Sidecar Bash: Ein Wochenende in Cadwell Park

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Mitten im goldenen Herbst fand in Cadwell Park das „Sidecar Bash Cadwell“ statt. Ein Event der Sonderklasse für alle Rennsportenthusiasten. Daher war es für uns nicht verwunderlich zwei uns bekannte Namen auf der Teilnehmerliste stehen zu sehen. Belgier Chris Baert und seine Beifahrerin Ronja Mahl, Permanentstarter der Internationalen Sidecar Trophy, machten sich, wie 95 weitere Teams auf den Weg nach England um an dieser besonderen Veranstaltung teilzunehmen. Nach diesem Erlebnis haben wir uns Ronja Mahl geschnappt und sie zu ihrem „ersten Mal“ in Cadwell Park befragt. 

Ronja, von wem kam denn die Idee dieses Jahr noch ein weiteres Rennen zu bestreiten und das ausgerechnet in England?
„Die Idee selbst kam von meinem Fahrer Chris, der gerne zum Abschluss des Jahres mit mir noch einmal in England fahren wollte. Ich bin selbst bei noch keinem Rennen in England gestartet, habe in diesem Jahr mir aber als Besucher die TT angeschaut und wollte unbedingt auch selbst einmal in England fahren. Chris hat schliesslich den Kontakt zum Veranstalter hergestellt und wie sich zeigte, kannten sich beide noch aus Grandprix-Zeiten, somit war die Sache dann auch abgemacht.“

Für diejenigen Leser, die mit dem Sidecar Bash nichts anfangen können. Was ist das für eine Veranstaltung und welchen Stellenwert hat sie in der Seitenwagenszene? 
„Das Sidecar Bash Cadwell ist ein ehemaliges Sidecarfestival und hat schon einen sehr hohen Stellenwert bei allen Teilnehmern und Gästen. Besonders für die richtigen Seitenwagenenthusiasten ist es eine besondere Veranstaltung und zum Ende der Saison, von den ganzen englischen Rennen noch einmal ein letzter grosser Seitenwagenevent. In Cadwell dreht sich einzig und allein alles um die Seitenwagen, die Seitenwagen sind kein Rahmenprogramm, sondern der Hauptbestandteil. Demzufolge sind viele Teilnehmer oder Menschen vor Ort, die sich dies als Gäste nur anschauen. Natürlich sind auch viele bekannte Gesichter dabei. Das Fahrerlager ist riesig. Es waren 96 Anmeldungen und somit haben wir auch viele Leute getroffen, die wir u.a. von der TT kannten.“

Wie hat sich die Veranstaltung schliesslich aufgebaut?
„Gefahren wurde beim Sidecar Bash in unterschiedlichen Klassen. Die F1, F2 und die Classic hatten je Klassen für sich. Für mich war es das aller erste Mal in Cadwell und auch das allererste Rennen in England überhaupt, das war dann schon ziemlich aufregend,..“

Du kommst selbst aus Deutschland – Chris aus Belgien. Somit liegt England auch nicht direkt um die Ecke. Wie ist das Wochenende für Euch abgelaufen?
„Wir sind gemeinsam am Donnerstag in Belgien los und erst Freitagmittag in Cadwell angekommen. Zunächst haben wir uns ein wenig die Strecke angeschaut. Leider konnten wir sie nicht ablaufen, da sie noch von Autos befahren wurde. Am Samstag startete dann direkt das Training, was zeitgleich auch Qualifying war und wir kamen als 11. ins Ziel. Allerdings muss man dazu sagen, dass in unterschiedlichen Gruppen gefahren wurde. Der Veranstalter trennte die ungeraden von den geraden Startnummern und stellte die Teams dann jeweils nach F1 und F2-Gespannen für die Rennen auf.“

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Startplatz 11 auf einer für Euch unbekannten Strecke klingt solide. Warst Du selbst mit dem Ergebnis zufrieden?
„Ich muss ehrlich sagen, dass es für uns etwas unvorteilhaft war, dass wir die Strecke nicht richtig ablaufen konnten und nur das eine Training hatten, was gleichzeitig Qualifying war. Hinzu kam, dass es Samstag noch nass im Quali war und man nicht viel gesehen hatte, daher mussten wir uns auch erstmal orientieren wo es lang ging. Demzufolge ja, waren wir mit Startplatz 11 zufrieden.“

Bei den bisherigen Veranstaltungen, bei denen Ihr gestartet seit, gab es im Schnitt zwei-drei Rennen pro Wochenende, meist 1-2 Sprintrennen und ein Hauptrennen, bei dem man die Möglichkeit hatte über die längere Distanz Boden gut zu machen. Wie war dies beim Sidecar Bash?
„Insgesamt gab es für uns  vier Rennen. Zunächst waren davon zwei am Samstag geplant und nochmal zwei am Sonntag. Leider gab es im Tagesablauf einige Verschiebungen, so dass nur ein Rennen am Samstag noch stattfand, in dem wir dann 9. geworden sind. Das erste Rennen fand diesmal jedoch unter trockenen Bedingungen statt und da merkten wir, dass es gleich ganz anders ging. Am Sonntag wurden anschliessend die anderen 3 Rennen ausgetragen. Am Morgen starteten wir nochmal im Nassen und sind 8. geworden. Auch im zweiten Rennen mussten wir noch mit Regenreifen raus und haben für den Hinterreifen einen Slick gewählt, denn gerade unter den Bäumen trocknete die Strecke schwer ab. Auch in diesem Rennen wurden wir 8. Im letzten Rennen schafften wir es jedoch aufs Podium und wurden Zweiter. Das war für uns natürlich ein unglaubliches Gefühl. Wir hätten die Saison nicht besser beenden können, als mit so einer tollen Veranstaltung.“

Was hattet Ihr Euch denn für das Wochenende anfangs ausgerechnet?
„Ach eigentlich gar nicht so viel. Wir hatten unsere Ziele anfangs gar nicht hoch gesteckt. Wir wollten nur teilnehmen und Spass haben: Letztenendes war es jedoch eines der besten Rennwochenenden der gesamten Saison.“

Für Dich als Fazit: Ein Wochenende das sich komplett gelohnt hat, auch wenn man dafür bis nach England fahren muss?
„Cadwell ist sicher nicht gerade um die Ecke, aber es lohnt sich auch für die Zuschauer auf jedenfall, denn dort findet den ganzen Tag über Seitenwagen-Action statt. Es gab viele Rennen an dem Wochenende zu sehen. Jede Gruppe hatte bis zu vier Rennen und zum Schluss fand noch einmal ein Rennen mit den 26 Schnellsten von 96 Gespannteams statt. Es war den ganzen Tag komplett was los! Auch die Strecke an sich ist nach diesem Mal eine meiner Lieblingsstrecken geworden. Auch wenn sie anspruchsvoll ist, macht es sehr viel Spass in Cadwell zu fahren und ich bin mir sicher, dass wir im nächsten Jahr wiederkommen werden.“

Text: Doreen Müller

Fotos: Neil Kirby

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