Sidecar WM: Ein spezielles Geburtstagsgeschenk für Tim Reeves!

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„Es ist zu Ende, wenn es zu Ende ist.“ Ein Satz der am heutigen Rennsonntag leider dem Team Schlosser/Hofer zum Verhängnis wurde. Über das gesamte Wochenende dominierten die Schweizer in der Motorsportarena Oschersleben. Hochsommerliche Temperaturen schienen dem Duo nichts anzuhaben, für die, die Strecke zu einer ihrer persönlichen Favoriten zählt. Bereits im gestrigen Sprint holten sich Schlosser/Hofer den Sieg und liessen die Konkurrenz sauber stehen. Als Sieger des Hauptrennens triumphierten letztlich jedoch Geburtstagskind Tim Reeves und Beifahrer Gregory Cluze!

Auch beim Start zum Hauptrennen lief alles noch nach Plan für die WM-Zweiten. Schlosser/Hofer setzten sich Runde um Runde von Reeves/Cluze ab und holten sich einen sicheren Vorsprung von mehreren Sekunden heraus. Tim Reeves und Gregory Cluze hatten keinerlei Chance an das Schweizer Duo heran zukommen und mussten indes ihre Position gegen Paivärinta/Kainulainen teilweise hart verteidigen. Pekka Pavärinta hatte zeitweise bessere Chancen als im vortägigen Sprint an die Briten aufzuschließen und versuchte immer wieder an bestimmten Abschnitten, wie der Hasseröder-Kurve Reeves zu attackieren. Reeves hatte seine Mühe die Finnen hinter sich zu halten und drückte Paivärinta immer wieder nach aussen, die WM-Führenden blieben jedoch hartnäckig an der 77 dran. 

Zu Mitte des Rennens begannen jedoch die Überrundungsmanöver, welche Reeves zu pass kamen. Während die Briten gut durchs Feld kamen, hatten Paivärinta/Kainulainen ihre Mühe mit Axelsson/Neilands und mussten abreissen lassen. Dies nutzten Reeves/Cluze um wieder an Tempo zu zulegen, der Rückstand zu Schlosser/Hofer betrug da schon mehr als 11 Sekunden. 

Spektakulär ging es auch im hinteren Teilnehmerfeld zu. Grabmüller/Kirchhofer erwischten wieder einen schlechten Start, fielen mehrere Plätze zurück und fanden sich bei den 1000er Gespannen Brunazzi/Rigondeau, Kimeswenger/Billich und Talens/Moes wieder. Runde für Runde arbeitete sich Grabmüller jedoch weiter nach vorn. Nachdem auch Brunazzi/Rigondeau geschafft waren, brachte Grabmüller einige Meter zwischen sich uns seine Verfolger und legte Runde für Runde zu. Zunächst sah es auch so aus als könnten die Österreicher noch Rutz/Fries einfangen, letztlich fehlten ihnen dazu  jedoch mehr als 7 Sekunden.

Auch Holdens Beifahrer Mark Wilkes zeigte im Rennen grosses Geschick. Holden schien vor der Schikane nach Start-Ziel verbremst zu haben und geriet ins Schlingern, Beifahrer Wilkes konnte dies zunächst nicht abfangen, geriet kurzzeitig aus dem Beiwagen und konnte sich jedoch zurück an Bord ziehen. Bis dahin lagen Holden/Wilkes im Duell mit den Brüdern Birchall gut vorn. Mit dem Verbremser zogen die Birchalls an Holden/Wilkes vorbei, die dadurch zwei Plätze einbüßten. Auch Roscher/Burkard kamen so noch einen Platz weiter nach vorn.

  • Paivärinta/Kainulainen

    Paivärinta/Kainulainen

  • Rösinger/Werner (F2)

    Rösinger/Werner (F2)

  • Streuer/Daalhuizen

    Streuer/Daalhuizen

  • Brunazzi/Rigondeau

    Brunazzi/Rigondeau

  • Ben und Tom Birchall

    Ben und Tom Birchall

  • Kimeswenger/Billich

    Kimeswenger/Billich

  • Schlosser/Hofer

    Schlosser/Hofer

  • Holden/Wilkes

    Holden/Wilkes

  • Baker/Baker-Milligan (F2)

    Baker/Baker-Milligan (F2)

  • Grabmüller/Kirchhofer

    Grabmüller/Kirchhofer

  • Holden/Wilkes - Rösinger/Werner (F2)

    Holden/Wilkes - Rösinger/Werner (F2)

  • Delannoy/Rousseau

    Delannoy/Rousseau

    In der letzten Runde geschah dann das, womit keiner gerechnet hatte. Das Gespann von Schlosser/Hofer rollte in der Schikane aus und blieb schliesslich am Streckenrand stehen. Ebenso wie Schröder/Werth mussten nun auch die Schweizer ihre gute Position und damit den Sieg aufgrund eines technischen Problemes sausen lassen. Markus Schlosser berichtete nach dem Rennen schliesslich, dass der Motor ausgegangen sei und es vermutlich ein elektrisches Problem gegeben habe, WM Hoffnungen wolle er sich demnach keiner mehr machen.

    So war es nun an Reeves/Cluze, der sich nach 20 Runden den Sieg in Oschersleben holte, gefolgt von Paivärinta/Kainulainen mit 4,266 Sekunden Rückstand auf Platz 2. Das Treppchen komplettierten Delannoy/Rousseau, den Franzosen fehlten mehr als 10 Sekunden zur Spitze. Auf Position 4 überquerte der amtierende Weltmeister Bennie Streuer mit Gerard Daalhuizen die Start-Ziel-Linie. Die Brüder Birchall holten sich Platz 5 und damit erneut den Sieg in der Wertung der FIM F2 Sidecar World Trophy. Michael Grabmüller und Sophia Kirchhofer auf Gesamt Position 11 und Günther Bachmaier und Manfred Yeti Wechselberger auf Gesamt Position 15 komplettierten das Podium der 600er Klasse. 

    Einzelne Stimmen nach dem Rennen:

    Tim Reeves (FIM Sidecar World Championship, P1)
    „Ich geniesse den Sieg sehr und bedanke mich bei Markus für dieses grandiose Geschenk!“

    Kirsi Kainulainen (FIM Sidecar World Championship, P2)
    „Es war okay. Du weisst nie was passiert und man sollte nie aufgeben. Ich bin aber auch sehr kaputt, denn das Wetter an den ganzen Tag war sehr hart und auch die Strecke ist für mich sehr hart. Es war uns nicht möglich auf dieser Strecke das Bike gut zu Händeln. Die Strecke war etwas zu heavy.“

    Anna Burkhard (FIM Sidecar World Championship, P6)
    „Weil es so heiss war gingen wir nicht so schnell in die Rennen, um auch die Reifen zu schauen, damit wir wenigstens konstante Rundenzeiten fahren konnten. Das ging auf der Plan und hat sich Holden verbremst und wir konnten aufschliessen, ihn überholen und den Platz halten. Mehr war nicht drin hier. Für die Distanz, die Hitze, da muss man froh sein dass alles gehalten hat und nichts kaputt geht, denn da wird alles sehr, sehr heiss.“

    Mark Wilkes (FIM Sidecar World Championship, P7)
    „Wir haben zu weit hinter der Markierung gebremst und John ging weit, vielleicht etwas zu weit und das Gespann brach nach links aus und es schleuderte mich raus. John konnte das Bike händeln und ich schaffte es wieder mich wieder zurück zu ziehen, nachdem ich schon halb draussen war. Es hat etwas im Arm gezogen aber ich bin okay. Es war gut, anstrengend aber gut. Definitiv nächstes Jahr wird etwas schneller. John fährt noch nicht so lange ein Bike, wie dieses. Normalerweise fährt er F2, ein kurzes Chassis und eine 600er Maschine, aber er wird in Zukunft aufholen. Es war erlebnisreich, vielen Dank!“

    Ben und Tom Birchall (Sidecar F2 World Trophy, P1)
    „Für uns ist es perfekt gelaufen. Es ist ein etwas hartes Jahr und schwer sich zu motivieren um das zu tun, weil es eine neue Klasse ist. Es gibt nicht soviel Konkurrenz für uns. Aber ich bin wirklich sehr glücklich allen zeigen zu können, was die neuen Bikes drauf haben besonders im Anbetracht des nächsten Jahres. Es war auch sehr unglaublich mit den 1000ern zu kämpfen, der hohe Kurvenspeed der 600er und der Topspeed der 1000er ist unglaublich. Danke an Louis Christen, Ralph Bonhorst und die FIM für diese Vision eine Championship in diese Richtung zu gestalten.“

    Michael Grabmüller (Sidecar F2 World Trophy, P2)
    „Es war ein heisses Rennen. Wir haben wie immer einen beschissenen Start gehabt, die werden immer schlechter. Bei der Sophie ist nach 8 Runden der Griff komplett locker gewesen, der war komplett weg, aber wir sind zufrieden. Wir haben noch einen zweiten Fehler gemacht und haben die Übersetzung gewechselt, sind nur das WarmUp gefahren damit und haben uns gedacht das geht damit, das war aber schwierig zum Fahren. Zufrieden sind wir dennoch.“

    Manfred Wechselberger (Sidecar F2 World Trophy, P3)
    „Heute war es gut, heute hat der Randalierer schnell nachgegeben. Es war relativ amüsant, weil wir ein F1 verfolgt haben – Axelsson – und dann haben wir immer mehr Abstand genommen zum nächsten F2, es war lustig, heiss war es. Das Moped war gut, wir konnten alles reparieren von gestern: Verkleidung, Auspuff und etwas am Schacht, war am Ende gar nicht so schlimm:“

     

    Text: Doreen Müller

    Fotos: Christoph Siegel

     

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