Valencia-GP: „Abschiedsworte“ der Piloten zum finalen Showdown 2016

04-andrea-dovizioso-ita_gp_0112-jpg-middle

Zum letzten Mal in dieser Saison fand Donnerstagnachmittag die übliche Pressekonferenz zum Auftakt des Rennwochendes statt. Neben Marc Marquez (Repsol Honda), Valentino Rossi (Movistar Yamaha), Jorge Lorenzo (Movistar Yamaha), Andrea Doviziso (Ducati) und Hecor Barbera (Avinitia Racing) stellte sich auch Dani Pedrosa den Fragen der „Pressemeute“ und gab Einblicke, wie es um seine aktuelle körperliche Verfassung bestellt ist. Neben dem bevorstehenden Wochenende gab es auch genug Raum für Spekulationen bezüglich der folgenden IRTA-Tests, noch liess sich jedoch keiner der Anwesenden zu einer Vorschau hinreissen.

„Die letzten zwei Rennen war nicht der beste Weg den Titel zu feiern. Es scheint als brauche ich etwas Druck um mich konzentrieren zu können und mein Rennen zu beenden wie beim Titelkampf,“ eröffnete Marc Marquez die Runde Donnerstagnachmittag. „Valencia ist eine Strecke, die ich mag und ich werde mein bestes geben. Die letzten beiden Rennen waren nicht so gut, aber Valencia lief bisher immer gut für mich. Dieses Jahr haben wir nicht soviel Druck, da alles entschieden ist. Wir freuen uns somit auf gutes Wetter, obwohl es für Sonntag schwierig aussieht,“ ergänzte der amtierende MotoGP-Champion und blickte damit zunächst nur auf das Saisonfinale. „Wir müssen auch jetzt noch sehr konzentriert sein. Sicher haben wir viel zu verändern, aber wir haben noch nicht über den Test geredet, denn wir wollen uns erstmal voll und ganz auf das letzte Rennen fokussieren.“

Auch Valentino Rossi gab noch keine zu grossen Einblicke, woran ab Dienstag bei Yamaha gearbeitet werden würde. „Auch wir wollen uns zuerst auf das Rennen konzentrieren, denn es ist wichtig die Saison mit einem guten Resultat zu beenden,“ bemerkte der neunfache Weltmeister. „Sicher haben alle in unserem Team auf das neue Bike gewartet, aber es wird erst für den Test angekommen. Ich möchte zunächst versuchen die Saison mit einem Sieg zu beenden. Es waren gute Rennen auch wenn ich nicht in der Lage war diese zu gewinnen,“ so Rossi weiter und rechnete sich anschliessend aus wie viel Chancen er wohl beim diesjährigen Valencia-GP haben würde. „Valencia ist eine schwierige Strecke und ziemlich tricky für mich. Ich versuche hart zu arbeiten und mich zu konzentrieren, aber es ist auch abhängig davon was das Wetter macht. Wir werden wie immer versuchen ein gutes Rennen zu fahren und um das Podium zu fahren. Der grösste Unterschied für mich waren in diesem Jahr die Reifen, denn diese haben viel an der Balance verändert aber auch das unbeständige Wetter, der Wechsel von nass zu trocken, trocken zu nass war schwierig. Dass es in diesem Jahr neune verschiedene Gewinner gab, ist denke ich jedoch gut für die Meisterschaft.“

Einer der neun Sieger in diesem Jahr war Ducati-Pilot Andrea Dovizioso, der sich in der Pressekonferenz sehr zufrieden mit den Entwicklungen bei Ducati zeigte. „Das Jahr war volle Höhen und Tiefen für alle Fahrer, besonders wegen der Reifensituation. Das war nicht einfach. Ich denke wir haben in diesem Jahr gute Schritte vorwärts gemacht und sind nun näher an Yamaha und Honda dran. Die zwei Siege waren für uns wichtig in diesem Jahr und abgesehen davon wollen wir natürlich die Saison auch gut beenden! Im kommenden Jahr müssen wir direkt daran anknüpfen und gut weitermachen. Es wird auch interessant werden Jorge mit dem neuen Bike zu sehen.“

Noch-Rossi-Teamkollege  Jorge Lorenzo beschäftigte sich ebenfalls mit dem Gedanken an die kommende Saison bei Ducati. „Es kommt immer auch darauf an wie man darüber denkt,“ antwortete der derzeit WM-Dritte auf Nachfragen. „Es sind verschiedene Gefühle zur Zeit. 2017 wir schon seltsam für mich, denn ich habe viele Jahre mit den gleichen Leuten und dem gleichen Bike gearbeitet. Es wird viel geben, was ich kennen lernen muss, aber alles Schritt für Schritt. Ich hatte eine lange Karriere bei Yamaha und Yamaha hat mir viel gegeben. Auch sind wir nun auf einer Strecke, die mir viel gegeben hat, besonders im vergangenen Jahr. Valencia ist eine Strecke, die mir gut liegt und ich möchte zumindest auf dem Podium landen,“ führte Lorenzo weiter aus. „Letztes Jahr bin ich hier meine beste Runde gefahren, denn der Druck war immens und auch im Rennen hatte ich sehr stark gepusht. Dieses Jahr ist es anders. Wir haben sehr stark mit unserem Bike angefangen und dann nachgelassen. Es ist schwer mit dem Bike zu gewinnen, aber wir haben eine Chance, denn ich war hier in den letzten fünf Jahren immer konkurrenzfähig. Wir haben auch eine Chance zu gewinnen, doch das hängt auch davon ab wie die Wetterbedingungen am Wochenende werden.“

26-dani-pedrosa-esp_gp_0175-jpg-middle

Repsol Honda Pilot Dani Pedrosa hingegen verschwendete wenige Gedanken an die Wetterbedingungen in Valencia. Nach seinem schweren Sturz im zweiten freien Training in Motegi kehrt Pedrosa morgen wieder in den Sattel seiner Honda zurück und muss zunächst austesten inwiefern es für ihn möglich ist das Rennwochenende zu bestreiten. „Im Moment fühlt es sich schon besser an. Die ersten beiden Wochen waren am härtesten wegen dem Schlüsselbein und auch wegen der Beine, denn ich war nicht in der Lage mich links wie auch rechts zu bewegen. Aber wenn ich mir den Sturz anschaue und wie er passierte, denke ich es war okay, denn der Sturz war ziemlich heftig. Ich bin glücklich hier zu sein und werde morgen schauen wie das Gefühl ist. Ich fühle mich nicht sehr stark, aber ich hoffe, dass ich fahren kann. Ich werde ein paar Runden brauchen um zu sehen wie ich mich fühle. Der Anfang wird natürlich schwer aber Stück für Stück wird es denke ich besser auf der Strecke,“ erklärte Pedrosa vorsichtig optimistisch. Auch für den Spanier war es an der Zeit Resümee zu ziehen und bereits vor Ende der Saison eine Rückschau auf die Ereignisse des vergangenen Jahres zu geben. „Ich hatte nicht viele gute Resultate in diesem Jahr,“ so der Spanier schliesslich und bemerkte gleichzeitig, dass in dieser Saison viele Fahrer gab, den es ähnlich erging. „Viele Piloten haben in diesem Jahr Fehler gemacht und bekamen dadurch nicht viele Punkte, dadurch war es einfacher im Gesamtranking von anderen Fahrern überholt zu werden, aber im nächsten Jahr starten wir alle wieder von vorn und ich hoffentlich gleich von Beginn an mit einem besseren Gefühl.“

Im Gegensatz dazu konnte Hector Barbera mit seinen Resultaten überaus zufrieden sein. Der Avinitia-Pilot belegt derzeit Platz 9 im Gesamtranking und holte sich damit das beste Saisonresultat in seiner MotoGP-Karriere. „Ich bin sehr glücklich mit diesem Ergebnis. Dieses Jahr lief unglaublich mit diesem Bike! Wir waren zweimal in den Top 5 und im letzten Rennen auf Platz 4, was mein persönlich bestes Ergebnis in der GP ist. Ich bin sehr happy mit dem Team, sie arbeiten wirklich gut. Wir haben viel verändert, worüber ich mich sehr freue.“

Das letzte Rennwochenende der Saison eröffnet morgen 9:00 das Freie Training der Moto3. Ab 9:55 Uhr gibt sich die Königsklasse mit ihrem ersten Freien Training die Ehre und es wird sich zeigen ob Dani Pedrosa fit genug ist das Rennen am Sonntag zu bestreiten. Auch KTM präsentiert sich mit der RC16 erstmals im „Rennmodus“. Wir dürfen somit gespannt sein wer in Valencia die Nase vorn hat.

Text: Doren Müller

Foto: motogp.com

 

 

Tags:, ,

Trackback von deiner Website.

Kommentieren