden und die hinken wir derzeit noch hinterher.

Ihr habt mit dem Motor, dem Hinterradgrip und der Stabilität am Vorderrad viele Baustellen. Was konntet ihr beim Test in Portimao erreichen?

Man kann sich da nicht auf irgendwas speziell konzentrieren, ich würde sagen das gesamte Paket ist noch nicht ausgereift. Es liegt am Hinterradgrip mechanisch, es liegt an der Motorentfaltung, an der Power generell usw. Aber wo soll es auch herkommen, wenn uns mit dem Bike die nötige Streckenzeit fehlt. Diese Probleme versuchen wir nun Stück für Stück zu beheben. In Portimao fuhren wir eine neue Motorenspezifikation und konnten, trotzdessen er nicht schnell war, sehr positive Rückschlüsse daraus ziehen. Am Anfang der Saison war der Motor zu aggressiv und dadurch schwer zu bewegen. Der Motor in Portimao hingegen hatte die umgekehrten Eigenschaften, weshalb wir nun einen Mittelweg finden müssen bei der nächsten Spezifikation. Diese werde ich dann für Imola bekommen.

In der Vergangenheit waren die Honda Fahrer hier in Assen sehr schnell! Wie schätzt du eure Chancen ein?

Ganz schwer zu sagen. Ich denke realistisch gesagt, dass wir unter normalen Umständen nicht aufs Podium fahren können, aber ich hoffe es natürlich! In Assen ist aber alles möglich, gerade wegen der Wetterbedingungen.

Helfen dir Strecken die du schon kennst wie Assen oder Aragon beim Entwickeln oder ist einfach nur reine Fahrzeit auf der Strecke wichtig?

Die bekannten Strecken helfen, allerdings ist für uns viel Streckenzeit wichtig, am Besten bei trockenen Bedingungen. Daher hoffen wir an diesem Wochenende auch auf konstant trockene Verhältnisse, wobei es wohl keine 30 Grad werden!

Früher hat man dem Ten Kate Team eine familiäre Atmosphäre nachgesagt. Wie ist dein Eindruck?

Also ich fühle mich wohl. Alle sind natürlich etwas unter Druck und gestresst, da die Erwartungen mit dem neuen Sponsor, der neuen Fireblade und der neuen Fahrerpaarung am Anfang recht hoch waren und wir die absolut nicht erfüllen konnten. Deshalb ist jeder irgendwie angespannt, wenn auch eher im positiven Sinne.

Ihr habt mit RedBull einen großen neuen Sponsor. Inwiefern beeinflusst RedBull dich oder das Team?

Ich habe natürlich sehr früh Bescheid gewusst darüber, dass RedBull Hauptsponsor werden würde, was meine Entscheidung in die Superbike WM zu wechseln beeinflusst hat. Aber momentan wie der Einfluss ist weiß ich nicht, aber sicherlich werden auch die mit den Ergebnissen nicht zufrieden.

Dein erstes Jahr in der Superbike WM. Wie gefällt dir die Serie?

Ganz gut. Der Samstag ist immer ein wenig stressig mit dem freien Training, der Superpole und dem Rennen. Zumal das Rennen schon um 13 Uhr ist. Zwei Rennen zu haben macht aber Spaß und hilft die Gegner kennen zu lernen. Die Arbeit in der Box ist auch super und ähnlich wie es in der MotoGP der Fall war.

Gibt es Dinge die verbessert werden könnten z.B. an dem Zeitplan?

Man könnte vielleicht das WarmUP am Sonntag von 15min auf 20min ausdehnen, das wäre besser. Ansonsten ist das Training am Samstag um 08:45Uhr recht früh, da war es nämlich in Aragon noch richtig zapfig und ich denke hier wirds auch frisch werden. Aber ich habe mich erkundigt, das ist wohl schwer zu lösen das Ganze.

Wie sind deine Pläne für die Zukunft? Gibt es Ambitionen in die MotoGP zurückzukehren?

Nein gibt es derzeit nicht. Ich fühle mich wohl mit Honda und es ist einer meiner Lieblingshersteller mit denen ich gerne zusammenarbeite. Außerdem gibt es noch genug Arbeit hier zu erledigen, wo ich dann im nächsten Jahr am Besten die Früchte von ernten möchte.

 

 

Text: Sebastian Lack

Fotos: Dominik Lack

 

 

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