Sidecar Trophy: Jan Willem Nijland – Seitenwechsel nach Frohburg-Crash?

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Das Saisonfinale in Frohburg war DAS langersehnte Event bei vielen Roadracern, Fans und auch den Teams der Internationalen Sidecar Trophy, denn schliesslich ging es um die Entscheidung in der Meisterschaft! Dann kam das erste Rennen, welches bereits nach einer Runde durch einen schweren Unfall sein Ende fand.

Nicht nur die Gespanne der beteiligten Teams wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen, auch die Piloten Nijland/Steenbergen und Axelsson/Neilands verletzten sich zum Teil schwer. Auf den Tag genau zwei Monate nach dem Crash machte sich Jan Willem Nijland noch einmal auf den Weg nach Frohburg, um mit der Traditionsstrecke seinen Frieden zu schliessen. Im darauffolgenden Gespräch offenbarte der Niederländer anschliessend wie es ihm heute geht und welche Pläne er für 2017 hat. „Dennis weiss gar nicht mehr, dass wir gestartet sind, bei ihm ist alles weg,“ berichtet Nijland im Gespräch. Einzig ein Videomitschnitt eines Kontrahenten zeigte eine kurze Passage des Unfalls, welcher sich nur wenige Meter vor der Schikane ereignete.

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„Ich bin ganz normal gestartet und bin in der letzten Kurve ganz gut raus gekommen und die Schweden waren vor mir. Wir waren im Kampf mit ihnen und ich merkte wir haben viel mehr Speed als sie und habe gehofft dass es für die Passage noch geht,“ erinnerte Nijland sich. „Doch dann habe ich das Vorderrad gesehen, wurde erfasst und dann war alles weg. In dem Moment habe ich nur gedacht: festhalten! Das war das einzige!“, fasst er weiter zusammen. „Es ist immer noch ein grosses Wunder, dass ich „nur“ mit einem Genickbruch weggekommen bin!“

Seinen jan-willemBeifahrer Dennis Steenbergen erwischte es schlimmer. Doch mittlerweile konnte auch dieser wieder zu seiner Familie zurückkehren. Auch Artis Neilands, Beifahrer von Tomas Axelsson, von dem es zunächst wenig Nachrichten gab, musste bevor es zurück in die Heimat ging einen zweiwöchigen Krankenhausaufenthalt in Chemnitz verkraften. Doch nach wie vor schlägt das Herz des Anfangs 50-jährigen für den Rennsport.

Seiner Frau und Familie zuliebe soll jedoch dennoch Schluss sein. Auch die im Nackenwirbel- und Rückenwirbelbereich eingesetzten Schrauben und Platten, die für eine Versteifung sorgten, würden einen erneuten Einsatz im Gespann fast unmöglich machen. „Der sechste und siebte Wirbel machen überhaupt nichts mehr, vielleicht noch zehn Prozent,“so der hauptberufliche Produktentwickler weiter und zeigte eine Röntgenaufnahme. „Ich möchte immer noch sehr gerne fahren,“ beichtete Nijland schmunzeln. Seine Frau Jolanda sass während des Kaffeeplausch aufmerksam zuhörend neben dem mehrfachen Familienvater und weiss das sein Herz nach wie vor für den Rennsport schlägt. „Ich bin 30 Jahre Motocross gefahren im Seitenwagen und zwei Jahre Sidecar Trophy. Die letzten beiden Jahre waren am schönsten für mich, besonders wenn es etwas schwieriger wurde und es geregnet hat. Es ist schon traurig, dass es nun vorbei ist.“

Jedoch hat Nijland bereits neue Pläne, wie es weitergehen soll. „Fahren ist natürlich schön, aber das Basteln an den Maschinen ist für mich fast schöner. Mich hat die Technik schon immer interessiert und im Gegensatz zu meiner Zeit im Motocross sind die Seitenwagen hier, etwas komplett anderes. Man muss gut im Seitenwagen sich reinsetzen können und sofort spüren, dass das sein bzw. mein Platz ist. Ich bin am überlegen ob ich einen Rohrrahmen selber machen kann aus einem spezialen Stahl,“ erklärte er seine Gedanken.

„Die Idee dahinter ist einen Seitenwagen zu bauen, der gut zu bezahlen ist, auch wenn er zwei Kilogramm schwerer ist,“ eine Modell-Variante vielleicht auch für Teams wie Grabmüller/Kirchhofer, die im nächsten Jahr in der Seitenwagen WM deutlich an Gewicht zulegen müssen. Damit geht es für Nijland vom aktiven Rennsportler zum Gespannbauer! Aber auch neben der Tüftelei möchte Jan Willem Nijland mit seinem Team im nächsten Jahr zumindest am Rande der Strecke als Gast dem ein oder anderen Rennen beiwohnen.

Text und Fotos: Doreen Müller

 

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Kommentare (3)

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    Uwe # 13

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    Ich kenne den Jan Willem aus meiner Motocross Zeit. Ist ein sehr angenehmer Sportkamerad und sehr guter Fahrer. Gespanne bauen ist jetzt genau das richtige für ihn. Team Pirate 13

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      JW Nijland

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      Danke Uwe #13 Mahl sehen obs was wird!

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    jean cornet

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    bjr vous monter un team ou pas pour l annèe prochaine je cherche un sidecar pour 2017 j ai vendu mon rcn en françe je voulais arreter le sidecar mais ce n est pas possible apres 50 ans de courses si vous mettez votre sidecar a disposition a un pilote je suis candidat pour conduire le sidecar et participer aux frais ou si vous vendez dites le moi merci jean cornet

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