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WMAI Sachsenring: Ein GP, der einen berührte oder manche aufregte

Der Pramac Motorrad Grand Prix von Deutschland ist zwar längst schon wieder Geschichte, doch bis heute ist die Zukunft des deutschen WM-Laufes und des Sachsenringes in der Schwebe und auch so gab es während des GP-Wochenendes wieder einige Dinge, die unserer Redakteurin vor Ort ins Auge gefallen sind, berührt haben oder Aufreger-Themen waren. Genau richtig für unser nächstes WMAI.

  • Die Tribüne T11 wurde in diesem Jahr nicht aufgebaut. Und auch so gab es zwar noch freie Plätze, der Stimmung tat das jedoch keinen Abbruch. Vor und auf manchen Tribünen wurde gefeiert als sei man in Mugello zum italienischen GP! 
  • Der Großteil der Besucher ist meist männlich – 80% genauer gesagt. Der überwiegende Teil ist dabei jünger als 35 Jahre.
  • Manch einer jammerte über unfreundliche Ordner,… darüber konnte ich mich an keiner Stelle  beschweren. Von Parkplatzordner bis Einlass kamen mir alle recht freundlich, geduldig und offen entgegen.
  • Knapp 1000 Helfer, Ordner, Streckenposten und ehrenamtliche Freiwillige helfen im Übrigen jedes Jahr hinter den Kulissen mit. Sie kommen nicht nur aus der Umgebung, sondern aus allen Bundesländern und sogar dem europäischen Ausland zum Sachsenring.
  • Etwas Chaos gab es einen Tag auf dem P1- Parkplatz: Dort wurden Parkende irrtümlich verkehrt geschickt. Auch das traf mich nicht. Erstmalig erlebte ich bei einem Grandprix eine absolut unproblematische, staufreie und gut koordinierte PKW-Anreise von Freitag bis Sonntag,… da geht es in spanischen Gefilden deutlich unstrukturierter zu.
  • Die Moto3-Teams waren im Fahrerlager 1+2 verteilt – die Teams aus dem FL2 mussten somit immer direkt über die Strecke um zur Session zu kommen. Übergang war Ende der Start-Ziel-Geraden.
  • Am GP-Wochenende wurde das MotoE-Bike präsentiert. Die Ladestation sah allerdings schon ganz schön ramponiert aus.
  • Aus der 2. Etage der HRC-Hospi hatte man direkten Blick auf Start-Ziel.
  • Mit der Technik lief es hingegen bei HRC nicht rund: ständig fiel in den Presserunden das Mikrofon aus.
  • Den höchsten Arbeitsplatz hatte der TV-Kameramann auf dem ADAC-Turm.
  • In unserer Tischreihe war die Wettmafia aktiv. Wir hatten gewettet wer – außer Marquez die Pole Position holt. Ich setzte dabei auf Danilo Petrucci und hätte, sehr zum Leid meiner Tischnachbarn, fast gewonnen, wäre Marquez nicht gewesen,….
  • Im Pressezentrum hörte Jemand -“Ich wandere ja so gerne”.
  • Gewandert war ich auch recht viel: täglich mindestens 12.000 Schritte quer durchs Fahrerlager.
  • Der Red Bull-Verbrauch im Pressezentrum war ebenfalls erheblich, aber auch kein Wunder wenn der Kühlschrank stetig aufgefüllt wurde.
  • Jack Miller betätigte sich hingegen recht sportlich: Er nahm als einziger GP-Pilot das Rad zwischen Fahrerlager und den Boxen.
  • Scott Redding schulte derweil auf Eisverkäufer um. Anders konnte ich mir seine allabendliche Eisbecher-transportrunde mit dem Roller durch das Veranstaltungsgelände nicht erklären.


    Was mich berührt hat:

    • Am Samstag hätte Ralf Waldmann seinen 52. Geburtstag gefeiert und das auf dem Sachsenring bei der MotoGP! Es begegneten einem immer wieder Fans, die an “Waldi” erinnert haben. Sogar bei den Marshalls gab es einen mit “Waldi”-Helm.
    • Generell war ein besonderer Kampfgeist vor Ort spürbar – viele Besucher des Grandprix´s zeigten mit Bannern und eigenen T-Shirts, dass sie sich den Sachsenring nicht nehmen lassen wollten. Im Pressezentrum selbst wurde jedes Gerücht aufgesaugt und man wartete mit Spannung auf neue Infos.
    • 193.000 Zuschauer folgten dem Ruf der MotoGP und zeigten, dass in Deutschland der Motorradrennsport doch noch einen Stellenwert hat.
    • In Kurve 11 – Waldi´s Eck ist erstmalig beim GP kein Fahrer gestürzt! Waldi hat einen guten Job gemacht!
    • Viele Fahrer sprachen sich für den Erhalt des GP´s auf dem Sachsenring aus.
    • Dani Pedrosa gab seinen Abschied aus der MotoGP bekannt und es gab viele emotionale Momente während seiner PK.
    • Marc Marquez genoß das Bad in der Menge nach seinem Sieg und ich genoß die Ausgelassenheit der Fans, die auf dem Bildschirm zu erkennen war. Der Sachsenring-König wurde fair gefeiert.
    • Es blieben mehr Zuschauer als sonst für die Nachwuchsklassen sitzen, auch am Sonntag!

    Was mich aufgeregt hat:

    • Leider schossen einzelne Besucher mit einem ADAC-Hass-Plakat über das Ziel hinaus. Das hätte nicht sein müssen. 
    • Über Zuschauerzahlen wurde anderorts sofort wieder gewettert. Beim Durchschauen der statistischen Zahlen fiel mir auf, dass andere große Strecken auch Besucher”rückgänge” hatten, dort jedoch kein Hahn danach kräht. Daher ein Auszug aus der frei zugänglichen Pressemappe:

    Red Bull Ring von 215.850 (2016) auf 201.589 (2017)
    Silverstone von 155.550 (2016) auf 128.400 (2017)
    Jerez (GP zum Europa-Auftakt) von 243.570 (2015) auf 120.255 (2016) und  129.890 (2017)
       

    Text und Fotos: Doreen Müller-Uhlig

     

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