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Sidecar Trophy: Stürmischer Trainingsauftakt an der Adria-Küste

An der malerischen Adria-Küste geht die Internationale Sidecar Trophy dieses Wochenende in die nächste Runde. Ähnlich wie im Vorjahr kündigten sich für das Adria-Race auch heuer wieder Gaststarter aus nah und fern an. Neugierig machte jedoch im Vorfeld nicht das Starterfeld, sondern der frische Asphalt, der nach mehr als 40 Jahren Einsatzzeit erst kürzlich frisch aufgezogen wurde. Zufrieden mit den Ergebnissen des Tages bereiten sich die Teams bereits auf den morgigen Renntag vor.

Der Freitag begann in Rijeka zunächst recht stürmisch. Starker Wind fegte über die Strecke und machte es den 21 Gespannen schwer sofort auf schnelle Zeiten zu kommen. Das erste Training verbrachten die Starter daher zunächst damit sich langsam an die Gegebenheiten heran zu tasten und den neuen Streckenbelag kennenzulernen. Zufriedene Gesichter waren nach den ersten 15 Minuten zu erkennen, auch wenn an der einen oder anderen Stelle die Bodenwellen gleich geblieben zu sein schienen.

Mit einer 1:38.585 machten Francesco Brutti und Francesco Ippoliti am Morgen den Auftakt. Für die Italiener ist das Automotodrom Grobnik quasi Heimstrecke. Pfeilschnell und sauber glitten Brutti/Ippoliti und Ozzimo/Zannarini um den Kurs. Aber auch Peter Gierlinger und Markus Billich sowie Adam Treasure und Brad Gorrie schienen sich sofort in Kroatien wohl zu fühlen. Die 4 Teams bildeten am Ende des Tages die vierschnellsten 1000ccm Gespanne in der Zeitenliste. Brutti/Ippoliti legten am Nachmittag noch mal zwei Sekunden zu, ihre Landsmänner Ozzimo/Zannarini hingegen konnten sich nicht noch mal verbessern und mussten das zweite Qualifying nach einem unglücklichen Zusammenstoß vorzeitig beenden.

Bei den 600ccm Gespannen waren es erneut das Team Zweirad Wirth, welche die schnellste Rundenzeit auf den Asphalt brachten. Nach weiteren Steigerungen im Laufe des Freitages lag das ostdeutsche Duo mit 1: 43.980 auf Gesamtrang fünf. Der Sekunden dahinter konnten sich Robbert van Kampen und Jarno Bouius auf Rang 6 schieben. Für die F1-erfahrenen Niederländer ist der kroatische Kurs Neuland mit 600ccm Motor. Nach anfänglichen Erkundungsrunden kamen Van Kampen/Bouius am Nachmittag auf eine gute 1:46er Rundenzeit. Auch die Gebrüder Siegel machten einen deutlichen Sprung nach vorn und verdrängten im Qualifying Ken Knapton und Enrico Roick von Platz 9  in der Gesamtwertung.

Strahlende Gesichter gab es auch bei Markus Schwegler und Steffen Rähder. Das Königswarthaer Team startet in diesem Jahr als einziges Gespann mit einem Ducati-Motor und konnte bisher auf keine Erfahrungen in Grobnik zurückgreifen. Nachdem im ersten freien Training der Transponder streikte und keine verwertbare Zeit aufgerufen werden konnte, fanden sich Schwegler/Rähder im zweiten Training in der Spitzengruppe wieder. Auch am Nachmittag gelang dem Duo eine weitere Steigerung. Mit 1:47.915 positionierten sich die Ducatisti schließlich auf Rang 6 in der Trophy 1000-Wertung.

Remy Gasche und Steffen Werner waren am Ende des Tages ebenfalls mit ihrem elften Gesamtrang zufrieden. Die Gespann-Enthusiasten platzierten sich damit Fünfundfünzigtausenstel vor Franz Kapeller und Josef Mühlecker aus Österreich.

Für LCR-Suzuki Pilot Gasche hieß es zunächst sich langsam an den Kurs heranzutasten. Nachdem im Vorjahr der Schweizer hier mit Katrin Meyer im Sprintlauf schwer verunglückt war, mussten erstmal alte Dämonen besiegt werden. Zusätzlich Motivation das Wochenende gut bewältigen zu wollen, stellte sicherlich auch die derzeitige Tabellenführung von Gasche/Werner, nach ihrem furiosen Auftaktsieg in Brünn, dar.

    Ebenfalls schauen ob zusammen alles gut funktioniert wollten Tomas Axelsson und Artis Neilands. Das schwedische Gespann kam jedoch nur auf wenig gezeitete Runden, nachdem sich am Morgen erneut der Motor verabschiedet hatte. Beifahrer Artis Neilands wirkte dennoch zufrieden. Kein Wunder, für den beim Frohburger Dreieckrennen vor anderthalb Jahren Verunfallten, ist das zweite Rennwochende der Sidecar Trophy die lang ersehnte Rückkehr auf die Beifahrer-Plattform. Mit 14 Sekunden Rückstand auf den Führenden und jeder Menge Arbeit am Gespann beendeten Axelsson/Neilands schließlich den Freitag.

    Neben den italienischen Gästen drehten auch Ilse de Haas und Ferry Segers fleißig ihre Runden. Für die Niederländer stellt der WM-Kurs eine willkommene Trainingsmöglichkeit dar um noch mehr Erfahrungen als Gespannpilotin zu sammeln. Als Beifahrerin ist De Haas der Kurs bereits aus dem vergangenen Jahr bekannt. Mit ihrer RCN Yamaha 1000 nutzte das Duo jede freie Minute aus um sich verbessern zu können. In der Gesamtwertung belegten de Haas/Segers mit 1:52.530 Platz 11 in der Trophy 1000-Wertung.

    Die Gesamtwertung in der Übersicht

    1

    Brutti/Ippoliti

    RSR Suzuki 1000

    1:36.554

    2

    Ozzimo/Zannarini

    LCR Suzuki 1000

    1:37.601

    3

    Treasure/Gorrie

    LCR Suzuki 1000

    1:37.854

    4

    Gierlinger/Billich

    RSR Suzuki 1000

    1:41.372

    5

    Wirth/Uhlig

    LCR Yamaha 600

    1:43.178

    6

    Van Kampen/Bouius

    LCR Suzuki 600

    1:46.387

    7

    Weekers/Moes

    Windle Suzuki 1000

    1:47.330

    8

    Schwegler/Rähder

    LCR Ducati 1200

    1:47.915

    9

    Siegel/Siegel

    LCR Kawasaki 600

    1:48.043

    10

    Knapton/Roick

    Baker Yamaha 600

    1:48.309

    11

    Gasche/Werner

    LCR Suzuki 1000

    1:48.393

    12

    Kapeller/Mühlecker

    RSR Suzuki 1000

    1:48.448

    13

    Medek/Kopecky

    Shelbourne Honda 600

    1:48.448

    14

    Baert/Mahl

    RCN Suzuki 1000

    1:49.270

    15

    Heck/Manz

    Shelbourne Suzuki 600

    1:50.367

    16

    Axelsson/Neilands

    ART Suzuki 1000

    1:50.629

    17

    Damaschke/Sabaschus

    Windle Yamaha 600

    1:51.959

    18

    De Haas/Segers

    RCN Yamaha 1000

    1:52.530

    19

    Sedlacek/Rozenekova

    ART Suzuki 1000

    1:58.306

    20

    Gloeden/Zimmermann

    LCR Honda 600

    2:01.333

    21

    Gusse/Maessmann

    LCR Yamaha 1000

    2:05.444


    Stimmen des Tages:

    Enrico Wirth (Zweirad Wirth, 600ccm)
    „Wir sind voller Erwartungen nach Rijeka gereist, insbesondere deswegen weil wir im vergangenen Jahr hier ziemliches Pech hatten. Nachdem uns im Goldrace 2017 ein Motor- bzw. Getriebeschaden ereilte, hoffen wir dass es dieses Jahr für uns besser läuft. Der erste Tag bot genug Möglichkeiten den neuen Asphalt kennenzulernen. Wir haben daher am Morgen erstmal geschaut wie die Gripverhältnisse sind und dann geschaut, wo wir uns verbessern können. Bis jetzt lief es ganz gut, wir sind sehr zufrieden, denn wir konnten uns in jeder Session steigern. Die Strecke ist schon einfacher zu fahren und es fällt allgemein leichter eine saubere Linie hinzubekommen. Am Nachmittag konnten wir dann noch mal Achtzehntel nachlegen und sind nun optimistisch für die drei Rennen, die am Wochenende anstehen.“

    Jarno Bouius (Roman Racing, 600ccm)
    „Wir haben unser Training gut aufgebaut. Nachdem wir am Anfang auch erstmal schauen mussten wie gut der neue Streckenbelag geht, konnten wir von Session zu Session uns steigern. Am Nachmittag haben wir noch mal zwei Sekunden gefunden. Wir haben einfach Gas gegeben und versucht später zu bremsen. Mit dem Asphalt sind wir allerdings nicht ganz happy, an manchen Stellen gibt es noch die gleichen Bodenwellen wie im vergangenen Jahr.“

    Christian Siegel (BMW Club Peuerbach, 600ccm)
    „Im Vergleich zum Vorjahr haben wir uns 4 Sekunden verbessert. Mit der 1:48er Zeit sind wir somit vollauf zufrieden. Vor dem letzten Turn haben wir noch Veränderungen am Fahrwerk vorgenommen. Durch die Bodenwellen lief das Gespann noch ziemlich unruhig, dass konnten mir mit Hilfe unseres Fahrwerktechnikers, der extra mit nach Rijeka gekommen war, beheben. Der Grip ist sagenhaft, wir kommen sehr gut zu Recht damit. Bei den Reifen haben wir uns für eine härtere Mischung entschieden und das geht tadellos. Wir hoffen dass wir morgen beim Start problemlos durchkommen.“

    Remy Gasche (Team Gasche, 1000ccm)
    „Zunächst einmal ist es ein tolles Gefühl als Meisterschaftsführende hier her zu kommen! Ich habe das dieses Jahr nicht erwartet. Ich habe allerdings hier am Anfang Mühe mit der Stelle wo wir den Crash letztes Jahr hatten. Da ist mir das Gas weggegangen, aber von Turn zu Turn ist es besser gegangen. Wir werden morgen das Beste geben um die Führung weiter zu behalten! Großes Lob muss ich meinem Beifahrer aussprechen. Ich fahre nun auch schon viele Jahre und kann sagen, dass ich noch nie einen besseren Beifahrer hatte. Steffen hört auf darauf was ich sage und er gibt mir auch Tipps, ich weiß dass er seine Arbeit macht und spüre ihn wo er sich befindet. Das macht es mir einfacher mich aufs Fahren zu konzentrieren. Für mich ist es optimal mit ihm! Mit Steffen an Board kann ich mir vorstellen noch eine Saison dran zu hängen. Auch Markus Schwegler kenne ich schon viele Jahre und ich rechne fest mit ihm als Konkurrent. Er ist ein fairer Fahrer und es macht viel Spaß gegen ihn zu fahren.“

    Markus Schwegler (Team Motorsport Königswartha, 1200ccm)

    Für uns war die Strecke noch absolutes Neuland! Ich selbst bin auch noch nie hier gewesen und musste erstmal alles kennenlernen. Leider ging unser Transponder heut Morgen nicht und wir hatten somit keine Zeit. Nun haben wir sicherheitshalber gleich 2 verbaut! Mit der Steigerung sind wir vollauf zufrieden. Wir konnten uns an Ken Knapton dran hängen und anschauen welche Linie er fährt, das hat uns viel Zeit gebracht und wir waren somit ganz vorn bei den Schnellsten in unserer Wertung.”

    Artis Neilands (Team Sweden, 1000ccm)
    „Ich fühle mich recht gut nach den ersten Runden, auch wenn wir nicht soviel zum Fahren gekommen sind, wie wir eigentlich wollten. Schmerzen verspüre ich keine. Ich schalte auch beim Fahren den Kopf aus und denke nicht darüber nach was passiert ist. Wir hatten hier ja schon mal einen schweren Unfall auf der Start-Ziel-Geraden. Daran denke ich auch nicht mehr, sondern konzentriere mich voll und ganz auf meine Tätigkeit als Beifahrer. Es liegt anderthalb Jahre zurück seit dem ich in einem Gespann saß, somit will ich mich auch erst mal langsam herantasten und vor allem morgen im Rennen schauen ob ich die Distanzen ohne große Probleme durchhalte und weiter Seitenwagen fahren kann.“

    Text und Fotos: Doreen Müller-Uhlig

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