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ULSTER GRAND PRIX 2017: Rückblick auf das schnellste Rennen der Welt

 

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Wieder einmal strömten am vergangenen Wochenende tausende an Besuchern zum Dundrod Circuit in Nordirland, wo vom 6. bis 12. August Ulster Grand Prix – auch bekannt als das schnellste Straßenrennen der Welt- seinem Ruf wieder alle Ehre machte. Mann des Wochenendes war der Brite Peter Hickmann, der am Rennsamstag nicht nur drei Rennen für sich entschied, sondern nebenbei sogar noch einen neuen Weltrekord aufstellte.


Die One-Man-Show am Donnerstag

Nur wenige Tage nach seinem ersten Saisonsieg in der British Superbike Championship (BSB) konnte Peter Hickmann (BMW) seine Erfolgssträhne weiter ausbauen. Er sicherte sich alle Polepositions in den Klassen Supersprt, Superstock und Superbike und bewies auch beim Dundrod 150-Rennen am Donnerstag eine fehlerlose Performance. Auf seinem Weg zum unangefochtenen Start-Ziel-Sieg brach der 30-Jährige mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 134,210 mph (215,990 km/h) den aus dem Vorjahr stammenden Weltrekord von Ian Hutchinson. Das brachte Hickmann nicht nur auf den obersten Podiumsplatz sondern ebenfalls den Titel „World’s Fastes Road Racer“.
Mit einem Rückstand von fast zwei Sekunden fuhr der Brite Dean Harrison (Kawasaki) als Zweiter über die Ziellinie, nachdem er sich in der letzten Runde einen packenden Dreikampf mit Bruce Anstey (Honda) und Dan Kneen (BMW) lieferte. Kneen, den das Team Tyco BMW an Stelle des verletzten Ian Hutchinson für den Ulster Grand Prix unter Vertrag nahm, verpasste das Podium hinter Anstey nur haarscharf. Für die William-Brüder verlief der Renn-Donnerstag alles andere als zufriedenstellend: Michael Dunlop errung auf seiner neuen Suzuki GSX-R1000 einen enttäuschenden fünften Rang, sein älterer Bruder William Dunlop musste nach einem Sturz im Training auf den Start verzichten. Einen guten Einstand nach einer langen Verletzungspause mit diversen Wirbel- und Fingerknochenbrüchen gab hingegen der Nordire Lee Johnston. „Ich habe wirklich nichts unversucht gelassen, um rechtzeitig zum Ulster Grand Prix wieder einsatzfähig zu sein. Jetzt freue ich mich, dass es geklappt hat“, sagte Johnston vor seinem ersten Renntag. Beim Dundrod 150 erreichte er als Sechster das Ziel.


Hattrick und Ellbogen-Rennen am Rennsamstag

Auch die Hauptrennen am Samstag wurden deutlich von dem Briten Peter Hickmann dominiert. Hickmann triumphierte nicht nur in beiden Supersport-Rennen, sondern fuhr sich auch im Superstock auf das oberste Treppchen. „Es war fantastisch. […] Um hier gewinnen zu können, musst du bis ins Ziel voll attackieren und es ist fast unmöglich, kurz einmal Luft zu holen. Ich habe in allen Rennen versucht, an der Spitze etwas davonzuziehen, aber das ist mir nur im Superstock-Rennen gelungen, als die Strecke stellenweise noch etwas feucht war“, sagte Hickmann nach den Rennen. Lediglich im ersten Superbike-Lauf musste sich der Mann auf der Erfolgswelle Bruce Anstey (Honda), der mit seinen 48 Jahren zu den Urgesteinen und schnellsten Fahreren des Straßenrennsports gehört, mit einem Rückstand von 0,272 Sekunden geschlagen geben. Dean Harrison (Kawasaki) komplettierte das Trio auf dem Siegerpodium, der mit einer Bestzeit von 3:17,928 (216,64 km/h) zudem einen neuen Rundenrekord aufstellte.

In einem Ellbogen- und Kopf an Kopf-Battle im zweiten Superbike-Lauf schnappte sich Dean Harrison in der letzten Runde den Sieg knapp vor den beiden Manxman-Siegern Dan Kneen (BMW) und Conor Cummins (Honda). Damit ergatterte Harrison sich seinen erste Ulster Grand-Prix Titel überhaupt. Das Pech traf im zweite Superbike-Rennen hingegen die beiden Sieger des erste Rennens. Sowohl Hickmann als auch Anstey schieden bereits in den ersten Runden aufgrund technischer Probleme aus.

 

Deutscher Newcomer setzt Zeichen

Ebenfalls auf sich aufmerksam machen konnte die deutschsprachigen Fahrer bei ihrer ersten Teilnahme am Ulster GP während des Belfast International Airport Dundrod 150-Rennen. IRRC-Pilot und Dundrod-Frischling Christian Schmitz überzeugte mit einer bärenstarken Leistung auf seiner 600-er Yamaha und schaffte es direkt in die Top Ten auf einen beeindruckenden fünften Rang. Stefan Schörgendorfer (Yamaha) hatte hingegen nicht ganz so viel Glück auf seiner Seite. Den Österreicher ereilte am Vortag beim Training ein schwerer Motorschaden, weshalb er am Renntag nur mit einem Serienmotor starten konnte und sich auf Rang elf fuhr.

In den Supersport-Rennen am Samstag ging es für Schmitz und Schörgendorfer nicht mehr ganz so weit in Richtung Führungsspitze. Der Deutsche Christian Schmitz, der in dieser Saison beim Kampf um den IRRC-Meisterschaftstitel ordentlich mitmischt, beendete Lauf 1 auf Platz 34, Stefan Schörgendorfer fuhr auf Platz 36. Im zweiten Lauf konte sich Schmitz noch einmal deutlich verbessern und schaffte es auf Platz 21. Schörgendorfer wurde nach seinem Motorschaden im Training weiterhin vom Pech verfolgt und im zweiten Rennen in einen Sturz verwickelt, der ihn vorzeitig ausscheiden ließ.

                                                                                                                                              

 

Unfalltod überschattet Ulster Grand Prix 2017

Die 2017-Auflage des Ulster Grand Prix forderte gleich am ersten Renntag am Donnerstag sein erstes Todesopfer. Der Brite Jamie Hodson verunglückte beim Dundrod 150- Rennen tödlich. Der 35-Jährige stürzte in der vierten Runde im Sektor Joey’s Windmill schwer, auch sein Bruder Rob Hodson wurde mit in den Unfall verwickelt. Das Rennen wurde sofort abgebrochen, um die beiden Piloten noch an Ort und Stelle ärztlich zu versorgen. Noch am Abend erlag Jamie Hodson im Krankenhaus seinen Verletzungen, die er sich beim Sturz zuzog. Sein Bruder kam mit vergleichsweise geringen Verletzungen davon.
Jamie Hodson gewann im vergangenen Jahr beim Manx Grand Prix die Klasse der Supertwins und errung beim diesjährigen Lightweight-Rennen der Tourist Trophy den zehnten Platz.

 

Alle Ergebnisse hier.

Ergebnisse in der Kurz-Übersicht:

Ultra-Lightweight: 1. Paul Robinson (Honda), 2. Christian Elkin (Honda), 3. Joey Thompson (Honda).

Lightweight: 1. Davy Morgan (Honda), 2. Paul Owen (Honda), Callum Laidlaw (Yamaha).

Supertwins: 1. Ivan Lintin (Kawasaki), 2. Daniel Cooper (Kawasaki), 3. Adam McLean (Kawasaki).

Supersport 1: Peter Hickman (Triumph), 2. Bruce Anstey (Honda), 3. Lee Johnston (Honda). 4. Michael Dunlop (Yamaha), 5. Paul Jordan (Yamaha). 6. Jamie Coward (Honda).

Supersport 2: 1. Peter Hickman (Triumph), 2. Bruce Anstey (Honda), 3. Lee Johnston (Honda), 4. Dean Harrison (Kawasaki), 5. William Dunlop (Yamaha), 6. Michael Dunlop (Yamaha).

Superstock 1: Peter Hickman (BMW), 2. Dean Harrison (Kawasaki), 3. Dan Kneen (BMW), 4. David Johnson (BMW), 5. Conor Cummins (Honda), 6. Jamie Coward (BMW).

Superbike 1: 1. Bruce Anstey (Honda), 2. Peter Hickman (BMW), 3. Dean Harrison (Kawasaki), 4. Dan Kneen (BMW), 5. Conor Cummins (Honda), 6. Derek Sheils (Suzuki).

Superbike 2: Dean Harrison (Kawasaki), 2. Dan Kneen (BMW), 3. Conor Cummins (Honda), 4. Michael Dunlop (Suzuki), 5. Derek Sheils (Suzuki), 6. David Johnson (BMW).

 

 

Text: Rowena Hinzmann
Fotos: Andi Heinze

 

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