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Unsere Nachsaisonfragen beantwortet von… Daniela Weingartner

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Die alte Saison ist vorbei und der eine oder andere zieht Resümee was im vergangenen Jahr passiert ist. Natürlich interessiert uns ob jeder seine Ziele erreichen konnte und wie die Teams bzw. Fahrer ihre Winterpause nutzen werden, besonders neugierig sind wir in dieser Woche darauf, wie das Jahr bei den weiblichen Vertreterinnen des Motorradrennsports lief. Nach Nachwuchsfahrerin Sarah Göpfert stellte sich nun auch Daniela Weingartner, die im vergangenen Jahr mehrere Hürden zu bewältigen hatte, unseren Nachsaisonfragen.


Was war Dein bester Moment 2016?
„Meinen besten Moment hatte ich, als ich das erste Mal wieder auf meiner Yamaha R6 saß und ich mich einfach nur leicht und unbeschwert fühlte.“

Wer war Dein stärkster Rivale in diesem Jahr und warum?
„Anscheinend trifft auch mich peu a peu die Altersweisheit. Mein stärkster Rivale war mein laut schreiender Kopf. Immer öfter machte ich mir Gedanken um Stürze, schwere Verletzungen und etwaige Folgeschäden, insbesondere da ich beruflich in einem neuen sehr aufregendem Projekt stecke und ich mir einen langen Ausfall nicht leisten kann.“

Welcher Fahrer hat Dich in diesem Jahr am meisten überrascht?
„Am meisten überrascht hat mich Jakob Furtner, welcher trotz seiner sehr schweren Verletzung und seines jungen Alters mit so viel Zuversicht und Kraft wieder in den Rennsport gefunden hat, so dass ich mir von dessen positiver Einstellung eine große Scheibe abschneiden kann. „

Konntest Du Deine Ziele erreichen?
„Ich habe es trotz aller Widrigkeiten und Widerstände durchgezogen und darauf bin ich stolz. Noch schöner wäre es natürlich gewesen, wenn ich mich in einem noch größeren Rahmen fahrerisch verbessern hätte können. Dies war mir aufgrund Altersweisheit oder war es doch Altersstarrsinn zwar nicht möglich, aber ich bin dankbar für alle positiven als auch negativen Erfahrungen. Positiv waren vor allem die vielen Bekanntschaften, welche ich machen durfte und woraus sich auch Freundschaften entwickelt haben. Negativ empfand ich viele Aspekte des Lizenzrennsports, die mir zuvor nicht in diesem Maße bewusst waren, welche mir allerdings die Augen öffneten und mir erlaubten, einen umfassenderen Blickwinkel auf diesen Sport zu entwickeln.“

Worüber hast Du Dich in dieser Saison am meisten geärgert oder was war das schwierigste für Dich?
„Zu Beginn der Saison fand ich es am schwierigsten, mit einem neuen Motorrad, auf komplett unbekannten Strecken in einer neuen Serie zu starten und dann auch noch hinter den Erwartungen zurück zu bleiben. Überhaupt hatte ich mit Erwartungen am meisten zu kämpfen. Erwartungen von Menschen, welche mich nicht kennen, nichts über mich wissen und noch viel weniger auf mich geben. Eine schwierige Zeit, aus welcher ich sehr viel für mich und mein Leben mitgenommen habe. Vor allem zu lernen mit sich selbst glücklich und zufrieden zu sein und unabhängig sowie frei seinen Weg zu gehen. Oder wie Plato sagen würde: „Ich kenne keinen sicheren Weg zu Erfolg, aber einen sicheren Weg zum Misserfolg: Es allen Recht machen zu wollen.“

Was war das erste was Du gemacht hast, als die Saison vorbei war?
„Ich liebe es zu reisen, deshalb: Urlaub! Vier Wochen alleine Backpacking durch Brasilien. Verweilen an den schönsten Orten Brasiliens, tolle Menschen kennenlernen, meine Horizonte erweitern, Abenteuer erleben, eine neue Sprache erlernen.  Gerade zurück, kann ich nur sagen, dass es die unglaublichsten Wochen meines Lebens waren, vom Wohnen in einer Favela Rios, zu den beeindruckenden Wasserfällen in Foz do Iguacu, der Suche nach dem Pantanal-Jaguar, dem Campen im Amazonas Regenwald, bis zum Kitsurfen am Ende der Welt: eine atemberaubende Reise!“

Worauf freust Du Dich am meisten im kommenden Winter?
„Auf meine Freiheit. Der Unterhalt zweier Rennmotorräder, die unzähligen Schrauberstunden, die tausend Verpflichtungen welche der Rennsport mit sich bringt, die sehr anstrengenden Rennwochenenden, ein wunderschöner aber anstrengender Vollzeitjob, ein nie ermüdender Terrier und private Verpflichtungen, nahmen mir bis zum Ende der Saison viel Kraft. Ich freue mich, meinen anderen Interessen nachgehen zu können. Wieder mehr mit Freunden zu machen und zu reisen. Museen und Kulturveranstaltungen in München zu besuchen oder entspannt einen Gipfel in den Alpen zu besteigen. Einfach mal ein paar Monate Abstand zu gewinnen um wieder zu 100% Spaß an der schönsten Sache der Welt, dem Motorsport, zu finden.“

Was ist die größte Veränderung für Dich in der nächsten Saison?
Habe ich jahrelang den Rennsport mit größtem Ehrgeiz verfolgt und jede Sekunde und jeden Cent in diesen Sport gesteckt, möchte ich nächstes Jahr jeglichen Zwang an mir vorüber gehen lassen. Die Freude am Fahren soll wieder an meiner ersten Stelle stehen und ich bin zuversichtlich, dass mir das Gelingen wird.“

Text: Doreen Müller

Foto: Privatarchiv Daniela Weingartner

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