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Sidecar Trophy: Heiße Kämpfe im Goldrace an allen Fronten

Für den gestrigen Sonntag war das Hauptrennen über 12 Runden angesetzt. Ein schwerer Kampf stand den verbliebenen Startern bevor, denn der neue Asphalt und die heißen Temperaturen machten es Mensch und Maschine schwer gut durch das Wochenende zu kommen. Während bei den ein oder anderen Teams nochmal in einen Komplettsatz Reifen investiert wurde, mussten andere Kontrahenten hingegen sich technischen Schwierigkeiten widmen oder angeschlagene Beifahrer rechtzeitig zum Rennbeginn um 12:50 Uhr wieder einsatzbereit sein. Was man anschließend im Goldrace sah, war ein Punkteduell an allen Fronten. Nicht nur die Spitze war hart umkämpft, auch im folgenden Teilnehmerfeld gab es mehrere Duellanten, die bis zum Schluß ihre Gegner forderten.

Der Start verlief für alle Teilnehmer diesmal ohne Probleme. Auch Van Kampen/Bouius, die sich am Vortag schwer verschaltet hatten, kamen diesmal gut von der Stelle, hatten aber dennoch genügend Kontrahenten vor sich, die es anzugreifen galt. An der Spitze zeigte sich wieder das gewohnte Bild. Die Top 3 Gespanne Brutti/Ippoliti, Ozzimo/Zannarini und Treasure/Gorrie zogen auch am Sonntag erneut allen davon.

Adam Treasure und Brad Gorrie konnten diesmal gut mit den schnellen Italienern mithalten und blieben dicht an ihren Kontrahenten dran. Während Ozzimo/Zannarini immer wieder Attacken nach vorne fuhren, blieb Treasure in Schlagdistanz und hatte beide Italiener fest im Blick. Besonders die Start-Ziel-Gerade und die anschließende Linkskurve nutzte das Trio um sich vorbeibeschleunigen bzw. vorbeibremsen zu können. Dahinter folgten erneut Weekers/Moes und Wirth/Uhlig, wobei die Niederländer von Beginn an versuchten dem 600er Gespann davon zu kommen. Wirth/Uhlig gaben bis zur Rennhälfte jedoch mächtig Gas, so das Weekers/Moes beide immer wieder am Heck hängen hatten.

Auf Platz 5 verschafften sich derweil Kapeller/Mühlecker einen leichten Vorsprung auf Miroslav Medek und Ondrej Kopecky. Die Tschechen fuhren am Vortag im Sprintrennen auf Platz 3 und waren anfangs gut bei der Musik dabei. Jedoch fanden sie sich schnell in einer Gruppe wieder, in der es permanent zu Überholmanövern kam. Axelsson/Neilands sowie Baert/Mahl und Knapton/Roick nutzten jeden Meter auf dem neuen Asphalt um einen Vorteil herauszufahren. Ken Knapton fand sich jedoch immer wieder hinter dem 1000er Gespann von Chris Baert wieder und hatte seine Mühe einen Weg an dem Belgier vorbei zu finden.

Auch Medek/Kopecky konnten keine Lücke nach vorn rausfahren. Anders Axelsson/Neilands, das schwedisch-lettische Duo nutzte das Kampfgetümmel um sich aus dem Staub zu machen. Wenige Runden später sah man sie schließlich dicht zu Franz Kapeller und Josef Mühlecker aufschließen. Für die österreichischen Sidecar-Rookies wurde es schließlich ernst, denn Axelsson/Neilands wollten zügig an ihren Gegnern vorbei. Dies gelang auch den ART Suzuki-Piloten recht schnell, ein leichter Auffahrunfall mit Gusse/Maessemann Ende Start-Ziel sorgte jedoch dafür, dass Axelsson/Neilands ihre gute Position kurzzeitig verloren und erneut angreifen mussten.

Derweil ging es im Mittelfeld auch für Medek/Kopecky um einige Plätze zurück. Ken Knapton und Enrico Roick, sowie Van Kampen/Bouius, Gasche/Werner und De Haas/Segers gingen an der Shelbourne Honda vorbei. Medek/Kopecky fanden sich schließlich im finalen Kampf mit Baert/Mahl wieder, den die Tschechen für sich entscheiden konnten. Bis zum Rennende hin wurde schließlich an allen Fronten voller Einsatz gezeigt. Es bildeten sich mehrere Duellpartner bestehend aus zwei oder drei Gespannteams, so dass man nur schwer seinen Blick auf nur eine Szenerie wenden konnte.

Doch auch an der Spitze war noch nicht längst alles entschieden.  Drei Runden vor Schluß zeigten sich Brutti/Ippoliti wieder vorn liegend, auch wenn die anstehenden Überrundungen den Italienern mächtig Zeit kosteten. Das Aus des Führungsgespanns kam schließlich plötzlich und unerwartet. Eine Runde vor Schluß schien Beifahrer Francesco Ippoliti Probleme zu haben und das Duo fuhr an die Box. Somit war der Weg frei für Ozzimo/Zannarini. Jedoch hatten sie Treasure/Gorrie noch dicht an sich dran hängen, die nun die Möglichkeit sahen aus dem vermeintlich dritten Platz vielleicht auch einen Sieg beim Goldrace sich holen zu können. Adam Treasure hatte jedoch in der letzten Runde deutlich mehr Mühe gut überrunden zu können und kam letztlich nicht mehr an Ozzimo/Zannarini vorbei. Die Sprintsieger vom Vortag holten sich damit auch den Klassensieg der 1000ccm im Hauptrennen.

Treasure/Gorrie folgten somit auf 2., Weekers/Moes erbten überglücklich den dritten Podestplatz in der Gesamtwertung. Mit konstanten 1:42er Rundenzeiten überquerten Enrico Wirth und Ronny Uhlig schließlich Start-Ziel und machten damit das Triple in der Trophy 600 perfekt! Tomas Axelsson und Artis Neilands freuten sich über Gesamtrang 4 und machen mit den Punkten der Zweitplatzierten in der Trophy 1000-Wertung ihr Brünn-Desaster wieder wett.

Auch Franz Kapeller und Josef Mühlecker waren über ihren 5 Gesamtplatz mehr als glücklich, denn als punkteberechtigte Starter konnten sie bei ihrer zweiten Rennveranstaltung bereits zum ersten Mal sich als Drittplatzierte aufs Treppchen stellen.

In der Klasse der 600ccm ging hingegen der zweite Platz erneut an Ken Knapton und Enrico Roick, die sich bis zum Schluß gegen Robbert Van Kampen und Jarno Bouius (3.) zur Wehr setzen konnten. Remy Gasche und Steffen Werner sahen das Ziel als 9., Ilse De Haas und Ferry Segers machten im Goldrace ebenfalls einen bedeutenden Sprung nach vorn und komplettierten schließlich die Top Ten! 

Für Medek/Kopecky reichte es nach dem anfänglich starkem Start letztlich für Platz 11, Chris Baert und Ronja Mahl wurden Zwölfte, Christian und Ewald Siegel holten den 13. Platz vor Heck/Manz und Sedlacek/Rozenekova.

Markus Heck und Rene Manz wurden diesmal für ihre Hartnäckigkeit mit Gesamtrang 14. belohnt, nachdem sie ihre Dauerkontrahenten Damaschke/Sabaschus auf dem Automotodrom Grobnik nach spannenden Überholmannövern niederringen konnten. Auch die Norddeutschen werden nicht unglücklich über den Rennverlauf sein, denn immerhin nehmen sie 9 Punkte in der Trophy 600-Wertung für Gesamtrang 16. mit nach Hause. Gusse/Maessemann wurden 17.,  Markus Schwegler und Steffen Rähder bildeten diesmal auf Platz 18. das Schlusslicht, nachdem sie bereits technisch und menschlich geschwächt in den Start gerollt waren. Günter Gloeden und Carolin Zimmerman wurden im Hauptrennen nicht gewertet.

Stimmen aus dem Fahrerlager

Jarno Bouius (Trophy 600-Wertung Platz 3)
“Im Hauptrennen lief der Start bei uns deutlich besser! Uns haben zwar einzelne Gespanne beim Start überholt, wir konnten jedoch wieder gut aufschließen und uns Positionen zurück holen. Wir haben versucht so schnell wie möglich zu Knapton aufzufahren, da er einen kleinen Vorsprung auf uns hatte. Anschließend haben wir schön zusammen gekämpft. Ken und Enrico waren schon das gesamte Wochenende unsere direkten Gegner. Wir konnten aber Stellen finden wo wir schneller waren als sie, dafür waren sie auf der Geraden schneller als wir. Wir verlieren da noch ein bisschen an Leistung. Es war ein schönes Rennen und wir freuen uns über Platz 3.”

Markus Heck (Trophy 600-Wertung, Platz 6)
“Wir haben uns von Training zu Training und Rennen zu Rennen verbessert. Unser Ziel haben wir an diesem Wochenende erreicht: wir haben es geschafft Jürgen und Jürgen zu überholen. Das Gespann hat gehalten, im letzten Jahr sind uns zwei Motoren hier kaputte gegangen, dass war natürlich nicht so toll! Am Anfang hatten wir ein paar technische Probleme mit einem Sensor gehabt. Das konnten wir schnell beheben. Der Motor läuft, die Übersetzung passte gut und auch mit den Reifen kamen wir gut zurecht. Für das Rennen hatten wir einen neuen Hinterreifen, den wir vorher beim WarmUp eingefahren haben. Die Strecke ist ruhig zu fahren, Im Gegensatz zu vorher. Ende Start-Ziel muss man zwar noch immer beim Anbremsen aufpassen, weil da Bodenwellen sind aber ich komm gut auf der Strecke klar, obwohl ich sie eigentlich nicht mag. Auch Rene hat seinen Job wieder gut gemacht, für ihn ist es auch das zweite Jahr als Beifahrer.”

Adam Treasure (Trophy 1000 Gaststarter)
“Es war ein gutes Rennen und wir hatten einen guten Start. Anschließend haben wir eine gute Pace gefunden und konnten somit gut mithalten. Der Beifahrer des italienischen Gespannes schien dann auf einmal Probleme zu haben und sie fielen aus. Leider kam die karierte Zielflagge bevor die Möglichkeit hatten nochmal nach vorn anzugreifen. Wir sind somit Zweite geworden und hatten gleichzeitig die schnellste Rundenzeit, ich bin zufrieden damit. Ich war vorher schon ein paar mal in Rijeka und konnte schon ein paar gute Ergebnisse erzielen. Es ist eine schnelle Strecke für uns und es war gut für uns hier nochmal zum Fahren hergekommen zu sein. Das nächste Mal sehen wir uns in Most, aber auch in Schleiz und auf dem Red Bull Ring sind wir wieder mit dabei.”

Tomas Axelsson (Trophy 1000-Wertung, Platz 2)
“Wir hatten heute nicht so einen guten Start wie gestern. In beiden Sprints lief es supergut mit dem weichen Hinterreifen. heute nutzten wir einen härteren Gummi, da es auf 12 Runden ging und es sehr heiß war. Beim Start hatten wir wenig Grip, dafür zum Ende des Rennens richtig guten Grip und wir konnten gut überholen. Meine Erfahrung aus dem Motocross hilft mir jedoch mehr wenn die Distanz länger ist, ich bin nicht so der Sprinter. Ich sah Kapeller vor mir davon fliegen, sie hatten so einen guten Start! Ich wollte unbedingt an ihnen und der 47 dran bleiben. Wir mussten unbedingt ein gutes Ergebnis erzielen, nach unserem Ausfall in Brünn. Ich konnte sie auch überholen, hatte dann aber einen kleinen Zwischenfall nach der Start-Ziel-Geraden mit einem langsameren Gespann, wodurch die 7 wieder an uns vorbei gehen konnte. Wir mussten sie somit wieder einholen und sie ließen zum Schluß dann etwas nach. Artis hat das Rennen gut gemeistert, auch wenn sein Fuß ihm noch viel Probleme bereitet. Das Fahrgefühl ist für ihn anders als früher, es wirft ihn mehr hin und her. Artis fehlt noch die Praxis, es war schließlich das erste Mal nach zwei Jahren, ich denke dass dieses Ergebnis jedoch noch mal eine gute Motivation für ihn sein wird weiterzumachen.”

Franz Kapeller (Trophy 1000-Wertung, Platz 3)
“Das heutige Hauptrennen war absolut toll für uns! Vom Start her hat es gleich gut gepasst. Der Start beim gestrigen zweiten Sprintrennen war nicht so gut. Wir haben danach direkt überlegt was wir machen können und unsere Mechaniker haben uns noch Tipps gegeben mit den Reifen. Wir waren einfach nicht weggekommen! Beim Start haben wir uns voll auf die Ampel konzentriert und ich habe versucht mein Loch nach vorn zu finden. Es ging nur nach vorne und wir waren plötzlich Fünfter. Das war Wahnsinn. Wir haben tolle Kämpfe gehabt mit den anderen Teams. Es ist eine sehr faire Mannschaft! Wir sind ja erst das zweite Rennen dabei und sind begeistert. Kompliment an die anderen Gespanne, sehr super, sehr fair, weitsichtig – eine tolle Truppe, wie eine Familie. Es hilft jeder jedem und wir sind natürlich auch bereit zu helfen, wenn wir helfen können.”


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Text und Fotos: Doreen Müller-Uhlig

 

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