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Sidecar Trophy: Vater-Tochter-Duo Centner „Wenn nicht jetzt, wann dann?“

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Die Internationale Sidecar Trophy startete am Pfingstwochenende auf der traditionellen Strecke in Most in ihre Saison. Mit dabei das Vater-Tochter-Duo Wolfram und Nanett Centner. Wolfram Centner dürfte dabei vielen Szenekennern noch ein Begriff sein, denn der 49-jährige war viele Jahre bereits im Seitenwagensport aktiv und konnte sich zweimal den Titel des IDM Sidecar-Vizemeisters holen. In unserem Gespräch mit Tochter Nanett gingen wir der Frage auf den Grund, was die junge Radebeulerin dazu verleitete sich selbst in einen Seitenwagen zu setzen und warum sie in dieser Saison mit ihrem Vater Wolfram angreifen möchte.

Wir haben im Vorfeld nach „Nanett Centner“ im Internet gesucht und sind auf etwas interessantes über Dich gestossen. Du bist jahrelang im Rallye-Sport als Beifahrerin aktiv gewesen, wie kam es dazu?
Mein Vater ist früher schon Seitenwagen gefahren und hat sich aber selbst auch schon immer für den Rallye-Sport interessiert. Wir waren bei vielen Rallyes zuschauen und da wollte er es gern selbst als Fahrer probieren und ist so in diesen Sport eingestiegen. Anfangs war ich nur zum Daumen drücken dabei und hab mitgeholfen, mich hat dann selber auch die Leidenschaft gepackt und ich wollte das Ganze auch einmal ausprobieren und habe auch die Chance bekommen und ich muss sagen, es lief ganz gut.

Fährst Du aktuell auch noch ?
Ich fahre immer noch Rallye und möchte das auch weiter beibehalten. Mir macht dieser Sport soviel Spaß und ich hab da auch mein Herz daran verschenkt. Raphael Ramonat und ich sind auch immer in den Top Ten der Deutschen Meisterschaft und es macht einen heiden Spaß. Ich möchte das schon beibehalten.

Von den Vierrädern auf drei, wer kam von Euch auf die Idee? Dein Vater oder Du?
Die Idee kam von uns beiden, da wir wie gesagt auch schon jahrelang dabei waren und uns das immer noch fasziniert hat. Wir waren auch immer bei den Seitenwagen zuschauen, obwohl wir selbst nicht aktiv dabei waren. Und dadurch erklärt sich auch warum die Seitenwagen. Ich bin da aufgewachsen und meine ganze Kindheit hat sich darum gedreht, mich hat das schon immer fasziniert und dass ist auch der Grund warum ich das mit meinem Vater machen wollte, das Vertrauen und das wir das gemeinsam erleben können. Wenn nicht jetzt, wann dann. 

Was würde denn Dein Vater dazu sagen, wenn wir ihn fragen würden?
Mein Vater würde die gleiche Aussage treffen. Er meinte, wenn er nochmal anfängt dann mit einem kurzen Gespann und nicht mehr ein F1 wie früher und auch nicht mehr den Erfolgsdruck spüren, sondern einfach aus Spaß, dass wir was als Familie zusammen machen und uns Stück für Stück nach oben arbeiten und gemeinsam Zeit haben.

Dein Vater Wolfram verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung im Seitenwagenrennsport und ist zweifacher IDM-Sidecar-Vizemeister. Über wie viel Erfahrungen verfügst Du bereits in dem Bereich?
Das erste Mal war vor 10-11 Jahren als mein Vater das F1-Gespann hatte, haben wir in Most schon ein paar Runden gedreht und das zweite Mal erst im März in Frankreich in Val di Vienne und nun das dritte Mal.

Somit bist Du als Aktive noch recht neu. Wie hast Du Dich denn auf Deine erste Saison in der Sidecar Trophy vorbereitet?
Ich habe in den letzten Monaten mein Sportprogramm ziemlich umgestellt. Als Co-Pilot im Rallyesport braucht man schon Ausdauer und jetzt musste ich noch den Kraftsport mit rein nehmen und habe versucht die Körperteile zu trainieren auf die es ankommt, Oberschenkel, Beine, Arme, Hände, Oberarme und Bauch. Da habe ich in den letzten Monaten hart dran gearbeitet und habe mir auch Onboards angeschaut und mir versucht Tipps zu holen, wie dass die anderen Beifahrer machen, mir das technische eines Gespanns angeschaut.

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Was ist Dein erster Eindruck von der Strecke in Most und den Menschen im Fahrerlager der Trophy?
Die Strecke finde ich sehr schön, sie ist sehr schnell aber auch anstrengend für einen Beifahrer und ich denke da ist von allem was dabei. Das drumherum war sehr schön für uns, da wir uns gleich sehr gut aufgenommen gefühlt haben. Wir kennen noch viele von früher und da ist das wie ein Nachhause kommen für uns gewesen.

Wie hat sich das Wochenende in Most für Euch entwickelt und was hattest Du Dir als Ziel gesetzt?
Die Trainings haben sich sehr gut für uns entwickelt. Wir haben erstmal langsam anfangen und wollten das Gespann kennen lernen, da das ja der erste Ausflug für uns mit dem neuen Gespann war, da wir in Val die Vienne leider nur mit dem geborgten Gespann von Michael Grabmüller trainieren konnten. Unseres war noch nicht fertig. Es ist auch erst drei Tage vor Most fertig geworden und von daher mussten wir uns an das Gespann gewöhnen, ich musste mich an meine Griffe gewöhnen, wie ist die Fußstellung. Es hat sehr gut funktioniert. Wir konnten uns von Training zu Training steigern und sind für unsere Verhältnisse auch schneller geworden, das hat mich sehr gefreut und was mir wichtig ist, es hat eine Menge Spaß gemacht.

Du hast uns bereits im Vorfeld verraten, dass im ersten Rennen es auch gleichzeitig Deine ersten Erfahrungen mit dem Startprozedere waren. Wie hast Du den Start erlebt?
Ich war sehr aufgeregt. Das ist was ganz anderes als im Rallyesport, wenn die Ampel von rot auf grün geht und alle zusammen in die erste Kurve donnern. Wo es dann losging hat es eine Menge Spaß gemacht und ich hab dann die Aufregung bzw. Angst verloren und war konzentriert keine Fehler zu machen. Im Rennen konnten wir schon um Positionen mitkämpfen, was natürlich den Ehrgeiz entfacht hat. Es lief auch immer besser.

Ihr habt auf der Strecke eine gute Figur gemacht. In der letzten Runde kam jedoch dann ein Unfall Euch in die Quere und hat Euer Rennen beendet. Was ziehst Du daraus für Schlüsse für Dich?
Das Ende des Rennens hatten wir uns sicher anders vorgestellt. Wir sind froh das uns beiden nichts passiert ist, aber das Gespann wurde schon sehr in Mitleidenschaft gezogen, was sehr schade ist. Wir müssen nun schauen, dass wir das Gespann schnell wieder aufgebaut bekommen. Wir lassen uns aber nicht entmutigen und wollen so schnell wie möglich auf die Rennstrecke zurückkommen um weiter Testkilometer zu drehen und uns weiter zu verbessern. 


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Text: Doreen Müller

Fotos: Doreen Müller & Privatarchiv

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