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Sidecar Trophy: Enge Positionskämpfe der Seitenwagen in Schleiz

Mit Vorfreude und Anspannung erwarteten die Piloten der Internationalen Sidecar Trophy das anstehende Rennwochenende in Schleiz. Sehr zur Freude zahlreicher Besucher im Gespannfahrerlager, sind auch in diesem Jahr die Gespanne hier nicht wegzudenken und starteten mit dem ersten Freien Training am Freitag offiziell in den vierten Meisterschaftslauf der Saison 2018!

Nachdem sich einige Tage zuvor die Starterliste noch einmal aus verschiedensten Gründen durchsortiert hatte, sah man am Freitag insgesamt 23 Gespannteams ihre Zelte aufschlagen. Nicht jeder davon nutzte die erste freie Trainingssession um sich einzufahren und so wurde das erste Qualifying Samstagmittag zum ersten Maßstab, wo man den genau in der Zeitenliste stehen würde. Von Beginn an nutzen unsere starken Gäste aus der Superbike*IDM und Sidecar WM die Fahrzeit für sich, um nicht nur schnelle Rundenzeiten aufs Tableau zu bringen sondern um auch die ein oder anderen technischen Feinheiten nach zu justieren.

Im Team Sattler/Neubert erlebte man am Freitag einen Motorschaden nach nur 3 Runden und so war bereits am Abend Fehlersuche angesagt, um am nächsten Tag sich weiter dem Ziel widmen zu können den Motor gut für den nächsten IDM-Lauf einzufahren. Auch Peter Kimeswenger und Jens Lehnertz ließen keine Sekunde Fahrzeit aus, um sich bestmöglich auf den bevorstehenden WM-Lauf am Sachsenring vorzubereiten. Ebenso hieß es für Christian Ruppert und Ueli Waefler Runde für Runde sich weiter zusammen einzufahren, da dem Duo heuer noch nicht viel gemeinsame Fahrzeit vergönnt war.

Doch auch bei unseren Permanentstartern zeigte es sich, dass die ersten Trainingsrunden wichtig waren, denn nicht jeder Starter war mit dem Schleizer Kurs und seinen Tücken bekannt. So tasteten sich Mühlecker/Hinterholzer langsam an die haarigen Passagen heran. Auch für Gusse/Maessemann ging es das erste Mal die Seng hinunter.

Mehr vertraut mit dem Kurs indes ist WM-Pilot Günther Bachmaier, dieser jedoch mit neuem Beifahrer Hendrik Crome am Start, benötigte auch erstmal etwas Zeit um mit der Strecke wieder wärmer zu werden. Dass es hier und da noch Nacharbeit bedurfte, zeigte ein unfreiwilliger Ausflug im ersten Qualifying neben die Strecke, bei dem Fahrer, Beifahrer und Gespann bis auf einen Schrecken unbeschadet blieben. Nicht ganz so glimpflich ging es für Ondrej Kopecky und seinen Fahrer aus.

Das Duo konnte bereits vor wenigen Wochen bei den Schleizer Classics Erfahrungen auf der Strecke sammeln und versuchte diese in der Trophy direkt umzusetzen. Im ersten Qualifying sorgte jedoch ein spektakulärer Crash für den Ausfall des tschechischen Teams, als nach dem Buchhübel in Richtung Kohlbach-Schikane die Bremse am F2-Gespann versagte und beide Gespannler gerade aus in die Streckenbegrenzung, bestehend aus Bauzäunen und Säcken, krachten. Das Gespann erlitt dabei einen technischen Totalschaden, Fahrer und Beifahrer blieben glücklicherweise unverletzt und traten direkt nach ihrem Ausfall die Heimreise an.

Nach diesem Schrecken machte sich die Trophy am Nachmittag mit 22 Startern ins zweite Qualifying. Dies dominierten erneut die starken Gäste. Allen voran Josef Sattler und Uwe Neubert mit 1:33.741 Sekunden, gefolgt von Adam Treasure und Brad Gorrie mit 2,2 Sekunden Rückstand. Als Drittschnellste beendeten Christian Ruppert und Ueli Waefler in der Gesamtwertung den Quali-Tag. Als schnellstes 600ccm Gespann folgten Peter Kimeswenger und Jens Lehnertz mit 1:38.218 auf Position 4, gefolgt von Enrico Wirth und Ronny Uhlig, die mit 1:40.208 das schnellste F2-Gespann in der Trophy 600-Wertung wurde.

Günther Bachmaier und Hendrik Crome übernahmen nach ihrem unfreiwilligen Ausflug im ersten Quali den sechsten Tabellenplatz der Gesamtwertung und platzierten sich somit in der Startaufstellung hinter ihren Kontrahenten Wirth/Uhlig in Reihe 3. Mit Norbert und Sören Kirst auf Startplatz 7 sowie Van Kampen/Bouius auf 8. sind die MSV Schwanenstädter dabei in guter Gesellschaft, wenn es um den Kampf ums Podium der Trophy 600er Klasse geht.

Eng ging es indes auch im Mittelfeld zu. Wenige Zehntel trennten hier die Dreiradakrobaten voneinander. Markus Schwegler und Steffen Rähder qualifizierten sich mit ihrer 1200ccm Diva als neuntschnellstes Gespann vor Remy Gasche und Steffen Werner (1000ccm) sowie Ken Knapton und Enrico Roick (600ccm). Christian Siegel, der in Schleiz mit Andy Kolloch einen erfahrenen Ersatzbeifahrer fand, freute sich indes über deutliche Fortschritte und letztlich Startplatz 12 vor Chris Baert mit Ronja Mahl (13.) und Tomas Axelsson, der in Schleiz mit Mikael Andersson von Position 14 aus ins Rennen gehen wird.

Jürgen Damaschke und Jürgen Sabaschus beendeten die Qualifyings als 15.ter, Detlef Rößler und Werner Lüttke kamen auf Rang 16, gefolgt von Sedlacek/Rozenekova (17.), Heck/Manz (18.), Baur/Baur (19.), Kapeller/Hinterholzer (20.), Gusse/Maessemann (21.) und Gloden/Zimmermann (22.).

Stimmen aus dem Fahrerlager

Peter Kimeswenger (Gaststarter Sidecar WM, Startplatz 4)
„Für uns ist Schleiz eine willkommene Vorbereitungsmöglichkeit für das nächste und übernächste Woche zwei WM-Läufe sind und wir zwei neue Motoren haben, die wir hier super einfahren können. Mit den Zeiten sind wir ebenfalls zufrieden und schauen gespannt auf die morgigen Rennen. Schleiz ist als Naturrennstrecke sehr schön und hat ihren eigenen Reiz. Ich fahre sehr gerne hier! Es ist eine schöne Kulisse und es macht Spaß hier zu fahren! Für uns ist kein Unterschied zu einer permanenten Rennstrecke! Der einzige Unterschied für uns hier ist, dass in der WM bereits in den Trainings ein Wettkampf entsteht, während wir hier als Gaststarter kein unnötiges Risiko eingehen wollen. Wir sind dankbar hier dabei sein zu können und bleiben daher auch einmal drei Kurven hinter einem langsameren Gespann.“

Günther Bachmaier und Hendrik Crome (Trophy 600-Wertung, Startplatz 6)
„Wir sind an diesem Wochenende nach einer langen Pause das erste Mal wieder gemeinsam zum Fahren gekommen und dementsprechend brauchte es auch wieder Zeit, dass wir uns einspielen. Zudem ist Schleiz eine anspruchsvolle und sauschnelle Strecke, die viel Kraft einem ab verlangt! Beim Training am Freitag sind wir schöne flüssige und langsame Runden zunächst gefahren und haben versucht uns zu orientieren, im ersten Quali hat es Hendrik leider nicht geschafft in der Kurve wo wir raus sind, richtig rauszugehen und blieb zu weit mittig, weswegen es dort zu unserem Ausfall kam. Wir haben uns direkt danach zusammen gesetzt und darüber gesprochen, was passiert ist und dies sofort im zweiten Qualifying auch umsetzen können. Dort lief es deutlich besser, wir konnten noch einmal zwei Sekunden heraus holen. Es ist für uns immer noch ein gemeinsames Herantasten, denn in Brünn sind wir das erste Mal zusammen gefahren, danach folgte das Bergrennen in Landshaag und die lange Pause bis Schleiz! Es funktioniert jedoch sehr gut zwischen uns und wir haben ein tolles Gefühl miteinander!“

Christian Siegel (Trophy 600-Wertung, Startplatz 12)
„Da mein Bruder leider krank ist, konnte er in Schleiz nicht an den Start gehen. Zum Glück hilft mir Andy Kolloch dieses Wochenende aus, mit dem ich sehr gut zu Recht komme. Wir haben uns insgesamt sogar um zwei Sekunden steigern können, über das Ergebnis freue ich mich sehr, denn Schleiz taugte mir anfangs nicht so. Gerade die Seng runter muss man zusehen, dass man am Gas bleibt! Andy ist ein sehr erfahrener Beifahrer und er hat mir viele Tipps geben können, die ich auch umsetzen konnte. Mein Bruder hat das Qualifying per Livetiming verfolgt und ist ebenfalls komplett zufrieden mit unseren Ergebnissen.“

Franz Kapeller (Trophy 1000-Wertung, Startplatz 20)
„Wir sind das erste Mal in Schleiz und das ist wirklich ein sehr anspruchsvoller Kurs! Leider konnte mein Stammbeifahrer dieses Wochenende nicht mit dabei sein, so dass unser Mechaniker Walther eingesprungen ist. Ihm fehlt selbst noch das Training, was sich hier auf dem Kurs schnell bemerkbar macht. Es ist jedoch ein schöner und schneller Kurs, der mir vom Grunde her zusagt. Wir wollen das Rennen gemeinsam gut über die Bühne bringen und möglichst viele Punkte mitnehmen, wir versuchen so gut wie möglich nach vorn zu kommen und wenn ich den Start gut erwische, könnten wir relativ weit vorn landen.“

Das erste Rennen der Sidecar Trophy in Schleiz startetet am Sonntag um 11:35 Uhr. Gegen 15:50 Uhr werden die Gespanne anschließend zum zweiten Rennen über den Buchhübel jagen.

Text und Foto: Doreen Müller-Uhlig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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