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Sidecar Trophy: Oschersleben wird zum Zünglein an der Waage

Auch vor Beginn des zweiten Rennens am Sonntag standen 14 Minuten plus zwei Runden auf der Uhr. Nachdem am Vortag die Schweden Axelsson/Lundrail und das deutsche Duo Wirth/Uhlig sich den Sieg holen konnten, hofften die Kontrahenten es beim zweiten Mal besser machen zu können. Doch bei den bereits deutlich angestiegenen Temperaturen verwandelte sich der Asphalt in eine klebrige, reifenabnutzende Rennstrecke.

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Diesmal konnten jedoch Robbert Van Kampen und Jarno Bouius mit ihrem Regenbogengespann den Start für sich entscheiden. Die Niederländer gaben mächtig Gas und brachten Runde um Runde immer mehr Abstand zwischen sich und ihre Verfolger. Enrico Wirth und Ronny Uhlig wollten es jedoch ebenfalls wissen und blieben dicht an Van Kampen/Bouius dran. Dahinter bildete sich zügig eine Dreiergruppe, bestehend aus Bereuter/Marklin, Knapton/Roick und Lundberg/Andersson. Felix Bereuter gelang es jedoch recht schnell Ken Knapton und Thomas Lundberg abzuhängen.

Ende Start Ziel zu Beginn der zweiten Runde hing bereuter dicht am Heck des Ascherslebeners dran und probierte bereits in der Hasseröderkurve an dem 600er Gespann vorbei zugehen. Nachdem auch in der Triplelinks kein Vorbeikommen war, folgte der nächste Angriff in der Hotelkurve, dabei erwischte der 57-Jährige die Verkleidung des Yamaha-Gespanns derart unglücklich, dass das Schaltgestänge verbogen wurde. Dies bedeutete das plötzliche Aus für das in Oschersleben dominierende F2-Team. Wirth/Uhlig kehrten enttäuscht in die Box zurück und mussten somit um eine vorzeitige Meisterschaftsentscheidung bangen.

Auf der Strecke ging indes der Punktekampf weiter. Bereuter/Marklin konnten von dem Vorfall unbeschadet weiter nach vorn fahren und schnell auf die Führenden aufholen. Aber auch Axelsson/Lundrail wollten nicht aufgeben und blieben an der Spitze dran, währenddessen auf Platz 4 Lundberg/Andersson mit dem F1-Gespann von Ken Knapton und Enrico Roick im Duell lag. Auch die Brüder Siegel/Siegel mussten sich gegen ihre Verfolger Johnson/Hammarbom durchsetzen. 

Wenige Runden vor Schluß wurden plötzlich Van Kampen/Bouius langsamer und gerieten so wieder in Schlagdistanz  von Bereuter und Axelsson. Die folgenden 1000er warn noch längst nicht fertig miteinander und lieferten sich bis zur Schlußphase mehrere Überholmanöver und Gegenangriffe. Doch gegen die starken Schweden konnte Felix Bereuter letztlich nicht bestehen. Auch die nachlassenden Niederländer mussten in der letzten Runde ihren Sieg noch an Axelsson/Lundrail abgeben. Ken Knapton, der mit Lundberg/Andersson sich ebenfalls mehrere Runden um die Motorsportarena jagte, nahm schließlich ebenfalls Dampf raus und schien lieber auf Nummer sicher zu gehen. 

Das zweite Rennen entschieden somit in der F1 Klasse erneut Thomas Axelsson und Nadja Lundrail für sich. Dahinter folgten Van Kampen/Bouius auf Platz 2 sowie Bereuter/Marklin auf Platz 3. Als Gesamtvierter konnten Ken Knapton und Enrico Roick über den Sieg im zweiten Rennen triumphieren. Für die letztjährigen Meister bedeutete dies ein deutliches Punktepolster um so die Meisterschaft deutlich auf stabilere Füße zu stellen. Mit 251,50 Punkten Vorsprung bleibt den Verfolgern zwar dennoch rein rechnerisch eine Chance auf den Trophy-Titel in der 600 Klasse.

Knapton/Roick dürften nach diesem Wochenende jedoch deutlich beruhigter die Heimreise antreten. Schaffter/Bannwart fuhren auf Platz 2 und rückten somit ebenfalls weiter nach vorn, im Ranking belegen die Schweizer damit Gesamt Platz 3 hinter Wirth/Uhlig, die trotz des dritten Nullers in dieser Saison auf einem starken zweiten Platz stehen. Das Podium komplettierten schließlich Norbert und Sören Kirst. Nach dem misslichen Verlauf am Vortag, versüßte dieses Ergebnis dem Vater-Sohn-Duo das Wochenende nachträglich.

Mit Blick auf die Gesamtpunktewertung der 1000er Gespanne zeigt sich nach diesem Wochenende ein ähnlich knappes Bild. Van Kampen/Bouius verteidigen ihre Führung mit 219 Zählern. Nur 19 bzw. 24 Zähler dahinter warten jedoch bereits Lundberg/Andersson und Bereuter/Marklin auf ihre Chance.

Doch nicht nur die gesammelten Punkte sollten für die Teams von Bedeutung sein. Nachdem das Finale der Trophy ebenfalls in Oschersleben ausgetragen werden soll, war dieses Wochenende besonders für die Vorbereitungen auf die letzte Rennveranstaltung am 7.-8. Oktober wichtig.

Stimmen aus dem Wochenende:

Nadja Lundrail (F1 Trophy – P1 und P1)
„Dies war mein erstes richtiges rennen und insgesamt auch erst mein viertes Mal auf der Plattform. Ich denke, dies war die bisher größte Strecke für mich. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Thomas ist ein großartiger Fahrer und er hat sehr auf mich geachtet und darauf wie ich mitgehen kann. Er hat auf mich gut aufgepasst und ich habe versucht mein bestes zu geben. Ich hatte wie gesagt viel Spaß. Es kostet allerdings viel Geld hierher zu kommen und es dauert sehr lange hier her zu kommen. Ich wünsche mir jedoch schon nochmal hier her zu kommen und in diesem Rahmen ein Rennen zu fahren.“


Enrico Roick (F2 Trophy – P2 und P1)
„Unser erstes Training lief in Oschersleben nicht so gut. Wir mögen beide die Strecke auch nicht so besonders, auch wenn dies hier meine Heimstrecke ist. Tatsächlich fahre ich in Rijeka lieber als hier, die Streckenführung liegt mir nicht so. Der Grip ist sehr rutschig, was mich eigentlich sehr wundert. Das Rutschen machte uns das Training schwer, in der zweiten Session lief es jedoch schon besser. Im Rennen 1 hatten wir einen guten Start, hatten jedoch eine engere Auseinandersetzung mit Kirst/Kirst in der Hotelkurve. Zum Glück ist den beiden jedoch nichts weiter passiert. Uns ist jedoch der Ganghebel abgebrochen und somit mussten wir die Nacht erst einmal damit zu bringen das Gespann wieder fit zu bekommen.“

Jarno Bouius (F1 Trophy – P3 und P2)
„Die ersten drei Runden liefen im ersten Rennen gut, doch leider hatten wir dann ein technisches Problem und mussten abreißen lassen. Die letzten beiden Runden waren ganz schön eng, ich hab das Schild gesehen, dass es noch zwei Runden sind und habe mir wirklich Sorgen gemacht ob wir durchhalten. Die Strecke mag ich. Im zweiten Rennen war unser Start sehr gut, doch hatten letztlich nicht genug Energie um gegen die starken Schweden durchzuhalten. Jedoch beides mal ein tolles Ergebnis, womit wir unsere Gesamtführung halten konnten.“

Enrico Wirth (F2 Trophy – P1 und DNF)
„In Vorbereitung auf die Veranstaltungen haben wir uns intensiv um das Gespann gekümmert, da wir am Red Bull Ring mit technischen Problemen zu kämpfen hatten. Den Fehler konnten wir finden. Im Freien Training lief dann alles wieder perfekt. Es ist jedoch relativ wenig Grip auf der Strecke, was wir bereits im Freitagtraining merkten. Dennoch hatten wir ein gutes Gefühl für das Zeitentraining. Wir konnten gleich eine schnelle Rundenzeit fahren und bis zur vierten Runde auf Angriff gehen. In der Dreifachlinks hat es Ronny nicht ganz geschafft und ist leider ausgestiegen, ich hab jedoch gleich gemerkt, das er weg war und direkt das Training abgebrochen. Das war natürlich ein kleiner Schreck. Im zweiten Training hatten wir so keine Möglichkeit uns zu verbessern. Es stand im Vordergrund zu schauen, ob Ronny fit genug ist zu fahren. Es hat dennoch für die Pole Position gereicht. Den Start haben wir gut erwischt, konnten allerdings drei der 1000er Gespanne beim Start nicht halten. Die Startgerade ist hier sehr lang. Wir haben uns als Vierter eingereiht und von hinten beobachtet. Vorn ging es ganz schön zur Sache, wir konnten uns zur Rennmitte auch einmischen und ein F1 Gespann noch überholen und in unserer Wertung sauber den Sieg im ersten Rennen einfahren.“

Norbert Kirst (F2 Trophy – P4 und P3)
„Im zweiten Rennen gelang es uns die ganze Zeit hinter Knapton hinter her zu fahren. Jedoch kam noch ein 1000er Gespann an uns vorbei, was die Sache erschwerte. Durch einen plötzlichen Motoraussetzer sind wir an der Gegengerade stehen geblieben. Dies kostete uns natürlich auch einen Platz und ich konnte geradeso den dritten Platz noch einfahren. Im Vergleich zum Vortrag wo wir gleich zu Beginn mehrere Positionen einbüßten, ist dies jedoch ein gutes Ergebnis für uns.“

Valentin Marklin und Felix Bereuter (F1 Trophy – P2 und P3)
„Der Start im zweiten Rennen hat ganz gut geklappt, lief besser als am Vortag. Das Hinterrad hat jedoch ganz schön gespult. Am Anfang konnten wir den Holländer ganz gut halten, jedoch mit zunehmenden Rennverlauf verließ uns dann immer weiter unser Hinterreifen. Gleich zu Beginn hatten wir leider noch einen Kontakt mit dem Gespann von Enrico Wirth. Ich gebe Enrico recht, sicher hätte ich mit dem 1000er auf der Geraden an ihm vorbei gehen können, doch wenn man im Rennmodus ist, sieht man dies in dieser Situation vielleicht anders. Ich wollte unbedingt am Niederländer dran bleiben und habe eine Lücke gesehen. Es ist nicht gut gelaufen und dies tut uns auch leid.“

 

Text und Foto: Doreen Müller

 

 

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