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Sidecar Trophy Spielberg: IDM-Duo beweist mit Hattrick dass die Kiste läuft!

Nach einem ereignisreichen Samstag sollte der Rennsonntag nicht minder unspektakulär für die Seitenwagenenthusiasten in der Steiermark beginnen! Schon im Supersprint hatten die Gespanne wahrliches Glück, dass der Regengott doch ein Erbarmen mit ihnen hatte. Für die verbleibenden Wertungsläufe schien indes die Sache unklar. Bereits am Morgen begrüßte der Sprecher das Fahrerlager mit Meldungen zu einer unklaren Wetterlage. Ähnlich schwere Gewitter, wie bereits in der Nacht zuvor, wurden erwartet und die Unsicherheit stieg ob das Wetter aushält oder (k)ein Rennen mehr stattfinden würde.

Um den Schaden bereits im Vorfeld so gering wie möglich zu halten, entschied sich der Veranstalter dazu die Hauptrennen aller Klassen auf den Vormittag vorzuverlegen. Somit wurde statt dem zweiten Sprintrennen schon das Hauptrennen um 10:00 Uhr ausgetragen.

Das Hauptrennen

Bereits beim Start zeigte sich ein ähnliches Bild wie am Vortag: Joseph Sattler und Uwe Neubert zogen erneut allen davon und fuhren innerhalb weniger Runden einen beachtlichen Vorsprung heraus. Auch in diesem Rennen holten die beiden einen rasanten Start-Ziel-Sieg und triumphierten somit zum zweiten Mal auf dem Red Bull Ring! Auf den folgenden Plätzen war die Sache indes nicht so schnell geklärt, denn Schröder/Werth, Rutz/Fries und Ozimo/Zannarini lagen dicht beieinander.

Auch das WM-Gespann von Peter Kimeswenger und Jens Lehnerz machte bereits in der ersten Runde Meter gut und kam, nachdem sich das Feld etwas sortiert hatte, bis auf Position 5 vor. Doch gleich zu Beginn sorgte das lila-grünfarbige Gespann für eine Schrecksekunde bei den Zuschauern. Schnell wurde klar, dass es nicht Kimeswenger war, der sich in der ersten Kurve nach Start-Ziel um die eigene Achse drehte. Zwar stand dort das Vorjahresgespann des Österreichers  plötzlich auf der Ideallinie quer, pilotiert wurde es jedoch von Martin Laimer, der sich mit Beifahrer Markus Billich zum ersten Mal gemeinsam zeigte.

Es dauerte mehrere Sekunden bis die 1000er BMW wieder in Fahrtrichtung gebracht wurde, indes ging der Kampf um Platz 2 weiter. Schröder/Werth und Rutz/Fries setzten sich gegenseitig unter Druck. Die Italiener hatten ihre Mühe da noch mithalten zu können, kamen gewaltig ins rutschen und mussten schließlich abreißen lassen. Dahinter hatte sich das Fahrerfeld deutlich aufgezogen. Nur wenige Gespanne kamen in Angriffsnähe und somit konzentrierte sich das Hauptinteresse auf die vorderen drei Teams.

Rutz/Fries attackierten beinah pausenlos das dicht vor ihnen liegende Gefährt von Peter Schröder und Denise Werth. Jakob Rutz wirkte angesichts weniger Leistung chancenlos, doch das täuschte! Die Schweizer blieben hartnäckig und setzten Schröder/Werth unter Druck. Ende Start-Ziel setzte sich Rutz schließlich innen vor die 1000er Suzuki und übernahm den zweiten Platz. Der Vorsprung währte allerdings nur drei Runden, denn zu Rennende setzten Schröder/Werth zur Gegenattacke an und eroberten sich Platz 2 zurück.

Auch Enrico Wirth und Ronny Uhlig schienen nach dem Nuller am Samstag aufatmen zu können, bis ein Handzeichen von Beifahrer Ronny Uhlig erneut für Aufmerksamkeit sorgte. Das Dilemma vom Vortag schien sich nur drei Runden vor Schluß zu wiederholen. Wirth/Uhlig konnten sich bis dahin gut an ihrer Position behaupten und wie bereits bei den vorherigen Rennen einen guten Abstand zwischen sich und Knapton/Roick bringen. Doch aus der Remuskurve in Richtung Rauch-Kurve war wie auf Knopfdruck die Luft raus und die Yamaha wurde langsamer. Anders als im Supersprint konnte Enrico Wirth das Gespann auf Kurs halten. Der Sieg geriet so zwar außer Reichweite dennoch schaffte es das Team Zweirad Wirth sich als fünfte in der Trophy-Wertung ins Ziel zu retten und 11 Punkte mitzunehmen. Knapton/Roick profitierten von diesem erneuten Dilemma und triumphierten so zum zweiten Mal an diesem Wochenende über die volle Punkteanzahl in der Trophy-Wertung. Der 600er Gesamtsieg ging jedoch an die Gaststarter Michael Grabmüller und Sophia Kirchhofer, die sich im Dreikampf gegen ihre WM-Kontrahenten Bachmaier/Wechselberger und Kimeswenger/Lehnerz durchsetzten.

In der Trophy 1000 Wertung freuten sich diesmal Ozimo/Zannarini über den Sieg, gefolgt von Bereuter/Marklin und Van Kampen/Bouius, die mit diesen Punkten, den ebenfalls technisch geplagten Schweden Lundberg/Andersson in der Tabelle gefährlich nah kamen.

Die Ergebnisse von Rennen 2 in der Übersicht:

 

Das zweite Sprintrennen

Wie vorhergesagt zog pünktlich zur Mittagszeit eine Regenfront über die Steiermark und der Red Bull Ring wurde kräftig überspült. Der Großteil der Teams wechselte auf eine volle Regenbereifung. Wenige Minuten vor dem Vorstart war der Regen vorbei und der Reifenpoker konnte beginnen. Slicks oder Regenreifen belassen, die Wahl war nicht einfach. Der Großteil blieb bei der getroffenen Entscheidung und somit ging es mit 6 Gespannen weniger in die Startaufstellung.

Markus Heck und Rene Manz mussten sich nach unfallbedingtem Ausscheiden im Hauptrennen den letzten Wertungslauf leider abschreiben, während Ozimo/Zannarini, Rutz/Fries, Grabmüller/Kirchhofer, Leimer/Billich und Philipp Walz mit Freundin auf den Start verzichteten.

Wieder preschten Joseph Sattler und Uwe Neubert vor und bewiesen bereits zum dritten Mal an diesem Wochenende, dass sie die Defekthexe zum Teufel geschickt hatten. Für das österreich-sächsische Duo lief es perfekt. Die 1000er BMW lief reibungslos und bescherte dem PSV Wels damit den dritten Sieg – Hattrick geschafft! Ganze 25 Sekunden betrug der Vorsprung auf die Zweitplatzierten Schröder/Werth bei Zieleinlauf. Mit einer 1:54.969 heimsten sich Sattler/Neubert gleichzeitig die schnellste Rennrunde ein.

Aber auch Robbert van Kampen und Jarno Bouius erlebten einen tollen Start, ebenso wie Martin Schaffter und Gabriel Graber. Schröder/Werth hingegen verschliefen die Startphase gehörig und fielen so bis auf Position 8 zurück. Auch Enrico Wirth und Ronny Uhlig ließen es nach den vorherigen Ausfällen ruhig angehen und stellten sich auf Platz 9 am Feld an. Genau die richtige Entscheidung für das ostdeutsche Duo auf Sicherheit zu gehen, denn die Strecke war nach wie vor eine einzige Rutschpartie. Nur langsam tasteten sich die einzelnen Teams heran und suchten hier und da kleinere Lücken.

Die Schweizer hingegen gaben weiterhin, auf Rang 3 liegend, als schnellstes 600er Gespann in der Gesamtwertung Vollgas. Schon in Most bewiesen Schaffter/Graber eine klare Stärke bei nasser Strecke und schienen dies in Spielberg nun zu wiederholen. Der Vorsprung auf Günther Bachmaier schließlich reichte. Mit Platz drei nach Sattler/Neubert und Schröder/Werth holten sich Schaffter/Graber sowohl den 600er Gesamtsieg, wie auch die volle Punktzahl für die Trophy 600-Wertung. Knapton/Roick kletterten ebenfalls erneut aufs Podium. Platz 2 und 20 Punkte reichten aus um als neue Meisterschaftsführenden nach Hause fahren zu können. Mit Platz 3 und 16 Meisterschaftspunkten rutschen Enrico Wirth und Ronny Uhlig auf Tabellenplatz 2. Mit nur 9,5 Zählern Rückstand bleibt die Meisterschaft jedoch weiterhin bei den 600ern offen!

Auch Lundberg/Andersson mussten nach diesem Wochenende ihre Führung in der 1000er Klasse abgeben. Ebenfalls wie Wirth/Uhlig schien die Schweden-Maschine defektgeplagt zu sein. Lundberg/Andersson drehten außer Konkurrenz ihre Runden, konnten jedoch immerhin 11 Punkte ins Ziel retten!

Die Ergebnisse von Rennen 3 in der Übersicht:
 

Die Stimmen aus dem Rennen:

 

Valentin Marklin (Trophy 1000, Samstag: P2-P3)
„Das erste Rennen im Trockenen konnten wir mit dem zweiten Platz beenden. Die Italiener waren einfach zu schnell für uns, aber die Niederländer konnten wir gut hinter uns halten. Sie haben es zwar in der Kurve vor Start-Ziel versucht, wir konnten sie jedoch auf der Geraden wieder einholen und ihnen eine Sekunde abgenommen. Ich bin somit glücklich und im Vergleich zum letzten Jahr konnten wir uns von 1:47.5 auf 1:43.9 deutlich steigern! Das zweite Rennen im Regen: ich hatte ehrlich gesagt schlechte Laune, aber wir sind im Regen doch noch dritte geworden. Drei Wertungsläufe, dreimal Podium!“

Robbert Van Kampen (Trophy 1000, Samstag: P3-P1)
„Für uns war es wirklich ein gutes Wochenende. Zwei dritte Plätze und ein erster Platz. Ich finde die Strecke sehr gut. Wir hatten gute Rennen, auch mit Kimeswenger am Samstag. Er hat versucht vorbeizukommen, der Unterschied zwischen uns war nicht all zu groß. Durch unsere Platzierungen hat sich jetzt auch in der Meisterschaft etwas getan und wir liegen vorn. Als nächstes steht Oschersleben auf dem Plan, auf dieser Strecke bin ich noch nie gefahren. Jarno kennt die Strecke als Beifahrer, er weiß wo es da lang geht.“

Tanja Crome (Trophy 1000, Samstag: P6-P4)
„Wir sind mit dem Wochenende zufrieden! Natürlich müssen wir erstmal die drei vergangenen Jahre wieder aufholen und wir tasten uns daher langsam heran. Die Strecke gefiel uns sehr gut und wir hatten auch wenig Probleme bzw. wenige Sorgen wegen den Wetterbedingungen. Schon in England, wo wir in diesem Jahr bei den Pre-TT Classics gefahren sind, mussten wir im Regen fahren und haben uns daher daran gewöhnt. Wir haben versucht einfach mitzuschwimmen! Vielleicht werden wir auch bei den letzten beiden Läufen in Oschersleben wieder mit dabei sein.“

Thomas Lundberg (Trophy 1000, Samstag: P5 – P5)
„Wir hatten an diesem Wochenende gleich mit mehreren technischen Problemen zu kämpfen. Am Meisten machte uns der Quickshifter Sorgen. Wir hatten einige Fehlzündungen und ich konnte nicht richtig schalten, es war fast unmöglich zu fahren. Wir haben schließlich versucht einfach Runde für Runde zu fahren und so viel wie möglich Punkte für die Meisterschaft mitzunehmen.“

Enrico Roick (Trophy 600, Samstag: P1-P2)
„Das zweite Rennen des Wochenendes lief gut für uns, auch im Trockenen. Es war Regen voraus gesagt und so kam es auch am Nachmittag. Schaffter/Graber waren recht schnell. Sie sind wirklich sehr, sehr schnell im Regen. Das machen sie sehr gut! Bisher war das ja eher Kens Sache. Schaffter/Graber haben jedoch in Most schon so vorgelegt und auch Enrico war da sehr schnell und das war sehr erstaunlich. Beim Start ins letzte Rennen war es recht eng, ich musste meinen Arm heben um nicht von Schröder/Werth berührt zu werden. Es hat sich dann aber sehr gut sortiert. Der Start war wirklich eng und sehr, sehr rutschig.“ 

Günther Gloeden (Trophy 600, Samstag: P6-P6)
„Nach dem Unfall in Most läuft das Gespann wieder. Wir konnten alles wieder reparieren. Ich bin eigentlich mit gar keinem Ziel an den Red Bull Ring gekommen. An vorderster Stelle steht der Spaß am Sport für mich! Das erste Rennen war gut, wir hatten keine Probleme. Das passt alles. Carolin macht ihre Sache gut. Wir hatten schöne Duelle auf der Strecke. Ich fahre hier gerne. Die Hitze war nicht so schön. Früher bin ich gern im Regen gefahren, das ist jedoch 40 Jahre her. Jetzt habe ich auch nichts dagegen. Caro ist noch etwas unsicher im Regen. Wir gehen das daher ruhig an. Carolin ist in der Lernphase und sammelt jetzt Erfahrungen. Ich bin zufrieden mit dem was sie macht und menschlich kommen wir zwei super aus und fahrerisch. Man merkt das Interesse für den Sport, was ich für sehr wichtig empfinde, wenn man den Sport ernsthaft machen möchte.“

Markus Heck (Trophy 600, Samstag: DNF)
„Leider fielen wir im Hauptrennen aufgrund eines Unfalles aus und konnten nach dem Crash nicht nochmal an den Start gehen. Unsere Achse ist gebrochen. Vermutlich hatte sie schon vorher einen Riss. In der letzten Kurve vor der Start-Ziel-Geraden sind wir auf die Kerbs gekommen und plötzlich ging das Rad nach links weg. Wir hatten schon Glück, dass an dieser Stelle nicht mehr passiert ist und werden uns jetzt dem Gespann und der Reparatur widmen.“

    Die Top 3 in der Trophy 1000-Wertung:

    1 Van Kampen/Bouius 183
    2 Lundberg/Andersson 174
    3 Bereuter/Marklin 159


    Die Top 5 in der Trophy 600-Wertung:

    1 Knapton/Roick 206,5
    2
    Wirth/Uhlig
    197
    3 Schaffter/Graber 162
    4 Siegel/Siegel 117
    5 Kirst/Kirst 102

     

    Text und Fotos: Doreen Müller

    Ergebnisse: Red Bull Ring – Spielberg

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