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Sidecar WM: Finale – Die WM-Krone bleibt fest in Birchall´s Hand


Das letzte Rennen der FIM Sidecar World Championship wurde mit Hochspannung erwartet. Würden Tim Reeves und Mark Wilkes die Siegesserie der LCR-Gespanne unterbrechen können und zum ersten Mal ein Adolf RS Gespann den WM-Titel holen oder sind letztlich Pekka Paivarinta und Jussi Veravainen die triumpierenden Sieger, weil sich an der Spitze das die Duellanten gegenseitig ausstachen?

Als die Startampel um 17:25 Uhr schließlich erlosch, versuchten die Birchall Brüder an der Spitze direkt Meter gut zu machen. Doch Reeves/Wilkes blieben an den Landsmännern dran und hingen die ersten Runden mt 0,2 Sekunden Rückstand förmlich am Heck der TT-Sieger. Pekka Paivarinta und Jussi Veravainen wurden indes von Bennie Streuer und Kevin Rousseau in Schach gehalten und bedurften dort einiger Runden um an ihnen vorbei kommen zu können. Bereits im Vorfeld machte der finnische Gespannpilot seine Strategie klar, die da hieß – an der Sitze seine zwei Kontrahenten machen lassen und sich geschickt raus halten und den passenden Moment zu erwischen. Ob diese Strategie sich auszahlen sollte, zeigte sich hier jedoch erst in der zweiten Rennhälfte.

Somit glaubten die Zuschauer fest an ein langanhaltendes, spannendes Duell zwischen den Top 2-Teams Birchall/Birchall und Reeves/Wilkes. Ben Birchall zog noch einmal mächtig am Kabel und legte mit 1:31er Rundenzeiten gut vor. Reeves/Wilkes versuchten mit zuhalten. Doch bereits nach 4 Runden ließen Tim Reeves und Mark Wilkes etwas abreißen, zwei Runden später rollte das Duo schließlich mit technischem Schaden in die Box. Der Traum vom WM-Titel war damit vorbei!

Reeves/Wilkes wollten für das WM-Finale nichts dem Zufall überlassen und hatten nach ihrem Doppelnuller in Rijeka erfolgreich beim Finale der BSB in Assen teilgenommen. Doch diesmal war es nicht der Motor, der das Duo im Stich ließ. Die Hinterradachse hielt der Belastung nicht Stand und brachte Reeves/Wilkes um die mögliche Titelchance.

Ben und Tom Birchall zogen derweil an der Spitze konstant schnell ihre Runden. Mit knapp 15 Sekunden Vorsprung auf ihre Kontrahenten konnten das Duo schließlich auch etwas Speed herausnehmen. mit 1:33er Spitzenzeiten blieben sie dennoch das schnellste Gespann im Feld. Auf Position 2 hatten sich zwischenzeitlich Pekka Paivarinta und Jussi Veravainen gegen Streuer/Rousseau durchgesetzte und nutzten die freie Fahrt voraus um Boden gut zu machen.

Pekka Paivarinta wurde Runde für Runde schneller, jedoch langte dies nicht aus um den Birchalls noch gefährlich werden zu können. Zu groß war bereits der Vorsprung an der Spitze und so nahm der Finne zum Rennende ebenfalls wieder etwas die Hand vom Gas und fuhr sicher dem zweiten Platz entgegen. Auch Bennie Streuer und Kevin Rousseau auf Rang 3 liegend konnten sich ihrer Sache sicher sein. Hinter ihnen war ebenfalls eine große Lücke aufgegangen, auf Platz 4 folgten dort schließlich Lukas Wyssen und Thomas Hofer, die sich mit Michael Grabmüller und Sebastien Lavorel über die gesamte Renndistanz ein spannendes Duell lieferten.

Die Delta Racing Piloten hatten deutlich ihre Stären zum Ende der Start Ziel Geraden und waren in der folgenden Hasseröderkurve immer wieder dicht an den Schweizern dran, Lukas Wyssen ließ den Beiden jedoch keine Lücke um durchschlüpfen zu können, so dass Grabmüller/Lavore sich  nach einem tollen Kampf mit Platz 5 zufrieden geben mussten. Dahinter folgten Sam und Adam Christie auf Platz 6.

Peter Kimeswenger und Jens Lehnertz zeigten sich nach Zieleinlauf ebenfalls mit dem siebten Rang zufrieden, mehr war nach eigenen Aussagen für die Gespannpiloten des MRSC Gunskirchen nicht drin. Kimeswenger/Lehnertz lagen mit den Estländer Pärm/Meius im Zweikampf bis diese mit technischem Defekt in Runde 17 ausschieden.

Das Schlußlicht bildeten Janez Remse und Yeti Wechselberger. Auch hier hatte die Defekthexe ihre Finger im Spiel und sorgte dafür dass Remse/Wechselberger vorzeitig in die Box rollten. Wie sich herausstellte machte die Gaselektronik nicht was sie sollte und sorgte dafür, dass Janez Remse abwechselnd mit Vollgas bzw. fehlendem Gas zu kämpfen hatte. Das Duo fügte sich nach einem kurzen Checkup in der Box wieder ins Renngeschehen ein und wurde mit 3 Runden Rückstand als Achte abgewunken.

Laufsieger und damit Seitenwagen Champion 2018 wurden erneut Ben und Tom Birchall! Mit 20,111 Sekunden Vorsprung überquerten die Briten jubelnd die Start-Ziel-Linie. Auch für Pekka Paivarinta und Jussi Vervainen zahlte sich die anfängliche Zurückhalte-Taktik aus. Mit Platz 2 in Oschersleben schnappten sich die Finnen den Vize-Weltmeistertitel und verwiesen Tim Reeves und Mark Wilkes in der WM-Gesamtwertung auf Rang 3!

Text und Fotos: Doreen Müller-Uhlig

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