Sidecar Trophy: Auf geht´s zum Finale nach Hockenheim!

Die Internationale Sidecar Trophy oder die Einsteigerserie, wie sie in Kennerkreisen gern genannt wird, geht 2018 nun bereits in ihre 9. Saison. Zum Finale reist der Gespannzirkus in diesem Jahr an den Hockenheimring. Erstmals in diesem Jahr steht der Champion in der Trophy 600-Klasse allerdings schon vor dem Finale fest!

Das ostdeutsche Duo Enrico Wirth und Ronny Uhlig machte bereits in Oschersleben den Sack zu und sicherte sich im dritten Anlauf endlich den Meistertitel! Mit 10 Siegen, einem zweiten Platz und einen gewaltigen Vorsprung reiste das Duo bereits an den Red Bull Ring und räumte dort weiter ab. Mit 320 Zählen knackten die frischgebackenen Champions damit die 300er-Marke, erst drei mal gelang dies den vorherigen 600ccm-Meistern während des neunjährigen Bestehens der Internationalen Sidecar Trophy.

Um den Platz des Vizemeisters wird es hingegen im Finale noch mal spannend. Die Vorjahressieger der Trophy 600 Ken Knapton und Enrico Roick hatten in Most leider technisch nicht so viel Glück und mussten Punkteinbußen hinnehmen, schafften in Schleiz, Oschersleben und auf dem Red Bull Ring wieder den Sprung aufs Treppchen. Auch das norddeutsche Vater-Sohn-Duo Norbert und Sören Kirst hätten punktetechnisch noch Chancen Vizemeister zu werden. Sie mussten berufsbedingt in Spielberg passen, gehören jedoch mit zu den schnellen F2-Gespannen, die im Podiumskampf stets mitmischen.

Auch die Klassenumsteiger und Trophy 1000-Vorjahressieger Robbert Van Kampen und Jarno Bouius hatten gute Chancen ganz vorn dabei zu sein, schnell gewöhnte sich die Niederländer um und kämpften vorn mit. Bis zum Meisterschaftslauf in Oschersleben lagen sie an zweiter Stelle in der Punktewertung. Ein Unfall im ersten Qualifying machte jedoch die Hoffnungen für das Team Rainbow Racing zu Nichte, so dass eine Teilnahme bei den verbliebenen Rennen nicht mehr möglich war. Von dem Ausfall profitieren könnten jedoch das Team Siegel aus Peuerbach, die noch in die Top 3 aufsteigen könnten. 

Martin Schaffter und Erwan Bannwart sind jedoch ebenfalls wieder mit dabei, als punkteberechtigte Starter wird man die schnellen Schweizer im Podiumskampf mit auf der Rechnung haben müssen. Im Mittelfeld darf man sich ebenfalls auf spannende Duelle freuen Jürgen Damaschke / Jürgen Sabaschus sowie Markus Heck / Rene Manz und Albert und Beat Baur schenkten ihren Kontrahenten bisher keinen Meter. Die Startliste der 600 ccm Klasse komplett machen Günter Gloeden und Carolin Zimmermann, sowie das Duo Szczepanski/Frey.

Mit 12 Gespannen wartet die Klasse der Trophy 1000 auf. Nach mehreren souveränen Siegen in der bisherigen Saison führt Tomas Axelsson hier die Meisterschaftswertung an. Drei Beifahrer verhalfen Tomas Axelsson bisher an die Tabellenspitze, in Oschersleben saß erneut Lebensgefährtin Nadja Milsten im Boot. Das schwedische Duo fuhr in der Magdeburger Börde zwei Gesamtsiege ein, doch die Steiermark brachte den Schweden kein Glück. Bereits die Anreise verlief holprig und so folgte ein technischer Defekt nach dem nächsten und kostete Axdelsson/Neilands wertvolle Punkte. Im Hauptrennen war der Renngott schließlich wieder auf ihrer Seite, mit Platz 2 konnte sich das Duo weiter an der Tabellenspitze behaupten. In Hockenheim benötigen sie hingegen nur noch wenige Punkte bis zum Titelgewinn, ausfallen dürfen sie hingegen jedoch nicht.

Auf Platz 2 mit 48,5 Punkten Rückstand liegen Remy Gasche und Steffen Werner. Sie müssten zweimal Siegen und auf einen Ausfall der Schweden hoffen um den Titel sich noch holen zu können, mit einem möglichen Vizetitelgewinn würden Gasche/Werner jedoch sicher auch zufrieden sein, denn nach seinem Horrorcrash in Rijeka vergangenes Jahr hatte der Schweizer Remy Gasche sicher nicht damit gerechnet sich 2018 so oft auf dem Podium wieder zu finden. Zu den stärksten Konkurrenten auf der Strecke zählen in dieser Saison erneut Chris Baert und Ronja Mahl, die aktuell in der Gesamtwertung auf Rang 3 liegen. Auch Felix Bereuter und Andy Kolloch mischen sich stets mit ein, mussten allerdings recht unfreiwillig einige Läufe auslassen und meldeten sich erst in Oschersleben mit einem zweiten Platz zurück. Nach guten Ergebnissen auf dem Red Bull Ring schafften sie es wieder vor auf den vierten Gesamtrang. 

Markus Schwegler und Steffen Rähder zählen zu den „Exoten“ der Sidecar Trophy, den als einziges Duo gehen die Seitenwagenenthusiasten mit einer 1200ccm Ducati an den Start. Auch sie schafften bereits den Sprung aufs Treppchen, doch ihre “Diva” macht es den Beiden bisher nicht immer leicht. Zwischen Freud und Leid lag in diesem Jahr oft ein schmaler Grat, sie werden jedoch alles tun, um im Finale eine gute Figur zu machen und vielleicht erneut aufs Treppchen zu steigen. Gespann-Einsteiger Franz Kapeller, der vorher im Formel-Sport beheimatet war, hatte auf dem Red Bull Ring kein Glück. Ausgerechnet auf seiner Heimstrecke hatte die Defekthexe Kapellers Gespann fest im Griff. Nach einem spektakulären Ausfall musste das Duo das Wochenende punktelos beenden. Ein positives Ergebnis soll nun helfen, die Saison versöhnlich abzuschließen.

Erneut mit von der Partei ist das belgische Duo Kurt Gusse und Pierre Maessemann, welche sich Rennen für Rennen stetig steigerten und in der Steiermark im Mittelfeld stark mitmischten und mit zwei vierten Plätzen ihr bisher bestes Ergebnis erzielten. Auch Rainer und Tanja Crome, die sonst im klassischen Gespannsport aktiv sind, wollen sich mit ihren Gespannfreunden in Hockenheim messen. Erstmalig in diesem Jahr mit einem F1 Gespann mit dabei sind die Dänen Jansen/Jansen, Casperson/Munk sowie der Deutsche Klassik-Gespannpilot Bernd Krauss mit Axel Braunshausen im Boot des selbst gebauten Fahrwerks mit einem 1000er Kawasaki-Motor.

Mehr Informationen zu den Startern der Sidecar Trophy findet Ihr jederzeit auf Facebook unter „Der Beifahrer-Alles rund um die Sidecar Trophy“. Ergebnisse der vergangenen Rennen, Punktestände und nützliche Infos auf der Homepage der Serie unter www.sidecar-trophy.de oder im Jahresmagazin “Der Beifahrer”, welches im Trophy-Fahrerlager erhältlich ist.

Text und Foto: Doreen Müller-Uhlig

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