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Teamportrait Knapton/Roick: „Der Motorsport hat mich ausgewählt!“

 
 
Mehr als dreißig Jahre trennen Ken Knapton und Enrico Roick voneinander. Einen Altersunterschied, den man auf der Rennstrecke jedoch selten spürt. Im vergangenen Jahr holte sich das britisch-deutsche Duo den Meistertitel in der Klasse der F2-Gespanne in der Internationalen Sidecar Trophy. Zuvor lieferten sich Knapton/Roick jedoch zahlreiche spannende Duelle mit ihren Kontrahenten Enrico Wirth und Ronny Uhlig. Erst beim Saisonfinale in Frohburg war es endgültig entschieden, wer die Meisterschaftskrone mit nach Hause nehmen konnte. Knapton/Roick hießen damals die strahlenden Sieger. Lorbeeren auf denen sie sich jedoch nicht ausruhen werden, denn auch 2017 wird es in einem noch enger liegenden Teilnehmerfeld wieder heiß her gehen, spätestens wenn es vom 21. bis 23. April  in Brünn wieder heißt: Please, start the engines!

Team: Knapton Racing (Sidecar Trophy F2 600ccm)

Fahrer:  Ken Knapton, 64 Jahre aus Cawood nahe York / Großbritannien
Beifahrer: Enrico Roick, 31 Jahre aus Veckenstedt / Deutschland

Womit war Eure erste Rennsporterfahrung und wie lange seid Ihr nun schon aktiv Rennsportler?
Ken: „Meine erste Erfahrung hatte ich 1987 als Beifahrer bei den Track days im Mallory Park. Ich war ungefähr ein Jahr Beifahrer bis es zu einem großen Unfall kam, danach kauften mein Fahrer und ich uns ein neues Bike. Mein Fahrer entschied sich damals, dass er nicht mehr länger Rennen fahren möchte, so kaufte ich das Bike von ihm und begann selbst einen Seitenwagen zu fahren.“
Enrico: „Ich bin mit 12 Jahren über Kart in den Rennsport eingestiegen. Das war in der Kadetten-Klasse im Jahr 1998. Insgesamt blieb ich acht Jahre Kartfahrer, war vier Jahre als Mechaniker bei diversen Kartveranstaltungen unterwegs und fahre nun seit 6 Jahren als Beifahrer im Sidecar.“

Warum und wie seid Ihr denn zu den Seitenwagen gekommen?
Ken: „Ich bin insgesamt dreizehn Jahre bei Clubveranstaltungen Rennen gefahren, anschließend vier Jahre in britischen Serien bevor ich 2005 bei einem Rennen in Europa startete. Das erste Mal kam ich jedoch als Mechaniker für ein Team mit dem Racing in Kontakt, anschließend nahm ich direkt beim Track day im Mallory Park teil und habe sofort Blut geleckt. Aber nicht ich habe den Sport ausgewählt, der Sport hat mich ausgewählt!“
Enrico: „Enrico Becker hat mich damals zum Gespannsport gebracht. Er brauchte jemanden, der sich mit Reifen und dem Reifenbild bzw. Luftdruck auskennt. 2010 habe ich bei Hock Racing den Luftdruck überwacht. Im selben Jahr brauchte Michael Grabmüller für Testzwecke einen Beifahrer im F2.“

    Was war bisher Euer größter Triumph?
    Enrico: „Da gibt es eigentlich mehrere. Neben diversen Meister und Vizemeistertitel im Kartrennen, sind der dritte Platz bei der IDM 2012, die Meistertitel im F1-Gespann 2013 und 2015 mit Ken, sowie der Meistertitel im vergangenen Jahr bei den F2 große Triumphe.“

    Wenn Ihr Euch zurück erinnert, was würdet Ihr sagen war das spannendste Motorsport-Ereignis bisher?
    Ken: „Meine spannendste Erfahrung war meine erste Clubmeisterschaft 1993 zu gewinnen. Aber auch in Spa im Rahmen der niederländischen Meisterschaft 2005 zu fahren und dann mit Tim Reeves auf dem Podium zu stehen, war sehr aufregend für mich.“
    Enrico: „Da gab es einige als ich selber gefahren bin. Zum Beispiel im Kart in Jüterbog als es um die Meisterschaft ging und wir uns pro Runde mehrere Male überholt haben.“

    Mit welchem Gespann (Typ, Motor,… ) geht Ihr 2017 an den Start?
    Ken: „Wir werden in diesem Jahr wieder mit dem Shelbourne F2 fahren.“

    Gibt es eine Strecke, die Dir/Euch nicht so liegt? Erklärt uns warum…
    Ken: „Die Strecken, die ich am meisten mag sind Spa, der Red Bull Ring in Österreich und Schleiz. Es gibt nicht wirklich eine Strecke, die ich nicht mag.“
    Enrico: „Da sind wir uns ähnlich, genauso wie bei unserer Lieblingsstrecke. Auch ich mag Schleiz, da dies eine Naturrennstrecke ist und sie nicht auf einer Tafel gezeichnet wurde. Es geht bergauf und bergab und es gibt viele Kurven.“

    Welche Stärken machen Dich und Deinen Fahrer/Beifahrer aus?
    Ken: „Zu den Stärken meines Beifahrers zählt, dass er genau das macht was er sagt. Enrico ist der beste Beifahrer den ich je hatte. Wir kommunizieren sehr gut als Team und es funktioniert wirklich sehr gut, einfach perfekt.“
    Enrico: „Wir verstehen uns blind während der Fahrt. Ich weiß genau was Ken vor hat. Auch in schwierigen Situationen, wie zum Beispiel mit Slicks im Regen, kann man sich auf ihn verlassen und wir sind trotzdem schnell unterwegs.“

    Was können Eure Kontrahenten 2017 von Euch erwarten?
    Enrico: „Wir werden probieren wieder vorne mit dabei zu sein und hoffentlich wieder viele Punkte einfahren.“
    Ken: „Das Ziel für dieses Jahr ist es erneut die F2 Meisterschaft zu gewinnen!“


    Ihr wollt wissen, wie es in der vergangenen Saison bei den Teams lief? 

    Mehr zur Sidecar Trophy findet Ihr HIER.

    Text und Fotos: Doreen Müller

     

     
     

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