• RTN
  • IDM
  • SV 650 Cup: Ole Bismark – Nach Unfall nochmal alles auf Anfang

SV 650 Cup: Ole Bismark – Nach Unfall nochmal alles auf Anfang

Kennst Du das Gefühl, wenn du etwas siehst oder hörst, riechst oder schmeckst? Dein Herz schlägt schneller, Dein Atem wird flacher und Du merkst wie eine innere Unruhe in Dir aufsteigt, Du kannst nicht sagen ob Dir heiß oder kalt ist. Du kannst nicht zuordnen ob dieses Gefühl gut oder schlecht ist, Dein Bauchgefühl sagt Dir dennoch klipp und klar dass Du mehr davon willst. Vielleicht sind es diese sogenannten Schmetterlinge im Bauch, die ich fühle wenn ich mit meinem Transporter in das Fahrerlager einfahre!

2017: Neues Jahr, neues Glück und der Weg für mich zurück auf das Motorrad und in die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft! Seit meinem Sturz, bei dem ich mir vor einem Jahr den Oberarmkopf gebrochen hatte, saß ich nicht wirklich viel auf dem Motorrad. Erst Anfang Oktober begann ich mit der Vollbelastung im Fitnessstudio.  Ich fühle mich Fit und bereit für den Angriff, jedoch schwirrt so einiges im Kopf mit während der Fahrt. 

Nach meinen ersten Stürzen war ich mir der Sache noch nicht bewusst, doch wenn Du ein mal richtig heftig abgeflogen bist, machst Du Dir im Unterbewusstsein schon Deine Gedanken. Aber dennoch möchte ich in diesem Jahr noch einmal durchstarten. Wo? Im SV650 Cup, oder wie die IDM es nennt Twin 700 Cup und natürlich auch beim diesjährigen Fischereihafen-Rennen am kommenden Wochenende.

Das erste Rennen nach meinem Unfall hatte ich jedoch bereits am Nürburgring vor 14 Tagen zu bestreiten und konnte dort im Qualifying P10 als Startposition ergattern. Damit war ich recht zufrieden, denn mit dem neuen Reifen fuhr ich das erste Mal und hatte somit noch nicht das Vertrauen welches ich benötigt hätte. Der erste Start in mein Auftaktrennen gelang mir überraschend gut, wenn man diesen mit meinen Starts aus dem letzten Jahr vergleicht. Und somit konnte ich mich eingangs der Mercedes Arena auf P5 setzen. Ich blieb dran und fuhr in der ersten Runde meine schnellste des gesamten Rennens. Zunehmend verschlechterte sich der Grip am Hinterrad und dadurch konnte ich die Pace nicht halten. Man muss auch erst mal wissen, dass die Medium-Mischung keine drei Turns aushält. Also wurde ich durchgereicht und fuhr zum Schluss 3 Sekunden langsamer als in der ersten Runde. Durch diverse Stürze vor mir kam ich nach einem einsamen Rennen auf P7 über die Ziellinie. Trotzdem hatte ich mein Zwischenziel erreicht: Ich bin sitzen geblieben und bin innerhalb der Top 10 ins Ziel gekommen.

Im zweiten Rennen holte ich mir von Herr Dunlop, einmal hinten einen neuen Reifen und erwischte wieder einen guten Start. Allerdings kam ich nicht so weit nach vorn wie beim ersten Rennen. dennoch hatte ich geniale Überholmanöver mit Kai-Uwe Lenz das es mir eigentlich egal war auf welcher Position ich gerade bin. Ich hatte endlich mal wieder Spaß an der Sache, die ich doch so liebe, oder ist das die falsche Einstellung?

Klar möchte ich meinen Sponsoren eine gute Leistung erbringen, jedoch geht das nicht ohne den Kopf frei zu haben. Diese Kopfsache ist nämlich nur der Anfang eines Rattenschwanzes. Denn mit einer mentalen Blockade fährt man verkrampft, der Unterarm wird stark belastet und Bremsen geht schließlich nicht so wie gewollt, auch die Gaskontrolle und Ausdauer gehen flöten. Also ist das wichtigste natürlich auch erstmal wieder mit Feuereifer ein Rennen bestreiten zu können und das tat ich! Zudem konnte ich einige Plätze gut machen und kämpfte mit Kai um P5.

Bis zur letzten Runde stand ich auf P5 und war mir meiner Sache sicher, als ich durch Armpump auf die Start-Ziel raus den Gashahn nicht komplett auf machen konnte! Obendrein ging der 6. Gang nicht auf Anhieb rein, also schob der erfahrene und mit allen Wassern gewaschene Rennfahrer Kai-Uwe Lenz rechts an mir vorbei und bremste so spät wie er das ganze Wochenende noch nicht gebremst hatte!

Er drückte mich in die erste rechts nach außen bis auf die Rastersteine raus, Ich lachte unter meinem Helm, weil ich der Meinung bin das dies Absicht war. Gut gespielt Herr Lenzer, doch als ich sah das Herr Plinke innen vorbei ging und den Lenzer attackiert war mit spaßen ein Ende. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, dass wir uns in der letzten Runde befanden. Ich suchte zwischendurch auf Start-Ziel die Rundenanzeige, doch ohne Erfolg.

Also ran an den Speck, nochmal alles geben, tief Luft holen und gaaaaanz spät auf die Bremse. Das dachten sich die beiden auch und ich konnte nichts mehr tun. Ludwig schaffte es noch am Lenzer vorbei in der letzten Kurve und somit landete ich wieder auf P7, doch diesmal mit deutlich mehr Spaß. Memo an mich: Sitzen geblieben, Top 10. Was ein geiles Wochenende!

Bereits am kommenden Wochenende steht nun mein nächstes Abenteuer auf dem Programm: meine Teilnahme am Fischereihafen-Rennen 2017! Schon im vergangenen Jahr wollte ich dort gern starten, doch ich habe mir lieber in Most die Schulter gebrochen. Doch vergessen wir das Ganze. Auf gehts nach Fishtown und auch nach diesem Event werdet Ihr wieder von mir hören!

    Text: Ole Bismark

    Fotos: Jörg Klöppner

     

    Tags:,

    Trackback von deiner Website.

    Kommentieren