Sidecar Trophy: Der Titel rückte in der Steiermark in greifbare Nähe!

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Der zweite Tag auf dem Red Bull Ring begrüsste die Teilnehmer der Internationalen Sidecar Trophy mit schwierigen Wetterbedingungen. Und während im Nassen zwei F2-Gespanne alle anderen sprichwörtlich „im Regen stehen ließen“, zeigte sich das die Meisterschaftsentscheidung wohl doch erst beim letzten Lauf in Frohburg fallen würde. Genau ein Punkt fehlte Endeveld/Remme letztlich um sich bereits in Österreich den Titel in der Trophy 1000 holen zu können! Viele Hürden bestehen für die Niederländer jedoch nicht mehr, der blosse Antritt in Frohburg ist ausreichend um sie zum Meister in ihrer Klasse zu krönen. Auch bei den F2 ist die Titelvergabe noch offen, jedoch haben sich Knapton/Roick ein gutes Polster geschaffen.

Das zweite Rennen – Sprint (6 Runden)

Das erste Rennen, Sprint, wurde über 6 Runden angesetzt. Das bekannte gelb-schwarze Gespann von Remy Gasche und Katrin Meyer ging nach ihrem Ausfall am Vortag diesmal nicht mit an den Start. Schweizer Remy Gasche hatte mit Problemen im Fuß zu kämpfen und konnte bereits am Samstag im Training nicht mehr genug Kraft aufwenden um richtig zu schalten. Demnach kam die Entscheidung nicht am Rennen auf der anspruchsvollen Strecke teilzunehmen, folgerichtig.

Den Start konnten diesmal Peter Kimeswenger und Markus Billich für sich entscheiden, gefolgt von Günther Bachmaier und Yeti Wechselberger. Bereits nach der ersten Runde betrug der Abstand zu den folgenden Milan Spendal und Peter Hill 2,2 Sekunden. Auch Knapton/Roick blieben dicht dran, hatten es jedoch zunächst in einer Dreiergruppe mit Ozimo/Zannarini und Lundberg/Andersson zu tun. Die Meisterschaftsführenden in der Trophy 1000-Wertung Endeveld/Remme erlebten keinen guten Start und büssten direkt mehrere Plätze ein. Auch Wirth/Uhlig lagen in der zweiten Runde auf Rang 9 mit sieben Sekunden Rückstand auf die Titelkonkurrenten Knapton/Roick.

Währenddessen setzten sich an der Spitze die WM-Starter Kimeswenger/Billich deutlich ab, dahinter Bachmaier/Wechselberger mit ihrer LCR Suzuki 600 auf 2. Auch Knapton/Roick holten dicht auf während Spendal/Hill nach einem heftigen Dreher weit zurück fielen. Auf der noch wenig abgefahrenen Strecke hatten die Trophy am Rennsonntag gut zu tun, um mit ihren Gespannen auf der Strecke zu bleiben, denn hier und da stand das Wasser noch auf dem Asphalt und bildete gefährliche Passagen. In der finalen Runde erwischtes es so das Gespann von Kimeswenger/Billich. Klar in Führung liegend, legte es die Österreicher aufs Dach. Während Fahrer und Beifahrer glimpflich davon kamen, hatte die LCR BMW nicht soviel Glück.

Den Sieg erbten somit Bachmaier/Wechselberger, die jedoch als WM-Starter keine Trophy-Punkte erhalten. Mit 6 Sekunden dahinter holten sich Knapton/Roick wichtige Punkte für die Meisterschaft zurück. Ozimo/Zannarini überquerten als Sieger der F1-Klasse die Ziellinie, gefolgt von Endeveld/Remme auf Gesamtrang 4 (F1 Rang 2), Lundberg/Andersson auf 5 (F1 Rang 3) und Baert/Mahl auf Platz 5. Bei den F2 komplettierten Schaffter/Graber das Sprint-Podium und sorgten damit für eine Überraschung in dieser Klasse. Nijland/Steenbergen wurden Gesamt 8. Wirth/Uhlig beendeten den Lauf zwar als 9, konnten aber die Punkte für den Drittplatzierten mitnehmen.

Die weiteren Platzierungen: 10. Siegel/Kolloch (F2), 11. Spendal/Hill (F1), 12. Damaschke/Sabaschus (F2), 13. Pickl/Pecksen (F2), 14. Bereuter/Marklin (F1), 15. Heck/Hummel (F2), 16. Medek/Kopecky (F2), 17. Kirst/Kirst (F2), 18. Stippel/Deutschmann (F2), 19. Gloeden/Hoffmann (F2) und Walz/Klotz (F1) auf 20.

Das Hauptrennen – Goldrace (10 Runden)

Im Hauptrennen war der Weg frei für Ken Knapton und Enrico Roick. Bereits in Schleiz bewies der Engländer, dass ihm diese Wetterlagen sehr zu liegen schien. Das F2-Gespann ging zunächst in Führung, dicht gefolgt von Bachmaier/Wechselberger. Beide F2er lieferten  eine eindrucksvolle Show und pushten sich gegenseitig. 3,6 Sekunden dahinter folgten Wirth/Uhlig und Endeveld/Remme auf 3 und 4. Aber auch Ozimo/Zannarini, Spendal/Hill und Nijland/Steenbergen blieben dicht dran. Die F1-Gespanne nahmen schließlich die LCR Yamaha des Ascherslebeners gehörig in die Zange und fuhren deutlich schnellere Rundenzeiten. Runde für Runde wurden Wirth/Uhlig von den 1000ern überholt, ein weiteres F2 Duo kam ihnen jedoch nicht in die Quere. Vier Runden vor Schluss gelang es schließlich Günther Bachmaier an Ken Knapton vorbeizugehen und sich von dem Briten abzusetzen. Auch Spendal/Hill holten indes gewaltig auf, jedoch fehlten Spendal bereits knapp 30 Sekunden auf die Führenden. Das Hauptrennen gewannen somit Bachmaier/Wechselberger vom MSV Schwanenstadt vor Knapton/Roick (F2) und Spendal/Hill. Ozimo/Zannarini (F1) wurden Gesamt 4, gefolgt von Endeveld/Remme auf Gesamt 5 (F1) und Nijland/Steenbergen (F1) auf Gesamt Rang 6. Das Team Zweirad Wirth überquerte als Gesamt Siebter die Ziellinie und schaffte es als drittes F2-Gespann aufs Treppchen, erhielten jedoch die Punkte für den Zweitplatzierten.

Die weiteren Ergebnisse: 8. Schaffter/Graber (F2), 9. Baert/Mahl (F1), 10. Lundberg/Andersson (F1) , 11. Kirst/Kirst (F2), 12. Siegel/Kolloch (F2), 13. Stippel/Deutschmann (F2), 14. Damaschke/Sabaschus (F2), 15. Heck/Hummel (F2), 16. Bereuter/Marklin (F1), 17. Pickl/Pecksen (F2), 18. Gloeden/Hoffmann (F2)

Nicht gewertet wurden: Van Kampen/Joosen (F1), Walz/Klotz (F1), Peracchino/Padoan (F1), Medek/Kopecky (F2), Meister/Seib (F2)

Einzelne Stimmen aus dem Rennen:

Jeroen Remme (F1 – Sprint P4, Goldrace P5)
„Beim zweiten Rennen am Morgen war die Strecke nass und obwohl ich auf trockene Bedingungen gehofft hatte, war es im gesamten kein schlechtes Rennen. Leider hatten wir einen schlechten Start, aber wir konnten schnell wieder aufholen und waren nach einer Runde hinter Spendal und Ozimo. Wir wollten keine Risiken eingehen und blieben einfach hinter der Gruppe. Es zeigte uns dass es die richtige Entscheidung war, denn Spendal drehte sich nach drei Runden, auch Kimeswenger unterlief ein Fehler und sein Bike crashte. Für uns war es richtig auf Nummer sicher zu gehen und somit holten wir uns 25 Punkte. Im Hauptrennen waren wir in derselben Gruppe wie Spendal und Ozimo und hatten die gleiche Pace. Wir tauschten einige Male die Positionen. Auch hier konnten wir nicht zuviel Risiko für die Meisterschaft eingehen und wurden solide Dritte. Es ist besser die Punkte mit nach Hause zunehmen, als im Kiesbett zu landen!“

Valentin Marklin (F1 – Sprint P14, Goldrace P16)
„Felix ist nicht wirklich der Regenfahrer. Es war echt schwierig bei den Bedingungen auf dem neuen Asphalt gut zu Recht zu kommen. Wir haben aber das möglichste herausgeholt was geht!“

Ronja Mahl (F1 – Sprint P6, Goldrace P9)
„Wir waren uns anfangs nicht sicher ob wir mit Regenreifen oder Slicks rausgehen, die Strecke war aber noch ziemlich nass so dass die Wahl auf Regenreifen fiel,“ beschrieb Beifahrerin Ronja Mahl die Situation vor dem Sprintrennen. „Der Start war wirklich nicht gut,  wir hatten super viel Wheelspin. Dann sind wir relativ schnell ziemlich weit nach vorn gekommen und hatten ein super Rennen. Es hat richtig Spaß gemacht und dadurch das Milan sich vor uns noch gedreht hatte, konnten wir vorbei und noch einen Platz vorfahren, was gute Punkte für die Meisterschaft sind. Beim Hauptrennen war der Start leider noch schlechter als am Morgen, aufgrund des Wheelspin. Aber wir haben gut aufgeholt und uns in der vorletzten Runde an den Schweden vorbeigebremst und sind vor ihnen ins Ziel gekommen. Insgesamt waren wir auch eine Sekunde schneller als am Morgen und sind super zufrieden.“

Enrico Roick (F2 – Sprint P2, Goldrace P2)
„Beim Start zum Sprintrennen sind wir gut weggekommen und haben gleich auf der Geraden Team Wirth überholt, Bachmaier war dann jedoch schon weg gewesen. Wir hatten die Gefahr, der sich dauernd drehenden F1-Gespanne und Spendal/Hill war da nicht mehr all zuviel Platz wo wir durchgefahren sind  aber es war ein schönes, nasse Rennen. Im zweiten Rennen lief der Start auch perfekt, wir waren gleich Zweiter und haben das Team Bachmaier überholt und waren bis zur 4-5 Runde in Führung. Dann setzte jedoch wieder etwas Regen ein und ich hatte den Luftdruck der Reifen für wenig Wasser gewählt, dadurch fing es wieder an zu Rutschen und Günther konnte bei einem unserer Rutscher an uns vorbeifahren. Wir mussten Ihn dann ziehen lassen, sie bekommen ja eh keine Punkte. In der Letzten Runde hat sich Bachmaier gedreht, da waren sie nicht weit weg von uns und Ken hat nochmal richtig Gas gemacht, wo wir auch näher gekommen sind, dann sind wir selber wieder gerutscht, Ken hat das Gas wieder rausgenommen und somit haben wir den 2. Platz geholt, mit den Punkten vom 1.“

Ronny Uhlig (F2 – Sprint P9, Goldrace P7)
„Das Quali verlief sehr gut. Mit Startplatz 7 waren wir bei der sehr schnellen Strecke wirklich zufrieden, auch waren wir in allen Rennen gut beim Start weggekommen und konnten unsere Startposition verteidigen. Somit war es im ersten Lauf auch möglich einen sauberen Sieg einzufahren. Nach den ersten Regenschauern waren unsere Chancen über Samstagnacht jedoch gesunken, da Enrico kein Freund von Regen ist. Wir mussten schliesslich Knapton und Schafter ziehen lassen, wurden von mehreren F1 überholt und konnten uns nach einem harten Kampf mit Siegel Platz 3 sichern. In der letzten Runde gab es jedoch für uns auch eine Schrecksekunde als wir Kimeswenger am Ende der Doppellinks auf dem Dach gesehen haben. Zum Glück standen beide und wir haben keine Zeit verloren. Für das Hauptrennen, ebenfalls Wetrace, hatten wir dann unsere Taktik geändert und etwas an der Bremsbalance verstellt, um mehr Kraft aufs Hnterrad zu bringen. Das hat zwar gut funktioniert, aber Bachmaier und Knapton haben sich so stark gegenseitig gepusht, das wir nicht hinterher gekommen sind. Die anderen F2 konnten wir jedoch sicher hinter uns halten. Mit den Punkten für Platz 2 haben wir zumindest schon den Vizetitel sicher und schauen nun nach Frohburg, wo wir noch mal angreifen wollen!“

Text: Doreen Müller

Foto: Team Zweirad Wirth

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