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Sidecar Trophy Most: Rutschpartien, Startkollisionen und lachende Sieger


Nachdem sommerlich heißen Auftakt in Most kühlte es über Nacht wie angekündigt spürbar ab und der Sonntagmorgen begrüßte die Teilnehmer der Internationalen Sidecar Trophy mit Regenschauern, wodurch die Rennen später als geplant gestartet wurden. Für das Sprintrennen um 13:25 Uhr gab es jedoch klare Streckenbedingungen und das Fahrerfeld entschied sich überwiegend mit Regenreifen an den Start zu gehen. Während dieses weder den einen Teams entgegen zu kommen schien, hatten bereits nach dem Qualifying am Samstag einzelne Fahrer ihren Unmut über die vorhergesagten Bedingungen zum Ausdruck gebracht. Des einen Freud, sollte des anderen Leid werden.

Bereits im Vorfeld hatte sich jedoch das Starterfeld um 3 Teams verkleinert. Wolfram und Nanett Centner nutzten Most nur als Trainingsmöglichkeit und gingen bei den Rennen nicht an den Start. Medek/Rozenekova und Gloeden/Zimmermann konnten nach ihrer Kollision im Qualifying aus technischen Gründen die Rennen nicht bestreiten.

Rennen 1

Den Start erwischten Felix Bereuter und Valentin Marklin recht gut. Das 1000er Gespann hatte sich nach dem Qualifyings zwischen die zwei WM-Starter gedrängt und konnte somit von der ersten Reihe aus ins Rennen gehen. Noch vor der Schikane lagen die Sidecardogs an der Spitze. Auch Knapton/Roick  und Norbert und Sören Kirst kamen gut vom Fleck weg. Die erste Schikane ist jedoch besonders beim Startprozedere besonders heikel, wenn 13 Gespanne nahezu gleichzeitig durch die enge Passage kommen wollen. So gab es in der ersten Kurve bereits ein leichtes Gerangel um die besten Positionen, Wirth/Uhlig versuchten links innen die Schikane zu passieren während Kimeswenger/Lehnertz und Van Kampen/Bouius die Außenlinie wählten.

Nach wenigen Meter lagen somit Kimeswenger/Lehnertz  bereits vorn und hatten das niederländische Duo wie auch Bereuter/Marklin hinter sich gelassen. Auch Enrico Wirth und Ronny Uhlig setzten sich gegen Knapton/Roick durch und versuchten sich weiter nach vorn zu arbeiten. Während Peter Kimeswenger an der Spitze ordentlich Meter machte, arbeitete sich Enrico Wirth langsam an Robbert van Kampen heran. Aus dem hinteren Feld kamen jedoch Schaffter/Graber Runde für Runde immer näher, auch Knapton/Roick hatten ihre Hoffnungen noch nicht aufgeben.

Besonders die Schweizer zeigten sich jedoch recht hartnäckig. Schaffter/Graber mussten nach ihrem Regelverstoß im Qualifying vom letzten Startplatz aus ins Rennen gehen und haben sich nahezu unbemerkt während der Anfangsphase ins Spitzenfeld vorgearbeitet und hingen nun dicht am Heck von Enrico Wirth und Ronny Uhlig dran.

Ken Knapton musste indes nach einem 180 Grad Dreher vor der Start-Ziel-Schikane abreißen lassen und sah die Dreiergruppe bestehend aus Van Kampen – Wirth – Schaffter vor sich davon ziehen. Auch die Schweden Lundberg/Andersson, die zuvor noch nah hinter Bachmaier/Wechselberger folgten, konnten das Tempo der WM-Teilnehmer nicht mehr halten und ließen die Österreicher fahren.

An der Spitze fuhren während dessen Peter Kimeswenger und Jens Lehnertz sicher dem Gesamtsieg im Sprintrennen entgegen, dahinter konnten Schaffter/Graber in der letzten Runde sowohl Wirth/Uhlig wie auch Van Kampen/Bouius im Geschlängel nach dem Meridor-Bogen überholen und sich somit Platz 2 in der Gesamtwertung und ihren ersten Sieg in der Trophy 600-Wertung holen.

Bei den 1000er Gespannen entschieden Robbert Van Kampen und Jarno Bouius den Sieg für sich. Enrico Wirth und Ronny Uhlig fuhren bei den F2 auf Platz 2 vor Ken Knapton und Enrico Roick, die das Podium der 600er komplettierten.

Die Ergebnisse von Rennen 1 in der Übersicht: 

    Rennen 2

    Das zweite Rennen hingegen sollte für einiges an Verwirrung sorgen. Nicht zuletzt wegen der unklaren Streckenverhältnissen, trocken oder nass, am späten Nachmittag schien die Sache nicht mehr ganz so deutlich. Somit wechselten einzelne Teams auf Slicks während der Rest des Fahrerfeldes noch auf die Regenvariante vertraute. Beim Start war diesmal die Sache jedoch weniger klar. Besonders die zwei WM-Teams schienen sich diesmal nicht ganz einig zu sein, denn noch in der ersten Schikane kam es so zu einer Kollision bei der gleich mehrere Gespanne einbezogen wurden. Den Rums aufeinander krachender Verkleidungsteile hörte man noch bis zum Boxendach, jedoch konnten alle Fahrer, wenn auch nicht ohne Schäden, weiter fahren. 

    Am besten konnten Chris Baert und Ronja Mahl sowie Felix Bereuter und Valentin Marklin diesem Gewirr entkommen und setzten sich daraufhin kurzzeitig an die Spitze, gefolgt von Enrico Wirth und Ronny Uhlig, die nach einem Anschupser von Günther Bachmaier dessen Verkleidungseinzelteile in der Hinterradfelge mit sich fuhren. Die Führung von Baert/Mahl sollte jedoch nur bis zur Spitzkehre dauern. Enrico Wirth kann besser aus der Spitzkehre heraus beschleunigen und somit sich an die erste Stelle setzen und Baert/Mahl fielen weiter zurück. Bereuter/Marklin folgten an dritter Stelle liegend, dahinter Ken Knapton und Enrico Roick sowie Peter Kimeswenger und Jens Lehnertz. Auch Bachmaier/Wechselberger suchten den Anschluss, jedoch fehlten den Österreichern zu ihren Landsmännern einige Meter. Dafür kamen ihnen das schwedische Duo Lundberg/Andersson Runde für Runde gefährlich Nahe.

    An der Spitze setzten sich derweil Enrico Wirth und Ronny Uhlig weiter ab. Peter Kimeswenger hatte seine Mühe zu dem Duo weiter aufschließen zu können. Im Mittelfeld ging es indes weiter eng zur Sache. Während Bachmaier, Knapton und Lundberg/Andersson sich versuchten abzusetzen, konnten erneut die Schweizer Schaffter/Graber sich vorarbeiten und sich innen auf der Start-Ziel-Geraden an Bereuter/Marklin vorbeibremsen. Doch Felix Bereuter wollte sich nicht so einfach geschlagen geben, auf der Geraden zeigt das 1000er Gespann mehr Leistung und somit kamen Bereuter/Marklin immer wieder an Schaffter vorbei. Letztlich konnten sich die Schweizer gegen die Sidecardogs durchsetzen. Auch Norbert und Sören Kirst machten Plätze gut und arbeiteten sich in Richtung Podium vor.

    Das Hauptrennen gewannen somit Enrico Wirth und Ronny Uhlig mit mehr als 11 Sekunden Vorsprung auf Peter Kimeswenger und Jens Lehnertz. Als Drittplatzierte in der Gesamtwertung kamen Günther Bachmaier und Yeti Wechselberger ins Ziel, die sich noch vor der Start-Ziel-Linie gegen Ken Knapton und Enrico Roick durchsetzen mussten. Knapton/Roick holten sich mit 0,171 Sekunden Rückstand den vierten Platz und sicherten sich in der Trophy 600-Wertung die Punkte für den Zweitplatzierten. Als Fünfter bei Zieleinlauf komplettierte das Duo Kirst das Podium der 600er Gespanne. In der Trophy 1000 konnten sich Thomas Lundberg und Mikael Andersson ihren nächsten Sieg holen und somit ihre Meisterschaftsführung weiter ausbauen.

    Die Ergebnisse von Rennen 2 in der Übersicht:

    Die Stimmen aus den Rennen:

    Robbert Van Kampen (Trophy 1000 Wertung, P1 +P2)
    „Das erste Rennen lief perfekt für uns. Ich mag es im Regen zu fahren, wie man sehen konnte. Im zweiten Rennen hatten wir Intermediates drauf und es war sehr rutschig. Beim Start habe Ich Kimeswenger  auf der Innenseite gesehen und er ist mit ein paar anderen Gespanne kollidiert. Wir waren glücklicherweise nicht involviert, mussten uns aber hinten anstellen. Wir haben dadurch den Anschluss an die Führungsgruppe verloren und mussten so von hinten wieder vor fahren. Insgesamt war es aber ein gutes Wochenende für uns.“

    Mikael Andersson (Trophy 1000 Wertung, P2 + P1)
    „Im ersten Rennen war es wirklich sehr rutschig, wir hatten keinerlei Grip, aber wir haben unser bestes versucht und konnten somit Zweiter in unserer Wertung werden. Das zweite Rennen war zwar schon trockener, aber es war immer noch sehr rutschig. Wir haben die Regenreifen drauf gelassen, doch es trocknete dann nach und nach ab und die Reifen waren dann auch am Ende, doch wir haben gut durch gehalten.“ Wir sind mit unseren Ergebnissen zufrieden und hätten es nicht besser machen können!

    Felix Bereuter (Trophy 1000, jeweils P4)
    „Ich bin mit Regenreifen draußen gewesen und da ist mir der Vorderreifen komplett eingegangen und ich konnte mich beim Bremsen nicht mehr auf der Strecke halten. Das Risiko war es mir nicht wert, auch wenn das natürlich schade ist. Hätte, wenn und aber, das nützt alles nix. Wir hoffen jetzt mal auf ein trockenes Rennen und versuchen es einfach beim nächsten Mal wieder.“

    Martin Schaffter (Trophy 600 Wertung, P1 + P4)
    „Ich konnte mich heute gut auf das Rennen konzentrieren und ich liebe es einfach im Regen zu fahren. Ich bin sehr happy. Es war heute unser erster Sieg in der Trophy und der erste bei den Seitenwagen überhaupt. Zudem hatten wir noch die schnellste Rundenzeit und das mit der letzten Startposition nach unserer Strafe vom Qualifying.“

    Enrico Wirth (Trophy 600 Wertung, P2 + P1)
    „Nachdem letzten Rennwochenende in Rijeka hatten wir erstmal ein bisschen Arbeit vor uns und mussten den Motor tauschen. In Most bestand unsere Aufgabe zunächst darin zu schauen ob alles funktioniert, da wir den Motor noch nie eingebaut hatten. Wir haben alle Trainingsmöglichkeiten genutzt, jedoch war Samstag sehr heiß und wir hatten auch mit Grip-Problemen zu kämpfen, jedoch für unsere Verhältnisse eine gute Zeit eingefahren. Leider ist das Wetter über Nacht komplett umgeschlagen. Das erste Rennen fand so komplett im Regen statt und mussten vorher das komplette Set Up ändern. Unser Start war okay und wir waren nach der ersten Runde Dritter. Den Platz konnten wir sechs Runden halten. Unerwartet kamen dann Schafter von hinten, die im Regen sehr gut zu Recht kamen und wir mussten ihnen den Platz in der Trophy-Wertung überlassen. Nach der Nullnummer in Rijeka dennoch wichtig 20 Punkte sicher wieder mitzunehmen. Das zweite Rennen fand unter Mischbedingungen statt. Unser Start war gut, es zogen 2-3 Gespanne innen rein, so dass ich nochmal eine andere Linie wählen musste in die Startkurve rein und als ich einbiegen wollte, krachte es von hinten und Bachmaier knallte uns Hinterrad und ich wusste natürlich nicht was ist. Nach einer halben Runde merkte ich das, das Motorrad keinen Schaden hatte und wir konnten angreifen und haben uns die vor uns liegenden Gespanne geschnappt.“

    Norbert Kirst (Trophy 600 Wertung, P4 + P3)
    „Der Start im ersten Rennen ist mir heute nicht so geglückt. ich fahre noch mit recht alten Regenreifen und somit musste ich das Feld von hinten aufholen. Ich halte mit den Reifen immer recht lange aus und das hat auch schon mal ganz gut geklappt beim letzten Mal und deswegen probiere ich das jetzt immer noch so ein bisschen. Im Halbtrocknen beim zweiten Rennen war ich einer der wenigen, der mit Slicks raus gegangen ist. Das war in den ersten Runden auch etwas wackelig, ging aber noch. Beim Start konnte ich mich ganz gut aus der Kollision raus halten und außen daran vorbei gehen. Ab der dritten Runde konnte ich dann Plätze gut machen.“

    Die Top 3 in der Trophy 1000-Wertung:

    1 Lundberg/Andersson 152
    2 Van Kampen/Bouius 134
    3 Baert/Mahl und Bereuter/Marklin je 113 Punkte


    Die Top 5 in der Trophy 600-Wertung:

    1 Wirth/Uhlig 170
    2 Knapton/Roick 149
    3 Schaffter/Graber 107
    4 Kirst/Kirst 102
    5 Siegel/Siegel 83


    Text und Fotos: Doreen Müller

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