Werner-Das Rennen 2018: Gelungene Revanche

Hasenmoor ließ es am ersten Septemberwochenende diesen Jahres richtig kesseln. Nach 30 Jahren kam es auf dem Hasenmoor- Hartenholmer Flugplatz zu einer Revanche zwischen dem  Motorrad von „Brösel“, und dem rivalisierenden Porsche seines Freundes Holgi.

Otto heizte mit seinen Friesenjungs ordentlich ein (© Christoph Siegel)

Die Idee zum ersten Wettrennen wurde 1984 in Holger Henzes Kneipe geboren. In einem Rennen sollte ein für alle mal geklärt werden, welches aufgemotzte Gefährt der beiden Freunde das Schnellere ist. Also Kneipenblock gezückt, Vertrag aufgesetzt und ab dafür. Damals gewann Holgi mit seinem `68er` Porsche gegen Rötger Feldmann, alias „Brösel“ und seine viermotorige Horex, die auch „Red Porsche Killer“ genannt wird. Nun forderte Brösel erneut ein Duell. Beide freuten sich auf das am Sonntag stattfindende Rennen und jeder war sicher, das Rennen für sich entscheiden zu können.

Doch zuerst einmal wurde das Jubiläums Festival zelebriert, das als Rahmenprogramm organisiert wurde. Auf vier unterschiedlichen Bühnen spielten musikalische Highlights wie zum Beispiel Otto und Seine Friesenjungs, Fury and the Slaughterhouse, BAP, Torfrock, um nur einige zu nennen. Auch die Motorsport-Begeisterten kamen auf ihre Kosten: Ob Rasentrecker, Unicycles, Motorräder, Stockcars oder Motor Cross, Mofa Cup und Drag Race, sie alle konnten in freien Trainings, Qualifyings und Rennen den Besuchern ihr Können zeigen. In acht Rennserien auf vier verschiedenen Strecken gab es für die Benzinjunkies somit ordentlich was zu sehen. Das Wetter hätte nicht besser mitspielen können. 20 Grad, Sonne und nur ab und zu war es bewölkt.

Das Rennen

Am Sonntag ab 16 Uhr kam es dann zum großen Showdown. Die abschließenden Vorbereitungen wurden an der Startlinie getroffen, während Holgi und Brösel schon einmal die Strecke in einem VW Iltis und einer AC Corbra in Augenschein nahmen. Das Drag Race wurde um 16.45 Uhr gestartet. Alle waren sehr gespannt, da beide Fahrzeuge gründlich überholt wurden. Die 4 Motoren der Horex konform zünden zu lassen, war eine Herausforderung für Andi, den Bruder von Brösel und Kenny Hinck, den Sohn von Hinni Hinck, dem Veranstalter des Fischereihafenrennens. Auch der Porsche sollte einige Modifikationen erhalten und dann 600PS leisten, was aber eher als Angstmache für Brösel und sein Team zu werten war, denn der Porsche hatte zum Rennen vermutlich eine Leistung zwischen 250 und 300PS. Nach 10,08 Sekunden war das Rennen entschieden. Brösel kam am Start besser weg und die neu eingebaute Elektronische Zündung wie auch die elektronische Schaltung, wie sie in der Formel 1 verwendet wird, taten ihr Bestes, sodass Brösel gewann. Holgi kam nur 0,3 Sekunden später über die Ziellinie, was auf der 1/8-Meile aber schon mehr als 2 Fahrzeuglängen bedeutet. Somit war der Sieg eindeutig und der Red Porsche-Killer machte seinem Namen alle Ehre. „Das ist nicht mein Sieg, sondern der Sieg vom Team!“  betonte Brösel im Interview.

Thomas Bloem hebt mit dem Flens-LKW ab (© Christoph Siegel)

Mit dem 7,5-Tonner durch die Luft

Aber: Nicht nur das Rennen zwischen den beiden wurde wiederholt, sondern auch der legendäre Sprung des Flensburger LKWs über eine 1,9 Meter hohe und 15Meter lange Rampe. Das Stunt Team hatte den 7,5 Tonner Mercedes dafür ausführlich vorbereitet: Die Kabine wurde mit einem Überrollkäfig ausgestattet und so gesichert dass sie nicht abreißen kann. Der Stuntfahrer selbst war durch diverse Protektoren gesichert. Damit die Landung nach 30 Metern auch sauber verläuft, wurde das LKW-Gewicht zudem auf 45% Gewicht vorne und 55% hinten verteilt, damit zuerst die Hinter- und dann die Vorderachse aufsetzt. „So einen Stunt macht man nur einmal im Leben und von 5000 Stuntmännern und Frauen macht das einer.“, erklärte Stuntman Thomas Bloem. „Das Schlimmste was uns passieren kann, ist, dass der LKW mit der Front zuerst in die Wiese einschlägt.“ Die 30m wurden letztlich allerdings weit unterschritten und der Flensburger LKW schaffte es gerade so über die 60 Flensburger Fässer. Tatsächlich kam er dabei mit der Front zuerst auf, allerdings ist er im Gegensatz zu vor 30 Jahren nicht auf der Seite zum Liegen gekommen und der Winkel war bei weitem nicht so spitz, dass es gefährlich wurde.

Stellte sich am Ende nur noch eine Frage: Soll es das letzte Werner-Rennen gewesen sein?

Wenn es nach Holgi geht, nicht! Er forderte Brösel nach der offiziellen Pressekonferenz erneut heraus und diese Herausforderung wurde angenommen. Allerdings gab sich der Veranstalter etwas vorsichtiger. „Lassen Sie uns erst mal dieses Festival zu Ende bringen und dann sehen wir weiter.“, so Holger Hübner, der sich als Ausrichter des Wacken-Open Air einen Namen gemacht hat. 

 

Fortsetzung folgt…vielleicht schon 2020 ? (© Christoph Siegel)

 

Text: Ronja Schikorr

Fotos: Christoph Siegel (Chriss-Pics)

 

 

 

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