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Sarah Göpfert über das Abenteuer Red Bull Ring

sarah-1Vergangenes Wochenende zog es den ADAC Junior Cup zum Red Bull Ring, auf dem die MotoGP zugleich ihre Wiederkehr feierte. Nach 9 Stunden Autofahrt kamen wir endlich am Akkreditierungscenter an, in welchem wir unsere Eintrittskarten abholen konnten. Danach ging es direkt in Richtung Rennstrecke. 

Da der Platz in unserem Fahrerlager sehr beschränkt war, dauerte das Zuteilen des Stellplatzes etwas länger als erwartet, dennoch fand am Ende jeder einen zufriedenstellenden Platz, sodass wir am späten Nachmittag fertig waren und entspannt auf das Wochenende schauen konnten.

Da ich zuvor noch nie auf dem Red Bull Ring gewesen bin, war es umso wichtiger, im Vorfeld die Strecke einmal abzulaufen. Schon zu Beginn stellte ich fest, dass der Kurs zwar vergleichsweise wenige Kurven besitzt, diese es aber, aufgrund der Höhenunterschiede, in sich haben. Besonders der erste Sektor, welcher steil ansteigt, ist durch seinen Stop and Go Charakter der anspruchsvollste.

Am Freitagnachmittag standen bei sehr kühlen Temperaturen unsere beiden Qualifyings auf dem Plan, doch zuvor war noch genug Zeit das Gelände zu erkunden. Schon am ersten Trainingstag strömten viele begeisterte Zuschauer an die Strecke und füllten die Tribünen. Man spürte, dass die Motorrad WM in Österreich sehr vermisst worden war und die Menschen dankbar über die Wiederkehr waren. In der Mittagspause kaufte ich am Marc Marquez Stand noch fix ein Andenken, bevor die Vorbereitungen auf das erste Qualifying starteten.

Nachdem die roten Boxengassenampeln erloschen waren, galt es in den 30 Minuten die Strecke zu erkunden und die Linie sowie die Bremspunkte zu finden. Insgesamt hatte ich auf der Strecke eine Menge Spaß, jedoch machten mir die ersten zwei Kurven zu schaffen, da ich keine vernünftige Linie fand. Vor dem zweiten Zeittraining kam Dario Giuseppetti, welcher an diesem Wochenende uns Fahrer im Cup betreute, zu mir und gab mir noch ein paar grundlegende Tipps und wies mich auf einige Fehler hin. Danach ging es schon wieder hinaus auf die Strecke, wo ich Darios Hinweise super umsetzen konnte. Letztendlich fand ich mich auf Platz 14 mit zwei Sekunden Abstand zur Spitze wieder, worüber ich super glücklich war, da viele der anderen Fahrer bereits auf der Strecke trainiert hatten.

Für die Rennen hatte ich mir einiges vorgenommen und startete top motiviert in den Samstag.
Nach den Qualifyings der Moto 3, Moto 2 und Moto Gp ging es für die 28 Fahrer des Junior Cups dassarah-3 erste Mal in die Startaufstellung. Die Start/Ziel Tribüne war noch sehr gut besucht, was mich zusätzlich motivierte, ein gutes Rennen zu fahren. Dann war es soweit: Die rote Ampel erlosch und wir stürmten auf die erste Kurve zu. Alle kamen gut hindurch und keiner stürzte. Die ersten Runden waren die bisher besten meiner Saison, da ich den Anschluss an die Spitzengruppe halten konnte, dann jedoch abreißen lassen musste. Es entwickelte sich eine Vierergruppe, welche ich lange Zeit anführte. Durch die ständigen Überholmanöver waren unsere Rundenzeiten im Vergleich zu den Qualifikationszeiten recht langsam, weshalb ich, nachdem ich etwas von der Strecke gedrängt worden war, die Lücke zu der Gruppe schnell wieder schließen konnte. In der letzten Runde startete ich nochmals einen Angriff und kam an zwei Fahrern vorbei. Leider verlor ich zu viel Schwung, sodass ich die Positionen wieder zurück geben musste und als 12. gewertet wurde. Für die Punktewertung bedeutete das Platz 9, da drei Gaststarter vor mir ins Ziel gekommen waren, diese aber nicht in die Wertung einfließen.

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Während wir am Donnerstag und Freitag selbst mit zwei Jacken noch frierten, brannte am Sonntag die Sonne nur so vom Himmel und die Rennen der Moto GP Klassen entwickelten sich zu einer kleinen Hitzeschlacht. Zum Glück fand unser Rennen, welches das letzte des Tages war, bei etwas moderateren Temperaturen statt. Sehr zu unserer Freude waren noch mehr Zuschauer als am Samstag geblieben, um uns zuzuschauen. Doch kaum hatte das Rennen begonnen, war es für mich auch schon vorbei. In der zweiten Kurve der ersten Runde kam es zu einer Kollision, bei der ich stürzte.sarah-1-2

Nachdem der Ärger über den frühen Ausfall verflogen war, gingen wir am Abend nochmals in das Fahrerlager der Moto GP. Es war mittlerweilen Ruhe eingekehrt in das sonst doch so hektische Paddock, auch die Fahrer waren entspannt, sodass ich noch das ein oder andere Foto bekommen konnte. Als besonderes Andenken durften wir in der Yamaha Box die halbleeren Benzinfässer mitnehmen, die sie nicht mehr benötigten.

Mein zweites Wochenende im Rahmen der Moto GP war, trotz des Sturzes im zweiten Rennen, wieder ein ganz besonderes Erlebnis, da die Atmosphäre und die Rennaction einfach einzigartig sind.

Ich möchte mich bei all meinen Sponsoren und Unterstützern bedanken, die es mir ermöglichen, vor dieser Kulisse Motorrad zu fahren!

 

Text: Sarah Göpfert

Fotos: Dominik Lack

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