Sachsenring MotoGP: Reifenstratege Marquez auf “Wolke 9.”

Mit seinem neunten Sieg in Folge auf dem Sachsenring verabschiedete sich Marc Marquez auf dem Sachsenring in die Sommerpause. Der Repsol Honda Pilot setzt damit seine bisherige Rekordgeschichte in Deutschland fort. Nach der 9. Pole Position in Folge, fuhr der Spanier erneut taktisch klug zum Sieg – ebenfalls Nr.9. Auch Valentino Rossi machte seinen deutschen “Tifosi” eine Freunde und erkämpfte sich souverän den zweiten Platz vor Teamkollege Maverick Vinales (Movistar Yamaha).


Die Anfangsphase – Lorenzo lässt bereits zu Beginn den Hammer fallen

Als die Ampel erlosch, sahen die 89.242 Zuschauer am Sonntag einen starken Jorge Lorenzo an die Spitze ziehen. Der Mallorquiner nutzte die volle Ducati-Power und führte das Fahrerfeld durch die ersten Runden an. Von zweiter Stelle aus setzte sich Danilo Petrucci direkt hinter den Ducati-Werksfahrer, gefolgt von Marc Marquez. Auch Valentino Rossi kam gar nicht so schlecht vom Start weg und verbesserte sich um ganze zwei Positionen, er lag in der ersten Runde vor Maverick Vinales und Andrea Dovizioso. Auch Stefan Bradl schaffte einen guten Sprung nach vorn, drei Plätze erarbeitete sich der Zahlinger in den ersten Rennminuten.

An der Spitze setzte Jorge Lorenzo von Beginn an alles daran seinen Verfolgern davon zu kommen, es war bereits das sechste Rennen in dieser Saison bei dem Lorenzo in der Anfangsphase an der Spitze führte. Der Ducati-Pilot legte direkt die erste 1:21er Rundenzeit auf den Asphalt, doch diesmal sollte es sich nicht für ihn ausgehen. Sein künftiger Teamkollege war nur kurz in einen Zweikampf mit Danilo Petrucci verwickelt, bahnte sich jedoch dann seinen Weg durch das Feld und setzte seinen Sprung auf Lorenzo an.

Der Siegentscheidende Moment

Marc Marquez arbeitete sich Runde für Runde weiter an Lorenzo ran und hatte alle Zeit der Welt seinen Kontrahenten zu studieren, Lorenzo´s Vorsprung schmolz unaufhörlich, während seine Reifen immer weiter abbauten. Lorenzo setzte im Vergleich zu Marquez auf die softe Reifenmischung vorn, während Marquez eher auf die härtere Option vertraute. Hinter den Katz- und Mausspielendem Duo attackierte Rossi Landsmann Petrucci und setzte seinen Fuß damit bereits aufs Podium. Auch an der Spitze kam Marquez seinem Ziel immer näher. Jorge Lorenzo unterliefen schwerwiegende fahrerische Fehler, so dass sein Landsmann in der Sachsenkurve dicht genug dran war, um ihm die Führung abzunehmen. 

Auch Valentino Rossi erledigte seinen Job und legte einen Zahn zu. Erneut unterlief Lorenzo ein Fehler – der Spanier verließ die Linie und Rossi schlüpfte innen durch. Der Italiener aus Tavullia nahm anschließend die Verfolgung zu seinem WM-Kontrahenten auf und verringerte merklich den Abstand zu Marc Marquez. Doch Marquez, wäre nicht Marquez wenn er nicht ein Gegenmittel gehabt hätte. Der spanische Reifenstratege wählte den perfekten Augenblick um zum finalen Schlag auszuholen. Man sah den amtierenden Champion somit an der Spitze erneut davonjagen, sein Vorsprung wuchs auf 2,19 Sekunden an. Rossi ließ seinen Kontrahenten ziehen, was sollte er auch anderes tun? Unnötiges Risiko eingehen und damit wichtige WM-Punkte verschenken? Der Doktor blieb somit hinter Marquez auf einem sicheren Rang zwei und drehte konstant seine Runden.

Maverick Vinales schaffte hingegen erst spät den Sprung als Dritter aufs Treppchen. Erst machte sich Danilo Petrucci noch Hoffnungen, denn Jorge Lorenzo bekam immer mehr Probleme mit dem Grip. Er verlor den Kampf gegen den schnellen Polizisten. Schließlich tauchte auch Vinales auf der Bildfläche auf und attackierte erst Lorenzo fünf Runden vor Schluß und saugte sich anschließend im Windschatten an die nächste Ducati vor ihm heran. Vinales hatte es scheinbar einfach an Petrucci vorbeizugehen, denn diesem fehlte letztlich der Kurvenspeed und die Beschleunigung, um gegen die Yamaha anzukommen.

So kam Vinales auf Rang 3 liegend in der finalen Runde an und brachte diese sicher bis ins Ziel. Danilo Petrucci wurde Vierter und damit schnellster “Independent Rider” – auch Alvaro Bautista erreichte mit Platz 5 ein sensationelles Ergebnis. Der Angel Nieto Team Fahrer fiel im Rennverlauf immer wieder mit schnellen Rundenzeiten und einer guten Pace auf, in der Schlußphase holte Bautista sich den zurückfallenden Lorenzo und erfreute sein Team mit 11 WM-Punkten! 

Jorge Lorenzo rettete sich auf Platz 6 ins Ziel, dahinter folgte Teamkollege Andrea Dovizioso auf 7., Dani Pedrosa kam als Achter ins Ziel. Johann Zarco holte für Tech 3 Platz 9., Bradley Smith freute sich über sein Top Ten-Ergebnis. Stefan Bradl beendete sein GP-Comeback mit Platz 16

Die Stürze des Rennens: Takaaki Nakagami Runde 4 – Kurve 13, Alex Rins und Pol Espargaro Runde 1 – Kurve 3, Cal Crutchlow Runde 9 – Kurve 12, Aleix Espargaro stürzte im WarmUp in Kurve 4.


    Stimmen des Rennsonntages:

    Marc Marquez (Repsol Honda – Platz 1.)
    “Es war schwierig, ich hatte es schon das ganze Wochenende nicht so einfach. Mein Start war heute nicht perfekt und ich habe zwei Positionen verloren. Die Ducati-Piloten zu überholen, ist sehr schwierig. Danach habe ich Valentino hinter mir kommen sehen, wollte aber gleichzeitig die Reifen noch schonen. Als ich nur noch einen Vorsprung von 0,6 Sekunden hatte, habe ich angegriffen und bin direkt meine schnellste Rennrunde gefahren. Ich konnte das restliche Rennen eine gute Pace halten. Neun Siege hier hintereinander erreicht zu haben, ist unglaublich. Ich liebe dich, Sachsenring!”

    Valentino Rossi (Movistar Yamaha – Platz 2.)
    Der Sachsenring ist für die M1 eine schwere Strecke und dennoch haben wir es heute mit beiden Bikes aufs Podium geschafft. Das Team hat sehr gut Arbeit geleistet. Ich konnte ein fantastisches Rennen fahren, ohne Fehler. In der vergangenen Woche habe ich mir das Rennen vom Vorjahr angeschaut. Jonas Folger war im letzten Jahr sehr gut und ich habe mir bisschen was abschauen können und somit das gleiche Ergebnis wie Jonas erreicht. Irgendwie gehört die Trophäe damit auch Jonas! Auch Luca´s Podium heute Morgen hat mich zusätzlich motiviert. Ich freue mich sehr und es ist eine schöne Art  damit in den Urlaub zu gehen.”

    Maverick Vinales (Movistar Yamaha – Platz 3.)
    “Obwohl ich auf dem Podium stehe, bin ich nicht zufrieden, denn wir haben immer die gleichen Probleme mit der Elektronik am Kurvenausgang. Ich konnte nicht gegen die Ducati´s kämpfen und habe  dadurch Zeit verloren, obwohl ich um eine Sekunde schneller war. Unser Chassis ist jedoch super, wir müssen einfach weiterarbeiten und eine Lösung für unser Elektronik-Problem finden.”

    Die Ergebnisse der MotoGP findet Ihr alle HIER 

     

    Text: Doreen Müller-Uhlig

    Fotos: Steffen Ullmann

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