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Talk for Two in Jerez: Matthias Meggle und Kevin Orgis über ihre ersten Eindrücke im Red Bull Rookies Cup

 

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Das MotoGP- Wochenende in Jerez de la Frontera war die Premiere beim Red Bull Rookies Cup für Matthias Meggle und Kevin Orgis. Über den Dächern des Fahrerlagers blieb am Ende eines langen Rookies-Tages noch etwas Zeit für ein Gespräch mit den beiden Nachwuchspiloten, über ihre Eindrücke in Jerez und ihre Erfahrungen mit der Doppel-Rolle Red Bull Rookies Cup und ADAC Northern Europe Cup.

Seid ihr beiden schon einmal in Jerez gewesen? Vielleicht auch zur MotoGP oder einer anderen Meisterschaft?
Kevin: „Ja wir waren schon einmal zum Testen hier, aber noch nie zur MotoGP oder so. Der Vorsaison-Test in Jerez war allerdings für uns auch bereits eine neue Erfahrung, denn wann hat man schon mal die Gelegenheit bis ganz in den Süden von Spanien zum Testen zu fahren.“

Habt Ihr zwischenzeitlich auch schon andere Fahrer aus der MotoGP/Moto2/Moto3 getroffen?
Kevin: „Wenn man durchs Fahrerlager läuft, trifft man immer wieder Fahrer und das ist echt cool. Früher hat man zu Ihnen aufgeblickt und sie waren unerreichbar und jetzt sind wir hier. Das ist jetzt schon eine komplett neue Sache. Aber der Zeitplan ist schon echt straff und man muss sich um sein eigenes Wochenende kümmern, damit man nicht die Konzentration verliert, da bleibt nicht ganz soo viel Zeit.“

Matthias: „Es ist auf jedenfall eine Hammersache im Rahmen so eines GP´s unterwegs zu sein. Man hat natürlich viel zu tun, aber man sieht auch mal im Fahrerlager die Fahrer. Bei mir ist es so, dass ich mit dem Sandro und Jonas Kontakt halte, weil beide ja auch aus meinem Team sind.“

Nun gibt es viele Möglichkeiten sich auf so ein Wochenende vorzubereiten, besonders wenn man noch nicht so oft auf der Strecke gewesen ist. Wie schaut  es mit der Vorbereitung bei Euch aus?
Matthias: „Wir haben natürlich den Test gehabt und die Rennen der Jahre zuvor angeschaut. Am Donnerstag konnte ich dann mit Philipp Oettl auf der Strecke mitfahren. Er hat mich mit seinem Roller mitgenommen und hat mir ein paar Tipps geben.“

Kevin hakt ein: „Philipp hielt dann auch noch mal bei mir an und ich konnte auch noch einmal eine Runde mit ihm mitfahren. Es ist schon hilfreich Insidertipps zu bekommen und so bekommt man auch ein Bild im Kopf von jeder Kurve. Man geht dann im Rennen bzw. Training ganz anders ran wenn man die Strecke nochmal so gesehen hat und der Grundspeed ist dann schon wesentlich höher.“

Im Red Bull Rookies Cup seid ihr beide auf einer KTM RC 250 R unterwegs. Inwiefern ist die KTM für Euch anders zu fahren als die Honda, die ihr aus dem ADAC Northern Europe Cup gewohnt seid?
Kevin: „Im NEC fahren wir die 250ccm Honda. Die Umstellung auf die KTM ist schon schwierig aber machbar für mich. So alles in allem gefällt mir die KTM allerdings besser weil sie mehr ein Rennmotorrad ist. Man muss sie mehr zwingen dazu dass sie macht was man will und dann macht sie dies auch. Die Honda verzeiht einem mehr.“

Matthias: „Es ist schon eine große Umstellung für mich. Ich hatte im ersten Training so meine Probleme mit der Umstellung von Honda auf KTM. Die Honda ist einfacher zu fahren. Im zweiten freien Training konnte ich mich schon besser ans Motorrad gewöhnen und ich kam besser zurecht. Ich denke, ich brauche einfach mehr Praxis mit der KTM und wenn man auf dem Motorrad mehr fährt, kommt man da auch mehr rein.“

Gibt es für Euch noch andere Unterschiede zwischen den beiden Wettbewerben, außer die unterschiedlichen Bikes?
Kevin: „Letztes Wochenende in Assen sind wir mit der WSBK gefahren und hier jetzt mit der MotoGP, allein das ist schon ein Unterschied, weil hier viel mehr los ist und die Zuschauer vor allem in Spanien schon viel verrückter sind.“

Was meinst Du mit verrückter?
Kevin: „Na allein abseits der Strecke merkt man das. Wenn man danach nochmal irgendwohin geht, sind die einfach viel cooler drauf was man in Deutschland und Holland nicht so findet.“

Ist noch etwas für Dich anders zwischen Red Bull Rookies Cup und NEC?
Kevin: „Der zweite große Unterschied für mich ist, dass wir hier mehr Fahrtzeit hatten als im NEC und uns dadurch auch viel besser auf das Motorrad konzentrieren können und mehr daran arbeiten können um es zum Rennen perfekt abzustimmen.“

Was ist für Dich der größte Unterschied Matthias, abgesehen von den Bikes?
Matthias: „Der Hauptunterschied ist ganz klar das Niveau von den Fahrern. Hier im Rookies Cup ist schon ein höheres Niveau. Die weltbesten Nachwuchsfahrer sind hier unterwegs und auch das Umfeld ist extrem professionell. Auch das restliche Umfeld im Fahrerlager ist natürlich ein ganz anders, angefangen bei der Hospitality und dem ganzen drum herum.“

Wenn ihr Eure Erfahrungen in den beiden Wettbewerben mit drei Worten beschreiben müsstet, welche wären dies?
Matthias und Kevin gleichzeitig: „Oh das ist schwer. Hm drei Worte. Vielleicht effektiv, lehrreich und auf jeden Fall aufregend. In den vier Veranstaltungen, die wir hatten, haben wir bisher mehr gelernt als in der kompletten letzten Saison. Und man ist sehr viel unterwegs und sieht die vielen Länder, ein echt toller Nebeneffekt.“

Wie stehen Eure Freunde und Klassenkameraden dazu wenn ihr so viel unterwegs seid?
Kevin: „Viele sehen nicht was dahinter steckt. Im April bin ich gerade mal 6 Tage in der Schule. Und das ist natürlich ein Problem. Man kann ja nicht einen ganzen Monat Schule nachholen und da ist es schon wichtig, dass die Klassenkameraden das verstehen und das es kein Urlaub hier ist. Natürlich nehmen wir auch Schulaufgaben mit, gerade auf langen Flügen hat man viel Zeit was zu machen.“

Matthias: „Glücklicherweise passt es auch bei mir das ich von der Schule frei bekomme. Aber viele sehen nicht das man auf viele Sachen verzichten muss. Man kommt Sonntagnacht Heim nach so einem Wochenende und muss Montag direkt gleich wieder in der Schule und macht Mittwoch oder Donnerstag direkt gleich wieder los, da bleibt nicht so viel Zeit um was mit Kumpels zu machen. Das ist natürlich stressig. Man kann eben nicht alle mitnehmen.“

Text und Foto: Doreen Müller

 

 

 

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