• RTN
  • WM Serien
  • Sidecar Trophy: Die Favoriten behaupten sich auf dem Red Bull Ring

Sidecar Trophy: Die Favoriten behaupten sich auf dem Red Bull Ring

IMG-20160820-WA0013

Mit einem starken Teilnehmerfeld reiste die Internationale Sidecar Trophy an diesem Wochenende nach Spielberg auf den Red Bull Ring. Die eindrucksvolle Strecke bot bereits am vergangenen Wochenende einiges an spannender Rennaction, aber auch im Rahmen der Trophy 600 und Trophy 1000 könnte es in den bevorstehenden Läufen bereits zu Vorentscheidungen in der Meisterschaftsvergabe kommen. Vor allem die Titelfavoriten Kees Endeveld und Jeroen Remme aus den Niederlanden waren mit frischen Erfahrungen aus der WM nach Österreich angereist. 

Doch auch weitere Teilnehmer aus den angrenzenden Ländern wie auch WM-Permanentstarter u.a. Kimeswenger/Billich (F1) und Bachmaier/Wechselberger (F2) waren ebenfalls nach Spielberg gekommen um sich in ihren Klassen messen zu können. Der Morgen startete jedoch wenig vielversprechend, dichter Nebel war über die malerische Anlage gezogen und verhiess zunächst nichts Gutes. Pünktlich zum Trainingsstart um 8:55 Uhr war jedoch der Himmel wieder klar und die Gespanne konnten die Strecke erkunden.

Dabei zeigten sich von Beginn an Kimeswenger/Billich und Endeveld/Remme jeweils abwechselnd an der Spitze der Zeitenliste, auch Ozimo/Zannarini funkten mehrfach dazwischen. Mit 1:41.195 sec waren die Niederländer das schnellste Gespann im ersten Training. Mehr als eine Sekunde dahinterfolgten die WM-Starter Peter Kimeswenger und Markus Billich mit der zweitschnellsten Rundenzeit. Milan Spendal mit Beifahrer Peter Hill fehlten indes bereits knapp zwei Sekunden zu den Führenden. Als schnellstes F2-Gespann mit 1:47.399 sec waren Bachmaier/Wechselberger in der Morgensession unterwegs, dahinter das Team Zweirad Wirth mit 1:49.071. Platz 7 in der Gesamtwertung belegten Felix Bereuter und Valentin Marklin mit ihrer LCR Suzuki 1000. Die derzeit Meisterschaftsführenden in der Trophy 600-Wertung Knapton/Roick mussten sich indes mit Position 9 zufrieden geben. Auf Platz 10 folgten Chris Baert und Ronja Mahl mit 11 Sekunden Rückstand, besonders für Beifahrerin Ronja Mahl stellte das erste Training eine Bewährungsprobe dar, nachdem sie aufgrund eines Unfalls in Schleiz beim letzten Lauf auf dem Lausitzring aussetzen musste. Für das Team Gasche/Meyer  ging es nicht so recht im Training aus. In der zweiten Runde crashte das Gespann mit der Startnummer 47 und musste das Training somit vorzeitig beenden. 

Auch im zweiten Training führten Endeveld/Remme die Zeitenliste an und verbesserten sich nochmals um knapp drei Sekunden. „Wir waren heute das erste Mal auf dem Red Bull Ring,“ so Jeroen Remme. „Zuvor hatten wir bereits viel über die wunderschöne Gegend gehört und ich muss sagen es ist wirklich sehr schön hier. Die Strecke selbst ist sehr schnell, es ist wichtig die Geschwindigkeit aus den Kurven heraus zu halten, aufgrund der langen Geraden. Das Ziel für das zweite Training war dann schliesslich bis ans Limit zu gehen, denn nun kannten wir die Strecke und konnten die Rundenzeiten verbessern. Wir waren dazu in der Lage eine 1:39.6 zu fahren. Wir hatten ein paar Probleme mit dem Spin, nichts gravierendes und danach ging es wieder weiter.“ Hinter den Niederländern verdrängten diesmal Ozimo/Zannarini mit 1:42.194 Kimeswenger/Billich von Platz 2. Den Österreichern blieb jedoch der dritte Startplatz vor Spendal/Hill erhalten. Die zweite Reihe komplettierte nach dem Zeitentraining das schnellste F2-Gespann Bachmaier/Wechselberger, dahinter standen Bereuter/Marklin auf Platz 6, Wirth/Uhlig auf 7 und Knapton/Roick auf 8 nahezu gleichauf. Mit Nijland/Steenbergen und Lundberg/Andersson war die Top Ten komplett.

Auch beim ersten Rennen – Sprint über 5 Runden – zeigte sich der Red Bull Ring von seiner besten Seite. Endeveld/Remme erlebten jedoch keinen fantastischen Start und verloren zunächst die Führung an Peter Kimeswenger und Markus Billich. Auch Spendal/Hill zogen an dem F1-Gespann vorbei. Doch bereits kurze Zeit später gelang es Endeveld/Remme die Lücke wieder zu schliessen und sich vor die beiden 1000er zu setzen und einen leichten Vorsprung herauszufahren. Endeveld/Remme entschieden schliesslich das Sprintrennen für sich,während Kimeswenger/Billich und Spendal/Hill Platz 2 und 3 unter sich aus machten, dabei hatten letztlich Spendal/Hill mit zwei Sekunden die Nase vorn.

„Wir hatten nicht den besten Start und verloren wenige Plätze, waren aber in der Lage die Pace wieder schnell zu finden und somit zurück auf den zweiten Platz zu gelangen,“ beschrieb Jeroen Remme die Anfangssituation. „Nach einigen Platzwechseln in den ersten drei Runden konnten wir davon fahren und unseren Rhythmus finden, das Rennen fühlte sich sehr kurz an, da wir vor kurzem in der WM und IDM gestartet sind und man dort längere Distanzen fährt. Das Sprintrennen zu gewinnen ist natürlich sehr gut für die Meisterschaft. Wen wir es schaffen auch die anderen Rennen morgen zu gewinnen, haben wir auch die Meisterschaft gewonnen.“

Mit 24 Sekunden Rückstand überquerten schliesslich Felix Bereuter und Valentin Marklin die Ziellinie vor Günther Bachmaier und Yeti Wechselberger (F2) sowie Chris Baert und Ronja Mahl auf Gesamt Platz 6. „Heute morgen im 1. Quali mussten wir erstmal ausprobieren wie es ging mit der Ferse und allem,  weil es noch nicht ganz verheilt ist. Es hat aber nicht viel weh getan und ich konnte wieder Vertrauen fassen. Das zweite Quali lief schliesslich gleich viel, viel besser. Vertrauen zu Chris war zu 100  Prozent da. Der Kopf war auch wieder frei vom Unfall, dennoch war ich vorm Rennen ziemlich nervös gewesen. Wir hatten aber einen super Start und waren hinter Bachmaier, Felix Bereuter war noch davor und wir kamen zweimal an Bachmaier vorbei, wir waren dran, aber durch Verbremser wurde das Loch dann wieder grösser. Im Grossen und Ganzen bin ich aber erleichtert und glücklich wie es heute lief,“ berichtete Beifahrerin Ronja Mahl nach dem Sprintrennen. 

Der eigentliche Sieger der Trophy 600 war jedoch das Team Zweirad Wirth, die als Gesamtsiebte ins Ziel kamen. Da Bachmaier/Wechselberger als WM-Starter nicht in der Wertung mitzählten, sicherten sich Enrico Wirth und Ronny Uhlig wichtige Punkte im Meisterschaftskampf. „Unser Start hat gut funktioniert,“ berichtete Ronny Uhlig anschliessend. „Ken konnte in der ersten Kurve kurz die Nase zeigen. Wir waren von Anfang an in einer guten Position und konnten den Abstand zu Bachmaier konstant halten und nach hinten kontrollieren. Mit den vorderen F1 war ebenfalls ein mithalten möglich, aufgrund der Strecke gelang es uns jedoch nicht Chris und Felix zu überholen.“Die Titelkontrahenten Ken Knapton und Enrico Roick blieben zunächst an der LCR Kawasaki dran, mussten im Verlauf des Sprints jedoch abreissen lassen. „Vom Start her lief es eigentlich ganz gut,“ bemerkte Enrico Roick. „Allerdings hat Chris Baert uns dann noch überholt und wir sind nicht wieder an ihm vorbeigekommen. Die ersten Runden sind wir allerdings gerutscht, zum Schluss ging es dann jedoch eigentlich, wir sind zwar noch mehr gerutscht aber die schnellste Rennrunde gefahren von den F2. Wir hoffen mal dass es morgen regnet, dass wir Enrico Wirth somit etwas in Schach halten können.“

Die weiteren Zielergebnisse:

Platz 9 Lundberg/Andersson (F1)
Platz 10 Kirst/Kirst (F2)
Platz 11 Nijland/Steenbergen (F1)
Platz 12 Peracchino/Padoan (F1)
Platz 13 Meister/Seib (F1)
Platz 14 Siegel/Kolloch (F2)
Platz 15 Damaschke/Sabaschus (F2)
Platz 16 Pickl/Pecksen (F2)
Platz 17 Schafter/Graber (F2)
Platz 18 Stippel/Deutschmann (F2)
Platz 19 Heck/Hummel (F2)
Platz 20 Caltagirone/Cerioni (F1)
Platz 21 Medek/Kopecky (F2)
Platz 22 Gloeden/Hoffmann (F2)
Platz 23 Walz/Klotz (F1)
Platz 24 van Kampen/Joosen (F1)

Text: Doreen Müller

Foto: Kornelia Rösinger

Tags:, ,

Trackback von deiner Website.

Kommentieren