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Sidecar Trophy Schleiz: Gierlinger/Gröbner triumphieren nach Buchhübel-Duell

Der Sonntag startete für die Gespannteams mit anhaltendem Regen und unklaren Aussichten für das bevorstehende Hauptrennen auf dem Schleizer Kurs. Gegen Mittag zeigte sich der Regengott schließlich gnädig und die Bedingungen schienen sich zu verbessern, die Teams setzten somit bei steigenden Temperaturen auf das schnelle abtrocknen der 3,8 km langen Naturrennstrecke und entschieden sich gegen Regenreifen. Doch im Gegensatz zum Vortag zeigte sich das Wetter unbeständig. Und auch im Siegeskampf machten es sich die Kontrahenten nicht gerade einfach. Nach 10 gefahrenen Runden hatten letztlich Peter Gierlinger und Roman Gröbner die Nase vorn.

Höchst angespannt fuhren die 14 verbliebenen Gespannteams in Richtung Startaufstellung, denn der Himmel verhieß nichts Gutes. Pünktlich beim Rennstart zeigten sich die ersten Regentropfen auf den geschlossenen Visieren und der Wettlauf gegen die Uhr begann. Ähnlich wie im Sprintlauf am Samstag bogen auch im Hauptrennen Enrico Wirth und Ronny Uhlig als Führende in die erste Linkskurve vor dem Buchhübel ein, dicht gefolgt von Peter Gierlinger und Roman Gröbner sowie Felix Bereuter und Valentin Marklin, die zu Beginn den Angriff auf die Spitze wagten. Aber auch das schwedische Duo, welches im Sprintlauf Schaltprobleme hat und dort weit zurück lag, machten beim Start an Boden gut und lagen nach der ersten Runde bereits auf Position 4.

An der Spitze entbrannte ein harter Kampf um die Führung. Gierlinger/Gröbner versuchten sich gleich zu Beginn auf Position 1 abzusetzen, während Wirth/Uhlig und Lundberg/Andersson sich über mehrere Runden gegenseitig attackierten. Erst in der zweiten Rennhälfte bewies Enrico Wirth in der Seng ein größeres Geschick. Der Ascherslebener zog mit seinem F2-Gespann im vollen Tempo an den Schweden vorbei, bremste das 1000er Gespann anschließend aus und konnte sich von da an Lundberg/Andersson vom Leib halten. Das Vater-Sohn-Gespann musste schließlich Wirth/Uhlig ziehen lassen, konnte jedoch die dritte Position ohne große Mühe bis zum Rennende verwalten.

Enrico Wirth schloß indes zügig in Richtung Spitze auf. Mit nahezu gleichem Topspeed wie das 1000ccm Gespann kamen Wirth/Uhlig den ehemaligen IDM-Startern gefährlich. Wirth/Uhlig konnten diese in einem geschickten Manöver in der Queranbindung ausbremsen und somit in der vorletzten Runde kurzzeitig Gierlinger/Gröbner die Führung abnehmen. Doch auf der Start-Ziel-Geraden hatte das F1-Gespann deutlich mehr Leistung als die Yamaha mit dem 600ccm Motor und somit fanden sich Gierlinger/Gröbner erneut an der Spitze wieder. Mit 2,46 Sekunden Vorsprung kamen die Bayern als Erstplatzierte über Start-Ziel und holten sich als Gaststarter den Sieg in der F1-Klasse. Als Zweite bei Zieleinlauf konnten sich Wirth/Uhlig erneut über den Klassensieg bei den F2-Gespannen und die schnellste Rennrunde mit 1:41.077 freuen. Platz 3 in der Gesamtwertung und die volle Punktzahl in der Trophy 1000 Wertung holten sich Thomas Lundberg und Mikael Andersson.

Auch im Mittelfeld gab es während des Rennens spannende Zweikämpfe zu beobachten. Besonders Kirst/Kirst und Knapton/Roick lieferten sich ein spannendes Duell um Platz 2 bei den F2-Gespannen. In den ersten sechs Runden gelang es Ken Knapton immer wieder sich vor das norddeutsche Vater-Sohn-Duo zu setzen. Doch Norbert und Sören Kirst blieben an dem Briten dran und bewiesen auf den trockenen Abschnitten des Kurses mehr Stärke. Mit 1,2 Sekunden Vorsprung schafften Kirst/Kirst schließlich den Sprung auf den zweiten Podestplatz in der F2-Wertung vor Knapton/Roick auf Rang 3.

Van Kampen/Bouius (F1), Damaschke/Sabaschus (F2), Bereuter/Marklin (F1), Gasche/Meyer (F1) und Baert/Mahl (F1) komplettierten die Top Ten. Das tschechisch Duo Medek/Rozenekova wurden als Zwölftplatzierte gewertet nachdem sie aufgrund Frühstarts eine Zeitstrafe von 20 Sekunden aufgebrummt bekommen hatten.

    Die Stimmen aus dem Rennen:

    Peter Gierlinger (Platz 1 bei Zieleinlauf – schnellstes F1-Gespann – als Gaststarter nicht in der Trophywertung)

    „Das Rennen hat gut geklappt, auch wenn wir zweimal kurz die Führung an Enrico (Wirth) verloren haben. In der Queranbindung vor der Schikane konnte er uns ausbremsen, jedoch unsere 1000er Kubik schieben etwas besser an und wir konnten uns wieder an die Spitze zurück kämpfen und haben uns die Führung nicht wieder her gegeben. Es war heute jedoch schon etwas komisch, am Anfang war es noch nass, dann hat es angefangen zu trockenen und wir mussten aufpassen, in der Seng war es jedoch immer noch nass und zum Schluß begann es schließlich erneut zu regnen.“

    Enrico Wirth (Platz 2 bei Zieleinlauf – Platz 1 in der Trophywertung F2)

    „Heute ging es wieder von Platz 1 ins Rennen. Es waren sehr schwierige Wetterbedingungen, denn genau beim Start hat es angefangen wieder zu tröpfeln. Alle Teams waren natürlich mit Slicks draußen und so zog sich das durch das ganze Rennen. Teilweise war die Strecke abgetrocknet und dann fing es wieder leicht an zu regnen und besonders in der Seng runter, der schwierigsten und gefährlichsten Stelle in Schleiz war es am Nassesten und man musste sehr aufpassen. In den letzten Runden konnten wir unser Tempo nochmal etwas steigern und das F1-Team Gierlinger was in Führung lag attackieren, sind innerhalb von zwei Runden einen Abstand von ca. 4 Sekunden zu gefahren und sind in der Querspanne vorbei gegangen. ich glaube sie haben gar nicht mit uns gerechnet als wir dort reingestochen sind. Es war ein schönes Manöver. Letztendlich konnten sie uns mit ihrer Motorleistung auf der Geraden überholen. Für uns war es jedoch wichtig wieder einen Sieg in der F2 Trophy Meisterschaft zu holen. Die Saison läuft bisher sehr gut, wir sind sehr zufrieden und ich bedanke mich bei allen Personen, die uns bis hierher unterstützt haben!“

    Mikael Andersson (Platz 3 bei Zieleinlauf – Platz 1 in der Trophywertung F1)

    „Nun bin ich zufrieden, es war so wie es hätte sein sollen. Der Kampf mit Enrico Wirth hat uns wirklich viel Spaß gemacht, ebenso mit Gierlinger/Gröbner. Wir mussten sie dann jedoch ziehen lassen. Wir dachten uns der zweite Platz bei den F1-Gespannen reicht aus und es war schließlich deutlich besser als gestern!“ 

    Norbert Kirst (Platz 4 bei Zieleinlauf – Platz 2 in der Trophywertung F2)

    „Die Strecke ist in der ersten Rennhälfte nochmal feucht geworden und somit kam Ken Knapton nochmal an uns heran. Das ist genau sein Terrain! Zum Glück für mich hörte es wieder auf mit Regnen so das ich wieder zurück schlagen konnte. Es war ein harter Zweikampf um den zweiten Platz gewesen. Enrico Wirth war vorn weg gewesen, wir hätten ihn nicht mehr einholen können, er ist im Trockenen einfach schneller. Aber im Regen waren wir ein enger Haufen und es hat viel Spaß gemacht!“

    Enrico Roick (Platz 5 bei Zieleinlauf – Platz 3 bei der Trophywertung F2)

    „Der Start lief ganz gut. Wo es halb nass und halb trocken war, waren wir unten in der Seng sehr schnell und hatten einen tollen Kampf mit Kirsts. Die Hälfte des Rennens war es in der Seng wirklich noch nass und wir kamen somit immer wieder ran und haben gedrängelt, im Trockenen konnten die Anderen jedoch immer wieder wegziehen, dennoch gelang es uns an der Stelle gleich mehrere Gespanne zu überholen. Schließlich hatten wir einen Rutscher und da ging Kirst das erste Mal durch, in der Stadt unten waren wir jedoch wieder dran. Er hat es jedoch immer wieder probiert. Ich habe mich extra breit gemacht, aber dennoch hat er es irgendwann geschafft.“

    Valentin Marklin (Platz 8 bei Zieleinlauf – Platz 3 in der Trophywertung F1)

    „Für ein Regenrennen war es ein super Rennen von Felix! Zu Beginn mussten wir etwas abreißen lassen, haben den dritten Platz jedoch gehalten und einen schönen Zweikampf mit Remy Gasche gehabt.“

     

    Die Ergebnisse des Hauptrennens

    Das Rennen Lap by Lap

    Text und Fotos: Doren Müller – Ergebnisse MSc Schleizer Dreieck e.V.

     

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