STK1000 Assen: Heute im Streckentalk mit Jan Bühn

Bei strahlendem Sonnenschein unternahmen wir heute mit Superstock1000 BMW Pilot Jan Bühn die erste Fahrt auf “dem Bike”, um die Strecke zu inspizieren und uns die Tipps und Tricks aus Rennfahrersicht erklären zu lassen.Wir begannen die wilde Fahrt auf der Start/Zielgeraden und arbeiteten uns durch den ersten Sektor, welcher sich von der “Haarbocht” bis hin zum Ausgang “Strubben” erstreckte.

“Auf der Start/Zielgeraden kann man sich gut ansaugen und in der 90Grad “Haarbocht” Kurve innen vorbeibremsen. Hier muss man aber oftmals beim Ausgang aufpassen diesen optimal zu erwischen, da man sonst im Rechtsknick sofort ausgekontert wird. Linie halten ist also angesagt! In den ewig langen Rechtskurven “Madjik” und “Ossebroeken” lässt man sich etwas raustreiben, hier ist mit einem gut abgestimmten Motorrad das nächste Überholmanöver möglich, bis es zur ersten fiesen Linkskurve geht. Dort muss man das Motorrad rumtragen und den Ausgang richtig gut treffen, um den Speed für die Gegengerade zu finden. Auch hier ist in der Linkskurve im Stile eines “Blockpasses” das Überholen möglich. In diesem Abschnitt ist die Fahrbarkeit des Motorrades wichtig, dass man gut um die Kurven rumkommt, aber gleichzeitig auch Traktion am Hinterrad behält, speziell in der “Strubben”, um den Speed für die Gegengeraden zu haben. Wheelie Vermeidung ist berücksichtigen.”

Nachdem wir an dem Schild “Practice Start” auf der Geraden “Veenslang” vorbeifuhren, kamen wir in den zweiten Sektor. Dieser zeigte die Kurven “Ruskenhoek” und “Stekkenwal” auf. Hier sah man, dass es langsam schnell wurde auf der Strecke!

“Im zweiten Sektor ist die “Ruskenhoek” anders aufgebaut als in der IDM. In der IDM war die Schikane enger, während man in den WM Klassen wohl mit deutlich höherem Kurvenspeed hier durchfährt. Die Art Gegengerade kommt man im 6. Gang an, das sieht spaßig aus und wird fetzen! In der langen Links schaltet man vermutlich zwei Gänge runter. Hier ist das Gefühl für das Vorderrad wichtig, um den Schwung mitzunehmen und die Linie so fahren zu können wie man das möchte.”

Im Windschatten der Fußgänger ging es danach in den kurvigen und für Jan Bühn “schönsten Streckenabschnitt”, wie er sagt. Hier besteht der Abschnitt aus den schnellen überhöhten Kurven “De Bult”, “Mandeveen”, “Duikersloot” und Meeuwenmeer”.

“Das Ganze hier ist sehr flüssig und Ausgangs von “Duikersloot” ist es extrem wichtig ordentlich rauszubeschleunigen. Gerade mit unseren Reifen die schnell abbauen wird es wichtig sein den Wheelspin so gering wie möglich zu halten, um für die zweite Gegengerade “Hooge Heide” gewappnet zu sein. Überholen kann man hier ganz gut in der Rechtskurve “Mandeveen”, nachdem man sich vorab in der Linkskurve “de Bult” weiter rausgetragen lassen hat.”

Nun ging es für uns in den letzten Sektor. Hier wurden in der Vergangenheit schon in etlichen Rennen Geschichten geschrieben! Sei es Marquez vs Rossi, Sofuoglu vs Cluzel und und und. In der berühmten “Geert Timmer Bocht” nach “Ramshoek” will es jeder noch mal wissen und probiert sich entweder innen vorbeizubremsen oder noch mal Schwung zu holen für die Start/Zielgeraden.

“Also die letzte Schikane ist natürlich bekannt dafür, dass in der letzten Runde noch viel passiert. Nach der langgezogenen Links kann man sich hier natürlich noch mal schön innen reinbremsen. Ich denke da wird es in der letzten Runde noch abgehen, egal in welchem Rennen. Beim Motorrad ist ein schneller Richtungswechsel wichtig. Die lange Linkskurve davor macht mit 200km/h auch richtig Spaß zu fahren. Mein Rezept für die Schikane: Wenn ich vorne bin im Zweikampf muss ich innen zumachen!”

Danach ging es für uns auf die Zielgerade und es war überrschaschenderweise unser Fotograf Dominik, der im Schlussspurt die Ziellinie als Erster überquerte! Danach ging es für uns zurück an die Boxen zur Auswertung der Daten. Wir danken Jan recht herzlich und wünschen ihm natürlich für Assen ein besseres Ergebnis, als in Aragon, wo er leider stürzte.

Text: Sebastian Lack

Fotos: Dominik Lack

 

 

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