Unser Start in die Vorsaison mit… Karsten Wolf


Die neue Saison rückt immer näher, die Vorfreude steigt. Wir haben die Winterpause genutzt, um mit unzähligen Fahrern und Teams über das Abenteuer 2017 zu sprechen. Den Anfang macht heute Karsten Wolf, der als Teammanager des sächsischen Teams GERT56 HMT in der Langstrecken-Szene unter seinem Spitznamen „KW“ bekannt ist:

Wie bereitet Ihr Euch auf die Saison vor?
Bereits beim Bol d’Or im letzten September in Le Castellet haben Fahrer und Mechaniker eine umfangreiche ToDo Liste für 2017 erarbeitet. Die betrifft vor allem das Bike, aber auch Equipment und Organisation. Im Rahmen der Messe Sachsenkrad Mitte Januar in Dresden wird sich das Team treffen und den Fahrplan bis zum ersten WM Lauf festlegen. Schwerpunkt werden wir dabei auf das Benzinmanagement, das Bremssystem, die Optimierung von Tankanzeige und Tankanlage und die Reparaturfreundlichkeit legen. Auf alle Fälle werden wir durch den engen Terminplan mit 3 Rennen in 3 Monaten, drei identische Stocksport BMW S1000RR aufbauen, um zwischen den Rennen nicht in Hektik zu verfallen. Die Fahrer werden sich voraussichtlich beim BMW Racecamp in Almeria den Rost aus den Gliedern fahren.

Gibt es Veränderungen für Euch?
Die gravierendste Veränderung ist der unerwartete und plötzliche Rückzug unseres Hauptsponsors. Da aber ein Ausstieg mitten in der Saison 2017 keine Option für uns ist und die Leidenschaft größer als die Bedenken, machen wir weiter. Alle Teammitglieder und Fahrer haben sich um gehört. Ich habe endlos Klinken geputzt und so werden wir die 3 WM Läufe mit Anstand und auf einer guten technischen Basis bestreiten, so wie wir es als Privatteam gewohnt sind. Wir werden weiterhin technisch und logistisch eng mit dem Team Völpker NRT#48 von Ingo Nowaczyk zusammenarbeiten, dies hat sich in technisch und menschlich bestens bewährt. Es reduziert die Kosten, macht uns durch die Verwendung von Gleichteilen flexibel und die Erfahrungen des anderen werden geschätzt.
Fahrerisch sind für Le Mans die erfahrenen Rico Löwe und Didier Grams fix. In Punkto dritten Fahrer sprechen wir aktuell mit vielen Piloten. Generell wird es aber so sein, dass wir uns um die 2 Stammfahrer streckenbezogen verstärken werden und gerade am Slovakiaring Fahrer mit Streckenkenntnis und Speed präsentieren werden. Lasst euch überraschen.

  • Didier Grams

    Didier Grams

  • Rico

    Rico "Rixi" Löwe

    Auf welches Motorsport Ereignis freut Ihr Euch dieses Jahr besonders? Und warum?
    Ich glaube du könntest fast jeden von uns im Schlaf wecken und es würde immer Le Mans sagen. So auch bei mir. Ich habe 1999 als Zuschauer bei den Autos den LMP1 von BMW siegen sehen. Dann kehre ich 2013, also 14 Jahre später, als Aktiver mit rs speedbikes und einer BMW S1000RR nach Le Mans zurück und erlebte mit dem Klassensieg den schönsten Rennsporttag in meinem Leben. Um dann ein Jahr später mit dem Totalausfall am Donnerstag, mit einem verletzten Fahrer und 2 Totalschäden, den bittersten Tag und die schwerste Niederlage in meiner Karriere hinzunehmen. Nach dem Rückzug von rs speedbikes aus der Endurance WM ging es darum aufzuhören oder nochmals neu zu beginnen. Einer der emotionalen Beweggründe mit dem neu formierten German Endurance Racing Team GERT56 den Handschuh nochmal in den Ring zu werfen, war die offene Rechnung mit Le Mans. Für GERT56 waren genau dieses Rennen in 2016, das erste und das härteste Rennen. Das Finish am Sonntag fühlte sich wie ein Sieg an. Übrigens du warst ja dabei in einer der wohl kältesten Langstreckennächte in der Geschichte dieses Sports.

    Wer wird in diesem Jahr Eurer schwerster Konkurrent sein?
    Ich denke, dass der Titel im Superstock Cup zwischen 5 Teams ausgetragen wird. Dem Vorjahresweltmeister 3ART Yamaha aus Frankreich und deren Markenkollegen von Viltais Experience, dem Suzukis Junior Team mit der 72, die sicher die neue GSXR bringen werden, dem Tati Beaujolais Team Kawasaki Team und natürlich unseren Freunden und Markenkollegen VölkerNRT#48 aus Oschersleben auf der BMW S1000RR. Wer zur Speedweek  2016 miterleben musste, wie eine Ölspur den WM Führenden beim Heimrennen den Titel kostete, der kann dieser ambitionierten Truppe nur Glück wünschen.

    Was sind Eure Ziele für diese Saison?
    Wir haben unser in 2016 gestecktes Ziel mit einem Gesamtrang in den Top 10 und einem Einzelergebnis unter den besten 5 verfehlt. Mit Rang 12 im Gesamtklassement und Rang 7 in Portimao sind wir zwar nahe dran, dass kann aber nicht unser Anspruch sein. Wir kennen unsere Grenzen, doch wir werden unsere Möglichkeiten nutzen, um zu den besten Stocksportteams der Welt aufzuschließen. Die Erfahrungen die wir auf diesem Weg machen sind für alle ein Gewinn. Wir haben so viel erlebt, wir sind hingefallen und wieder aufgestanden. Der Glaube an die eigene Stärke, der Fleiß und die Freude an der Sache werden uns unseren Zielen näher bringen. Dafür wünscht uns bitte vielleicht noch das kleine Quäntchen Glück, was bisher fehlte.

    Vielen Dank für das Interview und Euch viel Erfolg in der kommenden Saison!

    Mehr Infos zum Team findet Ihr HIER oder in unserem Langstrecken-Archiv.

    Wer gern die Sachsenkrad in Dresden besuchen möchte, gelangt HIER zur Messe-Seite.

    Text: Doreen Müller

    Foto: Archiv GERT56 HMT by RS speedbikes

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