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Sidecar Trophy Rijeka: „Brandheißer“ Sieg für Spendal/Lelubez beim Adria Goldrace

Nach den Schrecksekunden am Vortag sollte es am Sonntag ist das letzte Rennen der Internationalen Sidecar Trophy in Rijeka gehen. Doch aus das Goldrace an der Adria hatte einige heiße Überraschungen für die Teilnehmer parat. Weniger überraschend war hingegen der Sieger des letzten Laufes, den erneut beanspruchten Milan Spendal und Freddy Lelubez den Gesamtsieg für sich.

Gegen Mittag ging es bei Temperaturen um die 30 Grad in die Startaufstellung. Zwölf Runden galt es unter diesen hitzigen Bedingungen zu absolvieren. Eine harte Herausforderung auf der anspruchsvollen Strecke für Mensch und Maschine! Bereits auf dem Starting-Grid zählte man zwei Gespanne weniger. Remy Gasche und Katrin Meyer, die am Vortag im zweiten Lauf verunfallten, konnten am Hauptrennen nicht mehr teilnehmen. Hier konnte jedoch bereits am späten Samstagabend Entwarnung gegeben werden, beiden ging es bis auf ein paar Blessuren soweit gut. Ebenfalls in der Startaufstellung fehlten das Duo Scott Lawrie und Helen Deeley, diese gingen jedoch direkt von der Boxengasse aus ins Rennen.

Den Start entschied diesmal nicht Lokalmatador Milan Spendal! Auch Enrico Wirth und Rony Uhlig kamen eher schlecht vom Fleck weg und mussten einige Platzverluste in Kauf nehmen. Doch sowohl Spendal/Lelubez als auch Wirth/Uhlig kämpften sich wieder an die Front bzw. die Kontrahenten im Mittelfeld heran. An der Spitze lag in der ersten Runde Rocco Ozimo und Masimo Zannarini vorn gefolgt von Spendal/Lelubez und Streuer/De Haas. Aber auch Francesco Brutti und Francesco Ippoliti zeigten sich in Führung liegend und so lieferten sich die 1000er Gespanne einen heißen Kampf um den Sieg. Besonders eng ging es für Ozimo/Zannarini zu, die Italiener mit der Startnummer 37 büßten beim Fight ihre Nase ein, nahmen davon unbeeinflusst jedoch weiter am Kampfgeschehen teil. Für Streuer/De Haas hingegen kam das frühzeitige aus und die WM-Starter mussten mit einem technischen Defekt die Box ansteuern.

Auch Wirth/Uhlig ereilte im Hauptrennen der Fehlerteufel. Nachdem sich das Duo an Knapton/Roick wieder heran gearbeitet hatten und über zwei, drei Runden im engen Kampf mit den Vorjahresmeistern sich mehrere Überhol-Duelle lieferten, mussten sie zur Rennhälfte ihren Ausfall signalisieren und rollten langsam im Kurvengeschlängel in die Auslaufzone.

Ebenso vermeldeten Heck/Manz technische Probleme. Besonders hart hingegen traf es Jürgen Damaschke und Jürgen Sabaschus. Ende der Start-Ziel-Geraden nur zwei Runden nach Wirth/Uhligs Ausfall schlugen Flammen aus der Windle Yamaha 600 und Damaschke/Sabaschus fuhren ebenfalls an die Seite. Das Geschehen blieb zunächst unbemerkt, jegliche späteren Löschversuche kamen jedoch für das Gespann zu spät. Totalausfall mit Totalschaden am Gespann für die enttäuschten Trophy-Starter.

Indes ging es auf dem 4,168 km Kurs weiter um den Sieg in beiden Klassen. Nicht einfach bei dem ganzen Rundherum konzentriert zu bleiben und dennoch gaben die Gespannteams ihr bestes sich noch um die eine oder andere Position verbessern zu können. Scott Lawrie und Helen Deeley hatten sich so, aus der Boxengasse startend, nahezu unbemerkt bis ganz nach vorn gearbeitet und übernahmen in der Klasse der 600 er Gespanne die Führung, musste sich jedoch mit dem 1000er Gespann der Schweden Lundberg/Andersson in einem engen Duell auseinandersetzen. Hingegen gelang es  Milan Spendal sich gegen die starken Italiener durchzusetzen. Der Lokalmatador zog an der Spitze erneut allen davon. Eine großartige Leistung, die der Slowene an diesem Wochenende mit Beifahrer Lelubez zeigte.

Auch die Schweizer Martin Schaffter und Gabriel Graber präsentierten sich sehr stark. Ebenso wie das tschechische Duo Medek/Rozenekova. Beide Gespanne rückten Ken Knapton und Enrico Roick in der letzten Rennhälfte noch einmal gehörig auf die Pelle. Ken Knapton versuchte dem Druck standzuhalten, dann jedoch unterlief ihm ein Fahrfehler und der Brite sprang über die Kerbs in Kiesbett aus dem er sich wieder herausfahren konnte. Dennoch kostete das Manöver mehrere Sekunden, die Chance für Schaffter/Graber näher zu kommen und kurzzeitig an Knapton/Roick vorbeizugehen. In der folgenden Runde unterlief dem Briten an gleicher Stelle selbiger Rutscher nochmal, letztlich konnten Knapton/Roick jedoch wieder an Schaffter/Graber vorbeiziehen und vor ihnen die Ziellinie überqueren.

Die Ergebnisse im Überblick:

Trophy 1000  
1 Spendal / Lelubez
2 Brutti / Ippoliti
3 Ozzimo / Zannarini
4 Lundberg / Andersson
5 Bereuter / Marklin
6 Baert / Mahl
7 van Kampen / Bouius
   
Trophy 600  
1 Lawrie / Deeley (Gaststarter)
2 Knapton / Roick
3 Schaffter / Graber
4 Medek / Rozenekova
5 Siegel / Siegel
6 Gloeden / Zimmermann


Stimmen aus dem Rennen:

Bennie Streuer (DNF)
„Ich konnte keine Gänge mehr Wechseln, meine Schaltung ist gebrochen. Aber besser es ist hier passiert, als in ein paar Wochen. Wir nehmen dennoch viel mit von diesem Wochenende. In Oschersleben hatten wir ein Problem mit dem Motor, mehrere Probleme sogar und das ist jetzt schon besser. Dennoch haben wir viel Arbeit noch vor uns und gehen nächste Woche auf den Prüfstand. Bevor wir uns aber die 1400 km wieder auf den Heimweg machen, werden wir noch einmal am Meer vorbei schauen.“

Ronny Uhlig (DNF)
„Unser Start war heute nicht so gut, aber uns gelang es dann doch recht wieder schnell aufzuschließen und uns nach vorn zu arbeiten. In der fünften Runde hörten wir Klopfgeräusche aus dem Motor, die immer schlimmer wurden und somit entschlossen wir uns zur vorzeitigen Rennaufgabe, bevor uns der Motor bei den hitzigen Bedingungen noch um die Ohren fliegt. Wir haben anschließend bereits angefangen zu analysieren woran es gelegen haben könnte und hoffen bis Most schlauer zu sein.“

Enrico Roick ( Trophy 600 Wertung – P1)
„Unser Start war nicht ganz so schlecht. Medek konnte kurzzeitig an uns vorbeiziehen und von hinten kam Enrico auf uns zu, der jedoch ausgefallen ist. Anschließend verlief unser Rennen ein paar Runden recht einsam, das brennende Gespann am Rand hat dann jedoch wieder für Action gesorgt! Ken nahm dann etwas Druck raus, aber Ende Start Ziel hatte Ken im leichten Rechtsknick die Kerbs mitgenommen und wir sind leicht ins Kies gesprungen. Dort waren Schaffter/Graber vor uns, die wir wieder überholen konnten, dann passierte Ken an das Gleiche nochmal – diesmal ohne Kiesbett. Ich war heute froh, wo es endlich vorbei war, denn durch die Ausrutscher tuen mir die Schienbeine und Arme ganz schön weh.“

Miroslav Medek (Trophy 600 Wertung – P3)
„Die letzten drei Runden waren der Horror, denn wir waren schon ziemlich geschafft. Ich konnte mich die letzten Runden nicht richtig konzentrieren, viele Seitenwagen fielen aus und die Leute auf der Strecke zeigten ständig unterschiedliche Flaggen rot – gelb an, das bedeutete Bremsen – volle Power – Bremsen – volle Power im ständigen Wechsel. Und bei einem brennenden Sidecar macht man sich natürlich auch Gedanken ob es den beiden gut geht. Man ist einfach nicht mehr richtig konzentriert und die Streckenposten haben das brennende Fahrzeug sehr spät angezeigt. Aber es war insgesamt sehr schön, Rijeka ist eine fantastische Strecke. Klar sie ist sehr wellig aber im Road Racing kennen wir dies so. Wir hoffen, dass auch in Most schönes Wetter sein wird, denn Regen ist nicht so unseres, aber wir freuen uns schon sehr auf Most.“

Ewald Siegel ( Trophy 600 Wertung – P5)
„Bei uns lief es sehr, sehr gut. Wir hatten sehr viel Glück gestern schon mit den Reifen. Wir haben uns gestern schon neue Medium-Reifen aufziehen lassen, denn die waren ziemlich am Ende. Die Reifen haben gut gehalten. Uns kommt eigentlich immer die längere Distanz sehr entgegen, heißt je mehr Runden wir fahren, desto schnellere Rundenzeiten erreichen wir. Eine längere Strecke zu fahren ist uns lieber als einen Sprint zu fahren, denn im Sprint reicht ein kleiner Fehler aus und man fährt hinterher.“

Mikael Andersson (Trophy 1000 Wertung – P4)
„Die ganze Strecke war huckeliger als im letzten Jahr. Wir hatten aber keine spezifischen Probleme mit dem Gespann heute, das lief alles gut. Ich hatte in den letzten 3 bis 5 Runden viel mehr Probleme mit meinem Arm. Ich habe meinen Arm nicht mehr gespürt und versucht das beste als Beifahrer daraus zu machen. In der letzten Runde habe ich meinem Dad schließlich ein Zeichen gegeben, dass ich mich nur noch hinsetze, denn ich war sowas von fertig.“

Valentin Marklin (Trophy 1000 Wertung – P5)
Es war ein schönes Rennen, was wieder viel Spaß gemacht hat. Den Start haben wir verpatzt. Der Reifen wollte hier einfach nicht fassen. Somit lagen wir ziemlich weit hinten und mussten uns erstmal durch die Formel 2- Gespanne durchkämpfen, haben Chris noch bekommen, die Schweden jedoch leider nicht mehr. War dennoch geil.“

Remy Gasche, der am Samstag im zweiten Lauf verunfallt war, konnte bereits Samstagabend ins Fahrerlager zurückkehren und berichtete anschließend kurz wie es ihm nach dem Crash geht:
„Mir geht es den Umständen entsprechend recht gut. Die Prellungen am ganzen Körper schmerzen natürlich aber es ist nichts gravierendes für das wie das Motorrad aussieht. Ich weiß mittlerweile wie wir durch die Kurve durchgezogen sind und mir das Motorrad ausgebrochen ist. Ich habe versucht dies noch zu korrigieren und ab da ist es mir voll weg geschmiert und von dem Moment weiß ich leider nichts mehr. Wir fahren jetzt im Anschluß erst einmal zwei Tage auf den Zeltplatz, um etwas runter zu kommen. Wir versuchen das Ganze zu verarbeiten. Für Katrin ist es besonders schwer, da sie mit ihrem Studium in den Prüfungen steckt.“



    Text und Foto: Doreen Müller

     

     

     

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