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Sidecar Trophy: Spannende Duelle rund um das Schleizer Dreieck

Am Sonntag hieß es für die Seitenwagen: “ladies and gentleman please start your engines!”. Zweimal wurden die Piloten der Internationalen Sidecar Trophy auf dem Schleizer Dreieck gefordert und zweimal erwarteten viele gespannbegeisterte Zuschauer auf den Tribünen am Buchhübel darauf, dass die Seitenwagen endlich an der Reihe sind. Geboten wurde den Fans an diesem Sonntag nicht nur spannende Zweikämpfe, sondern auch mehrere Gründe warum die Gespanne aus Schleiz nicht wegzudenken sind.

Nicht nur die Gaststarter lieferten sich enge Duelle um den Kurs, auch die punkteberechtigten Teams waren für die ein oder anderen Positionskämpfe und packenden Augenblicke gut.

Das 1. Rennen – Sprint

Der Sonntag begann zunächst mit dem Sprintrennen bei klaren Wetterbedingungen. Nachdem Hitzegewitter vorausgesagt waren, blieb es bis zum Mittag trocken, so das die Reifenwahl klar getroffen werden konnte. 22 Gespanne rollten in die Startaufstellung und warteten auf das Startsignal. Direkt vom Start weg zogen Josef Sattler und Uwe Neubert an die Spitze, auch Treasure/Gorrie und Ruppert/Waefler gingen direkt nach vorn. Ebenso legten Markus Schwegler und Steffen Rähder mit ihrer Ducati einen Bombenstart hin und kamen als drittes Gespann über den Buchhübel.

Enrico Wirth und Ronny Uhlig sowie Robbert Van Kampen und Jarno Bouius hatten indes keine perfekte Startphase und verloren so einige Plätze an die von hinten drückenden 1000er Gespanne. Als sich das Feld in der zweiten Runde bereits sortierte sah man das Team Sattler/Neubert mit klarer Dominanz in Führung liegend. Dahinter konnten sich die Australier auf Platz 2 setzen gefolgt von Christian Ruppert und Ueli Waefler. Währenddessen fielen Schwegler/Rähder zurück und kamen in Bedrängnis von Peter Kimeswenger und Jens Lehnertz. Auch Günther Bachmaier mit Hendrik Crome und Enrico Wirth und Ronny Uhlig rückten von hinten den Königswarthaern zu Leibe und gingen an der Ducati auf dem Bergabstück hinter dem Buchhübel vorbei. Wirth/Uhlig setzten sich schließlich gegen Bachmaier/Crome durch und hielten das lange 600er Gespann mit der Startnummer 21 hinter sich. 

Derweil blieb es an der Spitze nahezu unverändert. Josef Sattler und Uwe Neubert absolvierten Souverän ihr Sprintrennen und lagen bis zum Schluß in Führung. Um sich in die Podiumsplatzierungen nicht einzumischen entschied sich das IDM-Duo nicht mit Zielflagge als Sieger abgewunken zu werden, sondern die Boxeneinfahrt zu wählen. Der Sieg im ersten Lauf ging somit an Christian Ruppert und Ueli Waefler, die bis zum Schluß die vor ihnen liegenden Australier antrieben und letztlich auch überholen konnten. Dahinter platzierten sich Peter Kimeswenger und Jens Lehnertz auf Gesamtrang 3. Der Sieg in der Trophy 600 ging jedoch an Enrico Wirth und Ronny Uhlig, die mit knapp vier Sekunden Vorsprung vor Bachmaier/Crome das Ziel erreichten.

Das Podium bei den 600ern komplett machten Robbert Van Kampen und Jarno Bouius, gefolgt von Norbert und Sören Kirst, die sich im Rennen heftig gegen Tomas Axelsson und Mikael Andersson zur Wehr setzen mussten. Mehrfach kam es hier zu Positionswechseln, letztlich hatten die Norddeutschen die Nase vorn. Für einen Schreckmoment in der vorletzten Runde sorgten hingegen Gasche/Werner und Axelsson/Andersson als sie in der Kurve vor dem Buchhübel auf Tuchfühlung gingen. Während Beifahrer Mikael Andersson direkt das gegnerische Gespann zu spüren bekam, büßten Gasche/Werner ihre Nase ein. Beide Gespanne erreichten mit leichten Blessuren das Ziel. Mit Platz 8 ging der Klassensieg der Trophy 1000 an Axelsson/Andersson. Dahinter schoben sich Ken Knapton und Enrico Roick zwischen die 1000er-Kontrahenten. Remy Gasche und Steffen Werner holten sich mit Gesamtrang 10 den zweiten Platz bei den 1000cm, das Podium komplettierten Chris Baert und Ronja Mahl, nach einem kampfreichen Rennen zwischen den leistungsstärkeren Gespannen. 

Christian Siegel und Andy Kolloch wurden 12., Markus Schwegler und Steffen Rähder erreichten Rang 13, gefolgt Damaschke/Sabaschus (14.), Kapeller/Hinterholzer (15.), Gusse/Maessemann (16.), Sedlacek/Rozenekova (17.), Heck/Manz (18.) und Baur/Baur (19.). Detler Rößler und Werner Leo Lüttke mussten indes bereits am Vortag mit technischen Problemen kämpfen, zwar versuchte das Duo noch im Sprintlauf ob der Fehler behoben werden konnte, leider sorgte die ECU jedoch weiterhin für Schwierigkeiten und zwang das Duo zur vorzeitigen Rennaufgabe. Auch Günter Gloeden und Carolin Zimmermann konnten das Rennen aufgrund mechanischer Differenzen nicht beenden. 

Das 2. Rennen 

Auch im zweiten Rennen setzen sich Josef Sattler und Uwe Neubert direkt an die Spitze, dicht gefolgt von Treasure/Gorrie und Ruppert/Waefler mit wenigen Zehnteln Rückstand. Dahinter entstand ein dichtes Getümmel. Von hinten schoben die Gespanne die vor ihnen liegenden Kontrahenten förmlich durch die erste Kurve nach der Start-Ziel-Geraden so dass es auch hier wieder zu dem ein oder anderen Gespannkontakt kam. Günther Bachmaier und Hendrik Crome kamen diesmal vor Wirth/Uhlig über den Buchhübel und hängten sich sofort an Kimeswenger/Lehnertz dran Wirth/Uhlig fanden einigermaßen freie Fahrt, während es zwischen Kirst/Kirst, Schwegler/Rähder, Gasche/Werner, Knapton/Roick und Van Kampen/Bouius kuschelig eng wurde. Axelsson/Andersson wählten derweil den weg außen vorbei, während Damaschke/Sabaschus eine weite Außenlinie wählen mussten und von der Strecke gedrängt wurden. 

Nach und nach klärten sich die Fronten, während an der Spitze erneut Sattler/Neubert, Treasure/Gorrie und Ruppert/Waefler die ersten drei Plätze unter sich auszumachen schienen und Kimeswenger/Lehnertz ohne Konkurrenz sicher auf dem vierten Rang konstante Rundenzeiten abspulten, wurde es um den Klassensieg in der Trophy 600-Wertung spannend. Erneut duellierten sich hier Bachmaier/Crome mit Wirth/Uhlig. Im Hauptrennen bewiesen Bachmaier/Crome einen längeren Atem und hielten Wirth/Uhlig imer wieder auf Sicherheitsabstand. Mehrere Runden dauerte hier der Wettkampf an und wurde schnell zur Belastungsprobe auf dem  Beifahrerfordenden Straßenkurs. Mehrfach versuchte Enrico Wirth Ausgang Buchhübel sich seinen Kontrahenten zu schnappen, Günther Bachmaier gelang jedoch immer wieder der Gegenkonter. Schließlich gelang es Wirth/Uhlig doch vorbei zu kommen und die Ostdeutschen setzten sich Runde für Runde klar ab. Auch Tomas Axelsson und Mikael Andersson fuhren sich von ihren Verfolgern frei, die dahinter sich in einen Mehrkampf verstrickten. Gasche/Werner, Schwegler/Rähder, Knapton/Roick, Kirst/Kirst und Van Kampen/Bouius lagen lange Zeit dicht beieinander. Ken Knapton und Enrico Roick traten schließlich die Flucht nach vorn an, doch Norbert und Sören Kirst blieben den amtierenden 600ccm-Champiions dicht auf den Fersen. Norbert Kirst versuchte hartnäckig einen Weg vorbei zu finden, immer wieder kam es hier zu wirklich knappen Attacken, die Knapton/Roick parierten. Es sah ganz nach einer Podiumsmöglichkeit für die Norddeutschen aus, als sich Kirst/Kirst in der vorletzten Runde verzockten und Sören Kirst den Halt verlor. Beide Gespannpiloten blieben unbeschadet, die Podestchance war damit jedoch passé.

Der Gesamtsieg ging derweil erneut an Christian Ruppert und Ueli Waefler, die sich erneut gegen Adam Treasure und Brad Gorrie in letzter Distanz durchsetzten. Peter Kimeswenger und Jens Lehnertz kamen als Dritte ins Ziel. Enrico Wirth und Ronny Uhlig schnappten sich auch im Hauptrennen die Siegertrophäe in der Trophy 600, gefolgt von Günther Bachmaier und Hendrick Crome auf zwei in der Trophy-Wertung. Auch für Tomas Axelsson und Mikael Andersson bedeutete Platz 6 bei Zieleinlauf den zweiten Klassensieg bei den 1000ern. Auch Ken Knapton und Enrico Roick schafften den Sprung aufs Podium vor Van Kampen/Bouius (Gesamtrang 8.). Remy Gasche und Steffen Werner sicherten sich erneut die Punkte des Zweitplatzierten in der Trophy 1000-Wertung. Platz 3 ging ebenfalls erneut an Chris Baert und Ronja Mahl.

Markus Schwegler und Steffen Rähder wurden 11., gefolgt von Siegel/Kolloch (12.), Dmaschke/Sabaschus (13.), Kapeller/Hinterholzer (14.), Gusse/Maessemann (15.), Sedlacek/Rozenekova (16.), Heck/Manz (17.), Kirst/Kirst (18.) und Gloeden/Zimmermann (19.). Josef Sattler und Uwe Neubert fuhren erneut als Führende vor Rennablauf in die Box. 

 

Stimmen aus dem Fahrerlager

Enrico Wirth (Trophy 600-Wertung, 2 x Platz 1)
“Der Renntag lief sehr gut Wir Waren anfangs gespannt wie sich das Wetter entwickelt. Gottseidank hat sich dies gehalten. Wir konnten zwei kampfintensive Rennen fahren und mussten uns in beiden Rennen ziemlich stark behaupten, da unsere Starts nicht perfekt werden. Im ersten Rennen hatten wir 3-4 direkte Konkurrenten vor uns, die wir uns Stück für Stück greifen mussten, was uns auch gelungen ist und das wir zum Schluß einen Abstand heraus fahren konnten. Damit waren wir sehr zufrieden und optimistisch ins zweite Rennen gegangen. Der Start lief zwar besser, aber auch nicht perfekt und das Team Bachmaier konnte an uns vorbei ziehen und auch Kirst seine Nase war am Start neben uns zu sehen, wir konnten in der ersten Kurve  gegen halten. Es gab dann 6-7 Runden einen ziemlich harten Fight mit Günther Bachmaier. Das hat wirklich Spaß gemacht, es lief alles fair ab und wir konnten uns letztlich durchsetzen, einen kleinen Abstand raus fahren. Wir konnten damit auch unsere Meisterschaftsführung ausbauen und so optimistisch nach Oschersleben fahren.”

Günther Bachmaier (Trophy 600-Wertung, 2 x Platz 2)
“Wir haben im ersten Rennen bereits einen guten Start erwischt. Wir haben uns dann direkt an die ganzen angelehnt von den Schnellen, innen ist der Schwegler vor und Damaschke. Bei der Eingliederung am Buchhübel hatten wir Markus Schwegler vor uns und wurden aufgehalten. Wir hätten vielleicht direkt am Anfang versuchen sollen vorbei zu gehen und Abstand zu den hinteren zu gewinnen. So sind alle durchgeschlüpft. Allerdings wollte ich kein Risiko eingehen und mich rein stellen. Wir haben geschaut Runde für Runde schneller zu fahren, ich wollte dran bleiben doch uns ist leider die Kraft ausgegangen. Alle anderen sind in diesem Jahr schon mehr Rennen gefahren als wir und das haben wir auch gewusst als wir hier her kamen. Im Vordergrund steht für uns, dass wir uns einspielen und aneinander gewöhnen. Es kostet hier schon viel Zeit und Kraft, wenn man über mehrere Runden kämpfen muss. und wir wollten auch nicht unnötig etwas riskieren.”

Enrico Roick (Trophy 600-Wertung, Platz 5 & 3)
“Der Start beim zweiten Rennen war recht gut. Wir sind gut durchs Feld gekommen, hatten aber danach mit den 1000ern ganz gut zu tun! Auf der Geraden sind sie nun mal schneller und in der Seng standen sie uns jedoch im Weg, aber Ken schafft es dort immer außen zu überholen. Kirsts kamen uns anschließend noch einmal näher und haben uns auch überholt, aber anscheinend konnte sein Beifahrer nicht mehr und er war in der letzten Runde weg. Es war insgesamt ein schönes Rennen und hat uns viel Spaß gemacht.”

Jarno Bouius (Trophy 600-Wertung, Platz 3 & 4 )
“Das zweite Rennen war deutlich härter für uns als das erste. Wir konnten an den 1000ern nicht vorbei kommen. Beim Start hatten wir direkt Kontakt mit einzelnen Gespannen, wo vielleicht auch etwas verbogen wurde. Wir haben in der zweiten Kurve auch direkt die Kerbs mitgenommen, vielleicht ist dadurch auch etwas defekt. Zum Schluß hatten wir nicht mehr soviel Grip und wurden auch etwas müde, denn die Strecke ist schon kräftezehrend. Zufrieden sind wir dennoch. Im ersten Rennen konnten wir gut bei Bachmaier bleiben und haben auch unsere Zeiten verbessern können. Als nächstes geht es nach Oschersleben, das ist eine unserer Lieblingsstrecken.”

Norbert Kirst (Trophy 600-Wertung, Platz 4)
“Wir waren dicht an Ken Knapton dran, fuhren aber auch am Limit und hatten vorher schon einen kleinen Fehler drin. Sören war unten in der Schikane schon ganz schön k.o. gewesen, da wir die ganze Zeit nur am kämpfen waren, das schafft einen ganz schön und am Ende war die Kraft vorbei. Ich bin durch das Grüne durch, wodurch Ken wieder ran war und dann ging das Gefecht wieder los, Sören hat sich verturnt und fiel aus dem Gespann. Der Start war allerdings auch schon ganz schön haarig und anschließend das erste Stück am Buchhübel ging es jeder gegen jeden, Markus war neben mir und daneben der Schwede, die drückten beide gegen mich und gegen meinen Fuß. Der Schalthebel war fast am Hinterrad so dass ich da erstmal schauen musste ob noch alles geht, natürlich waren dann wieder 3-4 Gespanne vorbei. Wir haben uns dann langsam sortiert, alles eingesammelt und sind fast noch Dritter geworden.”

Mikael Andersson (Trophy 1000-Wertung, 2 x Platz 1)
“Das Rennen war wirklich perfekt! Es ging in den ersten Kurven sehr eng zu und auch den ganzen Weg hinab in die Stadt lag alles dicht beieinander! Der Rest wurde dann etwas langsamer, während die Spitze uns davon eilte. Die schnellsten waren hier auch schwer zu erreichen, ich hatte aber viel Spaß hier auf der Rennstrecke und happy darüber Tomas im Boot aushelfen zu können.”

Ronja Mahl (Trophy 1000-Wertung, 2 x Platz 3)
“Wir haben im Sprintrennen das beste herausgeholt was zu diesem Zeitpunkt für uns möglich war und sind somit mehr als zufrieden mit dem 3. Rang! Leider hatten wir im Rennen anscheinend Probleme mit dem Motor, denn ich hatte plötzlich enorm viel Wasser auf meiner Plattform, was mir die Arbeit als Beifahrer sehr erschwerte. Ich hatte richtig Mühe gut agieren zu können. Wir haben das Rennen trotz dessen sicher ins Ziel beendet. Bis zum zweiten Rennen konnten wir unser Gespann glücklicherweise wieder fit bekommen und haben uns dort einen weiteren Podiumsplatz erkämpft.”

Markus Schwegler (Trophy 1000-Wertung, 2 x Platz 4)
“Der Start im Sprintrennen hat super gut geklappt und ich bin damit sehr zufrieden gewesen. Allerdings schlug dann ein menschliches Problem zu, meine Kupplungshand ist immer härter geworden und ich musste (Kontrahenten) durchgehen lassen. Wir sind Stück für Stück zurück gefallen. Ich habe die Pause bis zum zweiten Rennen genutzt, damit ich wieder fit werde und wir durchfahren können. Das lief auch besser. Wir waren näher an der Gruppe dran und hatten schöne Kämpfe über die ganze Rennzeit. Ich bin zufrieden.”

Josef Sattler (Gaststarter, IDM Superbike*Sidecar)
“Wir sind gern hier gewesen und kommen auch gern wieder! Mit dem Test waren wir dieses Wochenende sehr zufrieden, denn für den IDM-Lauf hier in Schleiz war dieser Test für uns sehr wichtig. Alles lief hervorragend und konnten alles ausprobieren was wir uns vorgenommen hatten. Als nächstes folgt für uns Zolder bevor wir wieder nach Schleiz zurück kommen.”

Christian Ruppert (Gaststarter, IDM Superbike*Sidecar)
“Für uns ging es hauptsächlich darum wieder warm zu werden mit der Strecke, denn in Schleiz braucht man besonders eines: Fahrkilometer und Erfahrung! Der Start war gut und wir konnten den dritten Platz halten. Wir haben gesehen, dass der Beifahrer von Adam Probleme bekommt und konnten dies zum Schluß nutzen. Ansonsten war der Speed gleich und wir hätten keine Chance gehabt. Wir haben gepusht und konnten Aufschließen und hinten an der Schikane, wo es über die Straße drüber geht, unterlief den beiden ein Fehler und ich konnte mich daneben stellen und vorbei gehen. Es war wieder schön und hat uns viel Spaß gemacht.”

Die gesamten Ergebnisse der Sidecar Trophy in der Übersicht findet Ihr HIER.

Text und Fotos: Doreen Müller-Uhlig

 

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