Sidecar Trophy Lausitzring: Klare Sache für die Favoriten!

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Der zweite Tag auf dem Lausitzring begrüßte die Teilnehmer der Internationalen Sidecar Trophy mit Sonnenschein am Morgen. Und obwohl in Richtung Rennstart wieder deutlich mehr Wolken am Himmel aufzogen, hielt das Wetter diesmal durch und es wurde ein trockenes Hauptrennen gefahren. Über 13 Runden erstreckte sich diesmal der Kampf um Platz 1 in der Wertung Trophy 600 und Trophy 1000.

Anders als am Vortag kamen Wirth/Uhlig sehr gut beim Start aus Reihe eins davon, für Rösinger/Werner gab es diesmal nicht die Möglichkeit in der Mitte durchzugehen und so mussten sich die WM-Starter dahinter einreihen. Auf der Geraden hatte das 600er Gespann von Enrico Wirth jedoch keine Chance gegen die leistungsstärkeren F1-Motoren. Nach 50 Führungsmetern war es mit der Spitzenposition vorbei und Spendal/Crome sowie Endeveld/Remme zogen vorüber und kamen auf den Plätzen 1 und 2 nach der ersten Runde über Start-Ziel.

Der Regen-Sieger des Vortages Ken Knapton kam indes bei den trockenen Bedingungen nicht so gut zurecht und blieb auf Position 5 liegen. Dahinter folgten Norbert Kirst und Ralf Damaschke sowie Felix Bereuter und Valentin Marklin, welche es bereits mit dem schwedisch-besetzten Gespann Lundberg/Andersson zu tun hatten. Auch an der Spitze ging es zwischen den in Führung liegenden Endeveld/Remme und Spendal/Crome zur Sache. Doch den Niederländern gelang es sich abzusetzen und somit begannen sie bereits in der dritten Runde mit der Überrundung der vor ihnen liegenden Gespanne. Auch die nachfolgenden Teams gingen ans Überrunden und blieben oft im dichten Verkehr stecken.

Dadurch konnten nicht nur Endeveld/Remme davonzuziehen. Dies verschaffte auch den F2-Führenden Wirth/Uhlig eine sichere Führung von 7,5 Sekunden vor den Verfolgern Rösinger/Werner. Während es für das Team Early Grey somit schwierig wurde noch Boden gut zu machen, versuchten Knapton/Roick die zwischenzeitlich weiter zurück geworfen wurden, wieder nach vorn zu kommen und so wenige wie mögliche Meisterschaftspunkte zu verlieren. Das Gespann des Briten machte es Beifahrer Enrico Roick diesmal jedoch nicht so einfach und forderte einiges an Kraft und Gegenarbeit ab um in den Kurvenlagen am Boden zu bleiben. Mit Gesamt Platz 6, auf dem Podium Platz 3 (Trophy 600 Wertung Platz 2 ohne Rösinger/Werner) konnten Knapton/Roick ihre Führung in der Internationalen Sidecar Trophy behalten.

Der Sieg an diesem Tag ging in der F2 Wertung an Enrico Wirth und Ronny Uhlig, gefolgt von Eckhart Rösinger und Steffen Werner vor Ken Knapton und Enrico Roick. Bei den F1ern waren es die Niederländer Kees Endeveld und Jeroen Remme, die, obwohl sie ihre perfekte Linie nicht auf dem Lausitzer Kurs gefunden haben, dennoch auf dem Podium ganz oben standen. Dahinter auf Platz 2 konnte Milan Spendal mit seinem Beifahrer Hendrik Crome dennoch mehr als zufrieden über die 20 Meisterschaftspunkte sein, denn in einer neuen Teamkonstellation auf einer bisher unbekannten Strecke war dies ein mehr als gutes Resultat für die beiden, auch wenn am Ende 34 Sekunden auf den Sieger fehlten. Platz 3 rundete am Sonntag mit Nijland/Steenbergen ein weiteres niederländisches Team auf dem Podium ab.  

In der Gesamtwertung des Rennens erreichten schließlich Norbert Kirst und Ralf Damaschke Platz 7, was bei den F2-Gespannen Platz 4 bedeutete. Lediglich 0,522 Sekunden fehlten dem deutschen Duo dabei auf Knapton/Roick. Mit 14 Sekunden Rückstand folgten Felix Bereuter und Valentin Marklin (F1) auf Gesamt Platz 8 ins Ziel, dahinter die Schweden Lundberg/Andersson auf 9. Chris Baert mit Beifahrer Andreas Kolloch setzte sich gegen Remy Gasche und Katrin Meyer durch und komplettierte somit die Top Ten. Das Team Gasche (F1) folgte somit auf Platz 11, Christian und Ewald Siegel (F2) wurden 12ter, Markus Heck und Andre Hummel (F2) kamen auf Platz 13. Das Team Schafter/Graber (F2) blieben eine Runde zurück, ebenso wie Jens Sczepanski und Nicole Frey. Ebenso wie am Vortag hatten Jürgen Damaschke und Jürgen Sabaschus sowie Günter Gloeden und Malte Pecksen kein Glück mit dem Lausitzring, beide Teams beendeten das Rennen nicht und schieden erneut mit technischen Problemen aus.

Die Stimmen nach dem Rennen

Podium Trophy 1000

Podium Trophy 1000

Jeroen Remme (F1, Gesamt Platz 1, Trophy 1000 Platz 1)
„Wir hatten über zwanzig Sekunden Abstand und nicht wirklich einen Verfolger und somit war es teilweise etwas langweilig für uns“, berichtete Beifahrer Jeroen Remme nach dem Hauptrennen, denn aufgrund der zahlreichen Überrundungen steckte Kontrahent Milan Spendal im Verkehr fest. „Wir sind kein Risiko eingegangen, haben einfach 25 Punkte mit nach Hause genommen. Ich bin mit mir selbst zufrieden.“

Hendrik Crome (F1, Gesamt Platz 2, Trophy 1000 Platz 2)
„Der Anfang war recht gut und wir sind gut hinterher gekommen, aber dann hat das fehlende Training bei mir angefangen zu wirken und ich habe von Runde zu Runde gemerkt, dass die Hände einfach nicht mehr zu gingen. Jedes mal wenn man daneben greift und man nach korrigieren muss, dass geht nicht und da hab ich Milan gesagt, mach langsamer nach hinten haben wir Luft, die Pace halte ich nach vorne nicht. Kommen wir lieber als Zweiter an, denn zum Schluss wurde es immer schwieriger,“ schilderte Hendrik Crome seine Erlebnisse vom Hauptrennen, denn nach Tassilo Gall 2014 war dies das erste Mal, dass der junge Hannoveraner wieder als Beifahrer mit einem 1000er Gespann bei einem Rennen startete. Da Hendrik Crome auch in Frohburg mit Milan Spendal an den Start gehen möchte, heißt es nun trainieren, trainieren, trainieren um auf dem anspruchsvollen Kurs mithalten zu können. „Ich muss meine Arme trainieren, damit ich auf der Länge gut zu packen kann und Ausdauertraining

Valentin Marklin (F1, Gesamt Platz 8, Trophy 1000 Platz 4)
„War geil. Wir sind leider nur Vierter geworden da wir Probleme in den Linkskurven hatten, wahrscheinlich stimmte die Fahrwerkseinstellung nicht, “ so Valentin Marklin. „Vermutlich zu hart. Ein Training im Trockenen oder das erste Rennen im Trockenen wäre schön gewesen, da hätten wir das Setting ändern können. Wir hatten einen super Fight mit Nijland, mit Berührungen und allem Drum und Dran und es hat einfach nur Spaß gemacht. Es war eng, zum Ende konnten wir sie nicht mehr halten, wir sind dennoch zufrieden.“

Chris Baert (F1, Gesamt Platz 10, Trophy 1000 Platz 6)
„Das Wochenende war gut. Ich bin zufrieden nach all den Anfangsschwierigkeiten. Das Rennen war eigentlich vernünftig. Der Regen hat die Strecke sauberer gemacht, viel bessere wie an den anderen Tagen und das Rennen ist sehr gut für uns verlaufen. Der erste ist auf seinem Platz und ich bin auch auf meinem Platz, “ fasste Chris Baert zusammen, der im Hauptrennen ebenfalls mit Andy Kolloch an den Start gegangen war und mit Platz 10 weitere Punkte mitnehmen konnte.

Podium Trophy 600

Podium Trophy 600

Enrico Wirth (F2, Gesamt Platz 3, Trophy 600 Platz 1)
„Es läuft. Es geht gut weiter in der Saison. Das Motorrad läuft perfekt, wir funktionieren perfekt. Gestern waren wir zwar auch gut aber heute konnten wir die Form vom ersten Training bestätigen und konnten auch heute die schnellsten F2-Zeiten fahren. Beim Start hatte ich neue Reifen drauf, da waren die Grip-Probleme behoben. Da hatte ich dann soviel Grip, dass ich noch mal in der Kupplung nachfassen musste, dadurch haben wir wieder zwei Plätze verloren und wir waren in der Schikane rein Fünfter und in der zweiten Runde konnten wir attackieren und die zwei vor uns liegenden F2-Gespanne überholen und konnten dann unseren Vorsprung Stück für Stück ausbauen.“

Enrico Roick (F2, Gesamt Platz 6, Trophy 600 Platz 2 ohne Rösinger/Werner)
„Wir sind in den Rechtskurven nur rumgerutscht, da ging gar nichts. Wir hätten wohl noch ein neues Seitenwagenrad dran bauen sollen und dann hatten wir die falsche Übersetzung und wir mussten irgendwo im Drehzahlbereich fahren, wo gar nichts kam zwischen den Kurven. Gestern hatten wir keine Zeit zum ausprobieren, denn es war ja nass, “ erklärte Beifahrer Enrico Roick, dabei war deutlich sichtbar, dass der Veckenstedter allerhand Gegenarbeit leisten musste.

Text und Fotos: Doreen Müller

 

 

 

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