Sidecar WM: Schlosser/Hofer triumphieren bei Speedweek-Hitzeschlacht

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Nicht nur bei den Temperaturen zur German Speedweek ging es heiss her auch auf der Strecke lieferten sich die Piloten heisse Gefechte und schenkten sich dabei keinen Millimeter! Schlosser/Hofer dominierten wie bereits in den Tagen zuvor und meldeten sich mit einem Sieg ganz oben auf dem Treppchen zurück, sowohl im ersten wie im zweiten Anlauf gingen die Schweizer vom Start weg klar in Führung.

Zunächst musste das Rennen jedoch nach nur vier Runden mit roter Flagge abgebrochen werden, nachdem Smits/Verhagen am Ende Start-Ziel mit ihrem Gespann in die Streckenbegrenzung eingeschlagen waren. John Smits signalisierte sofort, das es ihm gut ginge, bei Beifahrer Jeffrey Verhagen dauerte es eine Weile bis auch schliesslich für den Niederländer eine Entwarnung kam. Nach einer kurzen Unterbrechung wurde das Sprintrennen schliesslich neu gestartet. Paivärinta/Kainulainen nutzen die Pause um nochmal frische reifen aufzuziehen. Gegen die Top 2 – Teams Schlosser/Hofer und Reeves/Cluze hatten die Finnen jedoch keine Chance.

Wie bereits beim ersten Start kamen Schlosser/Hofer beim Start sehr gut weg und versucht von Beginn an Meter gut zu machen, Reeves/Cluze wollten die Schweizer jedoch nicht ziehen lassen und blieben dicht an dem gelb-schwarzen Gespann dran. Dahinter hatten Paivärinta/Kainulainen ihre Mühe das Tempo der beiden mitzugehen, zwar gelang es ihnen immer wieder kurzzeitig heranzukommen, jedoch mussten sie immer wieder abreissen lassen. An den Finnen dran kamen Delannoy/Rousseau zwischenzeitlich immer wieder in Schlagdistanz, wurden Pavärinta/Kainulainen jedoch nicht ernstlich gefährlich und holten sich mit 4,6 Sekunden Rückstand Platz 4.

Im vorderen Mittelfeld spielten sich zwischen Streuer/Daalhuizen, Holden/Wilkes und Birchall/Birchall besonders enge Dreikämpfe ab. Zunächst konnte sich John Holden gut in der Dreiergruppe behaupten und gegen den letztjährigen Weltmeister Bennie Streuer und die Brüder Birchall durchsetzen. Die Birchalls stachen jedoch immer wieder in die Gruppe rein und liessen sich keine Chance entgehen sich vor Streuer/Daalhuizen zu setzen, Bennie Streuer gelang es immer wieder zu kontern. Auch Holden/Wilkes konnten bis zur letzten Runde ihre Verfolger hinter sich halten, vor Start-Ziel wurden sie jedoch von Streuer/Daalhuizen noch überholt. Ben und Tom Birchall kamen als Gesamtsiebte ins Ziel und holten sich damit den Sieg in der Klasse der F2 Sidecar World Trophy.

Auf Gesamtplatz 8 erreichten Mike Roscher und Anna Burkhard das Zeil, gefolgt von Dichamp/Peugeot und Gray/Christie auf 9 und 10. Denise Werth, die mit Fahrer Peter Schröder ihr erstes WM-Rennen bestritt, überquerten auf Position 11 liegend die Start-Ziel-Linie. Dem LCR Suzuki Gespan mit der Startnummer 5 fehlte dabei 0,677 Sekunden zu Gray/Christie. 

    Auch Grabmüller/Kirchhofer hatten kein einfaches Sprintrennen zu bewältigen. Isle of Man-Teilnehmer Michael Grabmüller ging beim Restart von Platz 14 aus ins Rennen, kam nicht gut vom Fleck und hatte im Anschluss mehrere Duelle zu bestehen. Neben Brunazzi/Rigondeau (F1) , Rutz/Fries (F1) und Talens/Moes (F1), setzten sich die Österreicher auch gegen ihre Landsmänner Kimeswenger/Billich (F1) durch und sicherten sich als Gesamt Zwölfte den zweiten Platz in der F2-Wertung. Das Podium der 600er Gespanne komplettierten schliesslich Eckart Rösinger und Beifahrer Steffen Werner.

    Bachmaier/Wechselberger hatten im Sprintrennen kein Glück. Nach Restart erwischt es die beiden Österreicher nachdem das Gespann mit der Nummer 7 in sie rein gefahren ist. Auch Peter Kimeswenger und Markus Billich beendeten das Sprintrennen nicht, Beifahrer Billich klopfte zum Ende des Rennens ab, da er vermutete das der Beiwagenreifen Luft liess. 

    Einzelne Stimmen aus dem Rennen:

    Markus Schlosser (Sidecar World Championship, Sprint P1)
    „Es war perfekt, besser geht es nicht. Wir kamen vom Start so weg wie wir wollten, damit wir vorn es etwas kontrollieren. Tim hat aber alles versucht und hat schon gebissen, das habe ich ihm auch danach gesagt. Es war auch für mich schwer, dass ich kein Loch offen liess weil er kommt in jedes Loch rein, aber es hat funktioniert. Und ich wusste, wenn wir zwei Runden überstehen, dann schaffen wir es. Und morgen müssen wir schauen, die Technik muss eben auch bis zum Schluss funktionieren aber sonst bin ich heute noch besserer Dinge als vorher, denn auf die Distanz sind wir noch schneller und Pekka muss sich das, was ihm geschenkt wurde nun noch ein bisschen erarbeiten, wenn er den Titel möchte.“

    Tim Reeves (Sidecar World Championship, Sprint P2)
    „Nein wir sind nicht zufrieden. Wir wollten dieses Rennen gewinnen. Allerdings hat es mit diesem Bike nicht gereicht. Der Motor zusammen mit dem Chassis passen nicht so gut zu der Charakteristik dieser Strecke. Wir haben alles versucht, aber es passte einfach nicht. Nun müssen wir eben schauen, wie es morgen aussieht. Wirklich verändern müssen wir allerdings nicht, denn wir hatten schon genug Zeit auf der Strecke. Wir haben das beste Setup, was man hier finden kann. Mehr geht nicht. Der Motor ist so aggressiv, dass die Reifen hinten schon nach fünf Runden fast keinen Grip mehr haben. Shit happens.“

    Michael Grabmüller (Sidecar F2 World Trophy, Sprint P2, Gesamt P12)
    „Bei uns war wie immer der Start leider nicht so gut, war dann natürlich schwierig da wir soweit hinten waren an den 1000ern vorbeizukommen und wir vorn wieder angestanden sind beim 1000 war zack wieder der nächste da. Dann wie man da vorbeigekommen sind, haben wir dann unsere Rundenzeiten fahren können. Für uns ist dann Morgen angenehmer die zwanzig Runden zu fahren, denn das Schaffen viele konditionell nicht, ist für uns aber einfacher. Der Unterschied ist jedoch dennoch da zwischen 600er und 1000er, aber sonst sind wir zufrieden.“

    Nach dem ersten Blick aufs Gespann gab es auch im Team Bachmaier Entwarnung und Lichtblicke für das morgige Hauptrennen, Günther Bachmaier (Nicht gewertet): „Wir können es auf jedenfall reparieren, müssen aber sicher eine Nachtschicht einlegen. Speziell die Verkleidung hat mehr abbekommen. Beim Fahrzeug selber, das Fahrwerk hatte ich zunächst befürchtet, dass es die Gabel erwischt hat, aber da ist glücklicherweise nichts dran es hat mehr die Seite beim Auspuff erwischt, dass lässt sich alles wieder ausbiegen und wir werden auf jeden Fall fahren können.“ 

    Die Gesamtübersicht der Ergebnisse Sidecar World Championship und Sidecar World Trophy findet Ihr HIER.

     

    Text: Doreen Müller

    Fotos. Christoph Siegel

     

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