WSBK Assen: Marco Melandri im Exklusivinterview

Marco Melandri kommt als WM-Vierter nach Assen, einer Strecke, die für den 34-Jährigen eine Historie hat. 1998 konnte er in der 125ccm-Klasse sein erstes WM-Rennen gewinnen. Wir haben uns mit dem Italiener zu einem Exklusivinterview getroffen.

 

Wie würdest Du die ersten drei Saisonstationen zusammenfassen? Bist Du zufrieden?

Sicher! Ich denke, dass man einen besseren Start in die Saison kaum haben kann. Ich habe sofort auf dem Podium angefangen und das war das Beste, was ich erwarten konnte. 

 

Gibt es Bereiche an der Panigale, von denen Du sagen würdest, dass Ihr daran gezielt arbeiten müsst?

Es gibt keine wirklich negativen Bereiche. Wir müssen vor allem viele kleine Schritte machen. Bei denen müssen wir uns aber um 360 Grad drehen. Ich meine vor allem das Reifen-Management über die Renndistanz und das Bremsverhalten am Kurveneingang. Das hängt aber auch sehr von der Strecke ab. Wir haben jedes Rennen versucht, ein Paar Neuerungen zu bringen. Das ging von der Elektronik bis hin zur Gewichtsverteilung. Hier werden wir versuchen, ein bisschen was in Richtung Handling auszuprobieren. Wir versuchen uns immer weiter zu verbessern.

Ist Assen für Dich etwas besonderes?

Die Geschichte dieser Rennstrecke ist unglaublich. Leider ist sie nicht mehr so wie früher. Damals war es die beste Strecke im Kalender. Der letzte Streckenabschnitt ist okay, aber Sektor 1 ist wie eine Kart-Strecke. Trotzdem mag ich den Kurs und freue mich darauf, ein gutes Resultat zu erreichen. 

War Deine Rückkehr in die Superbike-WM eher ein „Nach Hause kommen“ als damals zur MotoGP?

Ja auf jeden Fall. Als ich die MotoGP verlassen habe, war das, weil ich dort keine große Nummer mehr war. Ich war kein Fahrer mehr, der um Podien oder Siege kämpft. Es war für mich nicht mehr wichtig dort zu fahren. Hier in der Superbike-WM fühle ich mich gut. Hier kann ich mein Potenzial zeigen. Als ich hier 2014 weggegangen bin, war das nicht meine Entscheidung. Zurückzukommen war deshalb sehr schön. Mir war aber wichtig, hier mit einem guten Team und einem guten Bike anzutreten. Bei Ducati bin ich genau richtig. Hier kennt man meine Motivation und ich konnte mich einleben. 

Du bist mit Deinem Alter ein eher erfahrener Fahrer. Wie verändert das Deine Sicht auf das Rennfahrerleben?

Wenn man einmal die Erfahrung hat, merkt man, wie wichtig das ist. Wenn man Motorrad fährt, ändert sich einfach die Denkweise. 

 

Du hast die Superbikes nun schon einige Jahre erlebt. Was hat sich Deiner Meinung nach verändert?

Meiner Meinung nach gehen wir etwas zu sehr in Richtung MotoGP. Es geht immer mehr um Show. Das Herz der Superbike-WM war immer die Leidenschaft der Fans und der Fahrer. Aber was zum Beispiel immer noch gleich ist, ist, dass alle Fahrer gut miteinander auskommen. Das genieße ich sehr.

 

 

Text: Dominik Lack

Foto: Sebastian Lack

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