Sidecar Trophy Rijeka: Spendal/Lelubez gewinnen hitzigen Sprint

Wenige Kilometer von der Adria-Küste entfernt startete der Tag für die Teilnehmer der Internationalen Sidecar Trophy mit einem klassischen WarmUp unter sommerlichen Bedingungen. Bereits am Morgen kletterte das Thermometer bis auf 24 Grad, bis zum ersten Sprintlauf erwärmte sich die Strecke bis auf 54 Grad Asphalttemperatur. Lokalmatador Milan Spendal schien diese nahezu tropische Hitze jedoch wenig auszumachen, denn wie schon am ersten Tag dominierte der slowenische Gaststarter den Samstag auf dem Automotodrom Grobnik.

Der erste Sprintlauf über 6 Runden startete mit einer leichten Verzögerung. Von Start an setzten sich Spendal/Lelubez an die Spitze und fuhren in der ersten Runde bereits einen beträchtlichen Vorsprung heraus. Dahinter folgten Rocco/Zannarini und Streuer/De Haas auf den Plätzen zwei und drei vor Knapton/Roick und Wirth/Uhlig.

Während Spendal/Lelubez in unerreichbare Weiten rückten, duellierten sich die Gaststarter aus Italien und den Niederlanden bis zum Ende des Rennens. Auch hinter den Top 3 ging es im Supersprint mächtig zur Sache. Die Meisterschafstführenden Wirth/Uhlig brauchten nur bis zum Geschlängel in der ersten Runde. Das ostdeutsche Duo erwischte am Kurvenausgang eine bessere Linie und konnte somit ohne Problem an den Vorjahresmeistern vorbeiziehen. In den letzten Runden arbeiteten sich Wirth/Uhlig bis an Brutti/Ippoliti heran. Das 1000er Gespann konnte jedoch aufgrund höherer Leistung immer wieder den Deutschen davon fahren.

Knapton/Roick mussten abreißen lassen und fanden sich indes inmitten einer Gruppe von 1000er Gespannen wieder, die sich ganz schön in Bedrängnis brachten. Aber auch Lawrie/Deeley hatten die 600er Shelbourne Suzuki genau im Blick und zogen vorbei. Scott Lawrie gelang es schließlich einen guten Abstand zwischen sich und Knapton/Roick zu bringen. Den Anschluss zu Enrico Wirth und Ronny Uhlig schafften die Briten jedoch nicht mehr.

Mit 5,281 Sekunden Vorsprung gewannen schließlich Spendal/Lelubez den ersten Sprintlauf gefolgt von Ozimo/Zannarini auf 2. und Streuer/De Haas auf 3. Die Italiener Brutti und Ippoliti kamen auf Platz 4. Enrico Wirth und Ronny Uhlig heimsten sich in der Trophy 600 Wertung den Klassensieg ein. Scott Lawrie und Helen Deeley komplettierten die Top 5.

Das zweite Rennen des Tages startete indes pünktlich gegen 16:50 Uhr Ortszeit. Diesmal hatten nach dem Start jedoch Brutti/Ippoliti die Nase vorn, gefolgt von Spendal/Lelubez auf 2. und Ozimo/Zannarini auf 3. Die Italiener an der Spitze kamen jedoch bereits in der ersten Runde deutlich ins Schlingern und erhöhten im Kurvengeschlängel ganz schön den Druck auf das restliche Fahrerfeld. Wenige Meter später war jedoch das zweite Rennen vorzeitig beendet. Remy Gasche und Katrin Meyer verunfallten im letzten Drittel der ersten Runde. Der Lauf wurde sofort mit roter Flagge unterbrochen und nicht erneut gestartet. Fahrer und Beifahrerin erhielten vor Ort direkt medizinische Versorgung und wurden ins nahegelegene Krankenhaus gebracht, wo weitere Untersuchungen folgten.

Offizielle Mitteilungen gab es zum Veröffentlichungszeitpunkt nicht. Somit enthalten wir uns an dieser Stelle von weiteren Mutmaßungen und warten eine persönliche Stellungnahme ab.

Stimmen aus dem Rennen:

Enrico Roick (F2-Wertung P2)
„Ungewöhnlicherweise war unser Start im ersten Rennen sehr gut. Enrico ist dann wie immer an uns durch. Wir hatten komplett die falsche Übersetzung drauf und somit konnte Miroslav Medek rankommen. Im ersten Rennen war unser Reifen platt, auch wenn es nur 6 Runden Sprint waren, aber nach 3 Runden kamen wir schon ins rutschen und das kam noch erschwerend zu der schlechten Übersetzung hinzu. Das Rijeka eine reifenfressende Strecke ist, wissen wir allerdings.“

Katerina Rozenekova (F2-Wertung P3)
„Wir sind sehr zufrieden mit unserem Ergebnis. Es ist ein sehr gutes Rennen für uns gewesen. Ich mag die Strecke wirklich sehr, sie ist fantastisch. Unser hauptsächlichstes Ziel für morgen ist es in erster Linie dass wir gesund und sicher ins Ziel kommen und somit wäre jeder zufrieden, egal an welcher Position wir letztlich liegen.“

Chris Baert (F1-Wertung P2)
„Im Gegensatz zu anderen Fahrern mag ich die Strecke, auch wenn sie holprig ist. Sie lässt sich gar nicht so schlecht fahren. Die Führung ist sehr schön, vielleicht bräuchte sie etwas mehr Auslaufzonen, das ist in der Tat etwas heikel aber das ganze Drumherum und Flair ist sehr angenehm. Das Rennen verlief für uns ganz gut, wir haben keinen schlechten Start gehabt. Ich habe an meinem Freund vorbei fahren können und bis zum Ende hinter mir halten können. Mein Tag war okay. Morgen versuchen wir dasselbe und wenn es nicht klappt ist das auch gut, denn wir bleiben trotzdem Freunde.“

Felix Bereuter (F1-Wertung P3)
„Der Start war für uns etwas eigenartig. Die ersten Meter haben wunderbar gegriffen, aber dann haben wir gespult ohne Ende und dadurch war der Vortrieb weg und ich wurde etwas eingeklemmt. Schließlich sind die anderen etwas schneller gewesen, aber sonst dafür dass mir die Strecke nicht gefällt, muss ich eigentlich zufrieden sein. Unsere Kontrahenten haben die Sekunden in Rennen noch gefunden und mächtig aufgeholt. Mehr war heute für uns nicht drin. Hier ist es schwierig zu Überholen, wenn man nicht auf Risiko fahren möchte. Hinzu kam, dass die Renndistanz sehr kurz war und somit bleibt nicht viel Zeit wieder ran zu kommen.“

Jürgen Sabaschus (F2-Wertung P5)
„Das erste Rennen war soweit okay. Wir haben einen guten Start gehabt, waren dann aber ziemlich allein auf der Strecke. Etwas enttäuschend für uns war, dass wir nicht die Zeiten gemacht haben wie im letzten Jahr. Wir wissen aber nicht woran dies liegt. Wir haben eine normale Platzierung gemacht, aber Hauptsache wir liegen vor Siegels. Das Ziel haben wir erreicht.“

Ergebnis des ersten Sprintlaufes:



    Text und Fotos: Doreen Müller

     

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