Valencia-GP: Intact-Fahrer mit Höhen und Tiefen

Beim Grand Prix von Valencia fuhr Marcel Schrötter einen soliden 13. Platz ein, während Sandro Cortese sein Abschiedswochenende vom Dynavolt Intact GP-Team leider nicht im Ziel beenden konnte.

Vor prall gefüllten Zuschauerrängen des Ricardo Tormo Circuits in Valencia biss Marcel Schrötter seine Zähne zusammen und behauptete im letzten Rennen der Saison 2017 tapfer seine Position in der Verfolgergruppe um den zehnten Platz. 27 Runden lang musste der 24-Jährige die Schmerzen seiner linken Hand ausblenden und die Nerven behalten, um möglichst keine Fehler zu machen. Zum Schluss gelang es ihm, den 13. Platz nach Hause zu holen. Nachdem er vier Rennen in diesem Jahr aufgrund seiner Kahnbein-Verletzung ausfiel und seitdem noch nicht wieder 100% fit war, beendete Marcel das Jahr mit 50 Punkten auf dem 17. Rang.

Es war ein bitterer Abschied für Sandro Cortese, der nach acht Runden in Kurve 11 an 16. Position liegend über das Vorderrad stürzte. Schon das gesamte Wochenende fand der Berkheimer nicht genügend Vertrauen zur Front seiner Suter-Maschine, mit der er heute sein letztes Rennen fuhr. Eine seiner schwierigsten Jahre in der Moto2 liegen hinter dem 27-Jährigen, der die Saison mit 43 Punkten auf dem 17. Rang beendete.

Der Grand Premio von Valencia beendete auch die gemeinsame Ära von Sandro Cortese mit dem Intact GP-Team. Fünf Jahre in der wohl härtesten Kategorie der Weltmeisterschaft, die hin und wieder ihre Spuren hinterließ, aber auch für das eine oder andere Highlight sorgte. Fünf Jahre, in denen er und die Allgäuer Truppe 88 Rennen bestritten, 7 Mal in die erste Startreihe rasten und unvergessliche 3 Podien – 2014 in Brünn, 2015 in Japan und 2016 in Australien – erzielten. Wir sind dankbar für die vielen schönen Momente und wünschen Sandro alles Gute für seine Zukunft!

Auch für Wildcard-Fahrer Jake Dixon war das Wochenende in Valencia nicht vom Glück verfolgt. Er musste aufgrund großer Schmerzen auf einen Start im Rennen verzichten. Nachdem er am Samstag bei einem heftigen Highsider hart mit dem Rücken aufprallte, musste er bereits auf Anordnung des Rennarztes das Qualifying aussitzen. Im Warm-Up am Sonntagmorgen probierte es der Brite trotzdem nochmal, doch nach einem weiteren Sturz war das Wochenende für den Superbike-Piloten schließlich vorbei.

Für das Dynavolt Intact GP-Team wird bereits kommende Woche ein neues Kapitel aufgeschlagen. Schon am Donnerstag und Freitag (16./17.11.) absolviert die Moto2-Mannschaft mit Neuzugang Xavi Vierge und mit Marcel Schrötter in Jerez de la Frontera den ersten Test der Saison 2018. Direkt im Anschluss kehrt der Rennstall für weitere zwei Testtage (20./21.11.) nach Valencia zurück.

Marcel Schrötter:

„Valencia ist von Haus aus eine ziemlich anstrengende Strecke. Man kann nie durchatmen. Auch in der Vergangenheit, als ich fit war, hatte ich hier Probleme mit den Oberarmen. Mit der Verletzung ist es doppelt anstrengend. In den Trainings habe ich schon gemerkt, dass ich nicht so gut zurecht komme, wie vielleicht in Philipp Island. Hier gibt es einfach sehr viele Kurven, wo man hart anbremsen muss, und dass fast nur auf links, genau dort liegt mein Problem. Ich wollte das Rennen unbedingt zu Ende fahren und habe die letzten acht Runden mit aller Macht versucht, meine Position und Pace zu halten. Ich habe dann kleine Fehler gemacht, was enttäuschend ist. Ein 13. Platz ist nicht, was ich erwartete. Letztlich wollte ich unbedingt Punkte ins Ziel bringen, nachdem ich das bei den letzten beiden Rennen nicht geschafft habe. Es stehen jetzt noch Tests an, die wir fahren und dann ist es wichtig, dass ich meine Hand auskuriere und mich gut auf das nächste Jahr vorbereite. Wenn wir da ansetzten, wo wir aufgehört haben, ich wieder fit bin und wir alles verbessern können, was wir nicht auf den Punkt gebracht haben, bin ich zuversichtlich.“

 

Sandro Cortese:

„Leider habe ich das Jahr so beendet, wie es angefangen hat. Für mich ist das eine große Enttäuschung. Ich bin einfach auf keinen grünen Zweig gekommen, habe mich nie richtig adaptieren können und habe stets bis zum Ende alles versucht, um mich an das Motorrad anzupassen, aber sobald ich ein bisschen in meinen Rhythmus reinkam und gewohnt schnell in Kurven reinfuhr, stürzte ich ohne Vorwarnung. So sind 99% aller meine Stürze passiert, immer über das Vorderrad. Meine Crew hat immer alles gegeben, vom ersten Test bis zum Ende haben sie eine top Arbeit geleistet und wir hatten nie technische Mängel. Das muss man auch hervorheben. Das war immer hervorragende Arbeit. Ich konnte mich stets auf die Technik und das Motorrad verlassen. Ich hätte mich gern mit einem besseren Ergebnis verabschiedet. Es war natürlich nicht immer ganz leicht in den letzten fünf Jahren. Trotzdem war es eine sehr schöne Zeit auf und neben der Strecke.“

 

 

Text: IntactGP

Foto: Dominik Lack

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