Texas GP: Martin ließ in letzter Runde den Hammer fallen und siegt

Den Rennsonntag auf dem Circuit of the Americas läutete die kleinste Klasse in der Motorradweltmeisterschaft ein. 28 Moto3-Fahrer warteten im Starting Grid bereits ganz gespannt auf das Erlöschen der Startampel. 12 Fahrer kämpften letztlich um den Sieg in der Moto3. Jorge Martin sorgte schließlich für den ersten spanischen Tagessieg in Austin!

In der ersten Startreihe machten sich Jorge Martin und Aron Canet für den Start bereit, beide Spanier galten als klare Favoriten für den Großen Preis von Amerika. Auch John McPhee war mit seinem dritten Startplatz eine klare Überraschung. Philipp Öttl benötigte von Position elf hingegen eine gute Ausgangsposition in die erste Kurve den Hang hoch, um den Anschluss an die Spitzengruppe nicht zu verlieren.

Jorge Martin kam beim Start direkt sehr gut weg, auch Fabio Di Giannatonio folgte seinem Teamkollegen schnellen Fußes. Doch bereits in der ersten Kurve kam es zu Berührungen im Mittelfeld, wobei fünf Moto3-Piloten, darunter Toba, Ramirez, Norrodin, Rodrigo und Masia, zu Boden gingen!

Indes ging bereits in der ersten Runde Marco Bezzechi aus dem sächsischen Prüstel GP-Team auf Angriff! Jorge Martin führte das Feld jedoch als Rennleader aus der ersten Runde. Doch Fabio Di Giannantonio schnappte sich zu  Beginn der zweiten Runde die Führung von Martin. Dahinter folgten Aron Canet, Foggia, Marco Bezzecchi, Tatsuki Suzuki, Enea Bastianini, Ayumu Sasaki, Philipp Öttl und John McPhee schnellen Fußes. An der Spitze kam es schnell zu weiteren Positionskämpfen, bei denen sich als nächstes erst Dennis Foggia und eine Runde später Marco Bezzecchi versuchten an der Spitze zu etablieren. Doch keinem Piloten gelang es sich in Führung liegend abzusetzen. Immer wieder krätschte ein Kontrahent dazwischen.

Die Top 9 lag dicht hintereinander. Danach entstand schon nach wenigen gefahrenen Runden eine kleine Lücke zur zweiten Gruppe, die von Jakub Kornfeil angeführt wurde. Philipp Öttl als Achter hielt hingegen weiter Anschluss an die Spitzengruppe. Dort kam es weiterhin zwischen Fabio Di Giannantonio, Jorge Martin, Marco Bezzecchi und Dennis Foggia zu harte Duellen um Platz 1. Philipp Öttl nutzte den Machtkampf im vorderen Feld um beinah unbemerkt weiter aufzuschließen. Von Position 4 aus hatte der Deutsche die Top 3 fest im Blick und bremste sich in Runde 9 kurzzeitig ganz nach vorn. Doch der Konter folgte prompt und Öttl rutschte auf 5 wieder zurück. Indes hatte Aron Canet als Achter mächtig zu kämpfen noch mit bei der Musik dabei sein zu können und wurde schließlich weiter durch gereicht.

Marco Bezzecchi blieb indes weiter das Zugpferd in der Führungsgruppe und brachte als einziger Pilot eine 2:17er Rundenzeit aufs Tableau. Fünf Runden vor Schluß rechneten sich insgesamt 12 Piloten noch Chancen auf das Podium und den Sieg aus. Vor allem Bezzecchi, di Giannantonio und Martin lieferten sich nun einen Konter nach dem nächsten. Auch Enea Bastianinie, der sich das gesamte Rennen eher abwarten verhielt, macht zum Rennende hin mehr Druck und setzte sich plötzlich dicht hinter den zwischenzeitlich Führenden Jorge Martin.

In der Verfolgergruppe führte derweil Livio Loi das Mittelfeld an. Der 20-jährige Belgier arbeitete sich von Startplatz 26 durch das halbe Feld, während Aron Canet und Dennis Foggia nur noch Neunter und Zehnter sind und den Anschluss an die Spitze verloren haben. Vorn die ersten beiden, Jorge Martin und Enea Bastianini, haben inzwischen einen sichtbaren Abstand herausfahren können. 

Jorge Martin (Del Conca Gresini Moto3) machte schließlich richtig und schnappte sich nicht nur den zweiten Sieg in diesem Jahr, sondern übernahm mit 25 Punkte mehr auf dem Konto die WM-Führung. Eineinhalb Sekunden dahinter fuhr Enea Bastianini (Leopard Racing) als Zweiter über die Ziellinie. Platz 3 war bis zum Schluß heiß umkämpft. Argentinien-Sieger Marco Bezzecchi (Redox Prüstel GP) holte sich hauchdünn den dritten Platz vor Andrea Migno (Angel Nieto Team Moto3) und Fabio di Giannantonio (Del Conca Gresini Moto3), 

Phillipp Öttl (Südmetal Schedl GP) mischte sich ebenfalls im Kampf um den dritten Platz ein, erreichte jedoch als Sechster das Ziel und holte somit sein bisher bestes Ergebnis in dieser Saison. Jakub Kornfeil ( Redox Prüstel GP), Aron Canet (Estrella Galicia 0,0), Tatsuki Suzuki (SIC58 Squadra Corse) und Livio Loi (Reale Avintia Academy) komplettierten die Top Ten. Auch Gabriel Rodrigo (RBA BOE Skull Rider) gelang nach seinem anfänglichen Sturz noch ein bemerkenswerter zwölfter Platz!

Die Stimmen nach dem Rennen:

Jorge Martin (Del Conca Gresini Moto3, Platz 1)
“Es war ein unglaublich hartes Rennen und am Anfang echt schwierig mit dem harten Hinterreifen. Ich habe alles gegeben und am Ende hat dies auch gereicht. Der Sieg ist sehr wichtig für mich!”

Enea Bastianini (Leopard Racing, Platz 2)
“Ich bin sehr  happy über dieses Podium. Ich versuchte es bereits in Katar, dort war es mir aber nicht möglich und auch in Argentinien. Nun gelang es mir endlich, worüber ich sehr froh bin. Ich freue mich vor allem für mein Team. Wir haben sehr hart daran gearbeitet um dies möglich zu machen. Ich habe am Ende sehr gepusht, um die Lücke zu Jorge zu machen zu können, aber er war heute zu schnell.”

Marco Bezzecchi (Redox Prüstel GP, Platz 3)
“Das Rennen war unglaublich schwierig. Der Reifen war zum Schluß richtig zerstört und ich bin mächtig gerutscht. Ich bremste hart und ging teilweise zu weit und versuchte im Anschluß erneut zu überholen. Letztlich konnte ich mir das Podium noch holen. Wir haben hart dafür gearbeitet um das Erreichen zu können. ich bin sehr dankbar dafür und bedanke mich bei KTM und meinem Team für ihre tolle Arbeit.”

 

Philipp Öttl (Südmetal Schedl GP, Platz 6)
“Das spezielle an der letzten Runde war, das es zwei für mich gegeben hat. Mir wurde zweimal die letzte Runde angezeigt. Ich habe sehr gepusht und es ist sehr gut gegangen. Ich bin Schritt für Schritt nach vorn gefahren. Das Team hat gut gearbeitet und es hat nach dem Wochenende in Argentinien endlich gepasst. Als Martin die Pace angezogen hat, war echt brutal und ich habe versucht mehr zu pushen, es zu kontrollieren und sauber zu fahren. Das Rennsultat war wirklich wichtig heute für mich!”

Das komplette Rennergebnis der Moto3 findet Ihr HIER.

Text: Doreen Müller-Uhlig

Foto: motogp.com

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