Spielberg-GP: Folger „Fehler sollte uns nicht mehr passieren“

Jonas Folger kommt nach einem positiven Brünn-Test nach Spielberg. Der Deutsche hatte zuvor ein schwieriges Rennen, da sein Team während des Motorradwechsels die Ersatzmaschine nicht einsatzbereit hatte. Wir haben uns in Österreich mit Folger getroffen.

 

Jonas, habt Ihr nach dem Problem in Brünn den Vorfall in der Boxengasse ordentlich aufarbeiten können?

Wir haben immer vor und nach dem Rennen ein Meeting, in dem wir das besprechen, was falsch gelaufen ist. In Brünn war das ja nicht zu übersehen. Der Fehler von dort sollte uns jetzt nicht mehr passieren. 

Hat das irgendeinen Einfluss auf zukünftige Flag-to-Flag-Rennen für Euch?

Jein, es ging ja hauptsächlich um die Verständigung und dass die Kommunikation bei uns nicht so optimal war. Ich hatte gedacht, dass ich ein trockenes Bike für die zweite Rennhälfte habe, obwohl das nicht der Fall war. Man muss vorher einfach genau absprechen, was ich für ein Motorrad in der Box stehen habe. Ich war das erste Mal in der Situation und habe das nicht so richtig hinterfragt. In Zukunft geht es also einfach darum, dass wir uns ein bisschen besser verständigen und dass sich jeder im Klaren ist, wie wir das Rennen angehen. 

Beim Test hast Du ein ziemlich positives Fazit gezogen bezüglich der Front. Wie wirken sich die Veränderungen genau aus?

Die Front ist immer am wichtigsten und das Gefühl für den Vorderreifen hat oberste Priorität. Ansonsten braucht man erst gar nicht anzufangen am Grip zu arbeiten. Was wir in Brünn am neuen Chassis entdeckt haben ist, dass wir damit mehr Turning haben, sprich, dass ich die Linien in der Kurve schneller fahren kann. Dadurch kann ich das Motorrad besser aufrichten und infolgedessen Reifen sparen. Zwar müssen wir auf der Bremse etwas einstecken, weil das Chassis nicht ganz so steif ist, aber das können wir sicher mit der Fahrwerksabstimmung wieder kompensieren. Das war der springende Punkt um zu entscheiden, dass wir den Rest der Saison mit dem neuen Chassis arbeiten.

Den Test hattet Ihr auf einer Strecke, die viel Platz bietet und sehr flüssig ist. Startet Ihr trotzdem 

Das Team hat natürlich die Informationen aus dem letzten Jahr und wie man da gearbeitet hat, aber davon abgesehen starten wir immer mit dem Setting vom vorigen Rennen. Was die Bremspunkte angeht, müssen wir erstmal schauen, wie sich das Bike mit dem neuen Rahmen verhält. Spielberg ist offensichtlich eine Strecke, die der Yamaha nicht so liegt. Andererseits war Vale letztes Jahr auch nur drei Sekunden vom Podest weg. Ducati war letztes Jahr einfach sehr stark. Ich mache mir darüber aber gar keine Gedanken, denn Fakt ist: Wir haben ein besseres Motorrad, eine bessere Kurvenlage und das werden wir ausnutzen.

Michelin bringt hier an die Strecke wieder einen asymmetrischen Hinterreifen. Siehst Du das als sinnvoll an?

Sicher. Wir haben hier sehr viele Rechtskurven. Ich kenne das zwar erst seit diesem Jahr, aber was ich seit Saisonbeginn an Erfahrungen mit dem asymmetrischen Hinterreifen gesammelt habe, war durchgehend positiv. Das ist von Michelin absolut die richtige Entscheidung. Spielberg ist da echt ein Extremfall, weil die rechte Flanke so stark beansprucht wird. Ohne den asymmetrischen würde es wahrscheinlich gar nicht gehen. 

Magst Du die Strecke zum Abschluss noch ein bisschen erklären?

Man hat zunächst einmal viele Geraden, auch nach der ersten Kurve. Da ist es wichtig den Schwung mitzunehmen und dann einfach den Kilometer auf der Geraden Zeit gut zu machen. Dann haben wir die zweite Kurve, die anzubremsen mit der MotoGP-Maschine extrem schwierig sein dürfte, weil man da einen unglaublichen Speed drauf hat und bis etwa 50 km/h herunterbremsen muss. Da ist das Thema Bremsstabilität entscheidend. Mit dem neuen Chassis wird das interessant. Danach geht es eher in einen flüssigen Teil ab Kurve 3 bis zum Infield. Da ist eher „kurz bremsen und Bremse lösen“ angesagt. In den letzten Kurven ist man dann auch wieder sehr schnell. Der Hauptcharakter der Strecke liegt also darin, dass der erste Teil eine Stop-and Go-Sache ist und es dann flüssig wird. Mich hat letztes Jahr der Grip sehr beeindruckt. Ich würde sagen, dass der Asphalt hier der beste des ganzen Kalenders ist. Ich bin sehr gespannt, wie der Grip mit den Michelin-Reifen ist. 

 

Text: Dominik Lack

Foto: Maik Manther

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