Sachsenring Moto3: Martin sichert sich mit Sieg WM-Führung

Das Rennen der Moto3 auf dem Sachsenring lieferte an Spannung alles was man sich von der Klasse erhoffen konnte. Bereits vom Start an gaben die Piloten mächtig Gas und versuchte sich in die beste Position zu bringen.
Martin und Arbolino hatten einen perfekten Start, aber auch Marco Bezzecchi meldete sich sofort vorn zu Wort. Philipp Öttl hingegen verlor in der Anfangsphase deutlich an Boden und musste sich von Platz 18 wieder nach vorn arbeiten.

In der Führungsgruppe setzten sich die Kontrahenten weiterhin sehr unter Druck. Immer wieder nutzten die Moto3-Piloten den Windschatten für sich um an ihren Gegner vorbeizuziehen. Die Bergabpassage zur Sachsenkurve wurde so zur besten Möglichkeit ein Manöver zu setzen. Dies nutzten u.a. Marcos Ramirez und Tony Arbolino für sich, doch Jorge Martin und Marco Bezzecchi ließen sich nicht so schnell austricksen und gaben immer wieder Konter. So kam es während des Rennens regelmäßig zu Duellen an der Spitze, vor allem zwischen WM-Leader Jorge Martin und Marco Bezzechi.

Aber auch Fabio Di Gianntonio zog vor auf 3 und attackierte von dort aus Marco  Bezzecchi. Doch der Prüstel GP-Pilot eroberte sich schnell seine Position wieder zurück. Es blieb eng in der Führungsgruppe, in der nach wie vor 9 Piloten die Chencae hatten vorn um die besten Plätze mitzukämpfen. Derweil machte sich langsam einer an der Spitze davon – Jorge Martin versuchte dem ihm folgenden Sog zu entkommen. Doch 0,122 Sekunden reichten noch nicht aus um eine klare Entscheidung herbei zu führen. 19 Runden standen zu dem Zeitpunkt noch auf der Uhr. Martin hatte ein hartes Stück Arbeit vor sich, immer wieder grätschte dem Spanier ein Mitstreiter dazwischen.

Zur Rennhälfte sah man jedoch weiterhin Jorge Martin in Führung liegend gefolgt von Fabio Di Giannantonio und Marco Bezzecchi, die sich auf Platz 2 und 3 abwechselnden. Dahinter kam Albert Arenas, Aron Canet, Gabriel Rodrigo, John McPhee, Marcos Ramirez, Tony Arbolino und Jaume Masia in den Top Ten.

12 Runden vor Schluß nahm sich jedoch ein Mitstreiter um das Treppchen selbst aus den Rennen, Fabio Di Giannantonio fuhr auf Jorge Martin auf und stürzte in Kurve 1. Martin kam dabei zwar nicht zu Fall, allerdings rutschte Albert Arenas an dem Del Conca Gresini Piloten vorbei. Der Konter folgte eine Runde später erneut bergab zur Sachsenkurve. Martin ging in Führung, von hinten war allerdings Bezzecchi sofort da. Der Prüstel GP-Pilot wollte seinen Fehler von Assen unbedingt wieder wett machen und am Sachsenring siegen um sich die WM-Führung zurück holen zu können!

Während sich alle mit Spannung auf die Führungsgruppe konzentrierten, schaffte es Philipp Öttl von Platz 18 in die Top 5! Zu dem Zeitpunkt eine unglaubliche Aufholjagd des Deutschen, der nach dem Qualifying am Vortag sehr unzufrieden gewirkt hatte.

Acht Runden vor Schluß wurde die heiße Phase eingeläutet: Jorge Martin hielt sich weiter an der Spitze, 0,013 Sekunden dahinter weiter Marco Bezzecchi auf 2., John McPhee auf 3., Albert Arenas zurück gefallen auf 4. und Philipp Öttl auf 5. Martin´s Vorsprung wurde jedoch Stück für Stück größer, Sektor für Sektor machte dieser sich davon. Auch Marco Bezzecchi auf 2 liegend hatte plötzlich deutlichen Freiraum, denn hinter ihm stürzte Albert Arenas in Kurve 12 als Philipp Öttl ohne Feindkontakt innen an ihm vorbei ging. Areans verlor die Front ins Kies.

Für Philipp Öttl ar die Chance da es beim Heim-Grand-Prix aufs Podium zu schaffen, doch im Gegensatz zu Martin, der an der Spitze konkurrenzlos seinem Sieg entgegen fuhr, hatte Öttl eine Hand voll mehr Gegner ums sich, die ihm dies deutlich erschwerten und der Schedl GP Pilot gelangte wieder außer Podiumsreichweite.

Jorge Martin (Del Conca Gresini Moto3) gewann schließlich den Pramac Motorrad Grand Prix von Deutschland, gefolgt von Marco Bezzecchi (Reddox Prüstel GP) auf 2. und John McPhee auf 3, der sich damait wohl das beste Geburtstagsgeschenk selbst machte. Marcos Ramirez kam als Vierter ins Ziel, gefolgt von Aron Canet, Jaume Masia, Jakub Kornfeil und Philipp Öttl nahm als Achter wichtige WM-Punkte mit. Raul Fernandez und Ayumu Sasaski komplettierten die Top Ten.

Wildcard-Starter Luca Grünwald konnte sich am Start leider nicht verbessern und blieb auf Platz 25 mit Rückstand hinter seinem Kontrahenten Dennis Foggia. Der deutsche Freudenberg-Pilot kam als 20. vor Stefano Nepa ins Ziel und dürfte mit seinem Wildcard-Einsatz dennoch mehr als zufrieden an diesem Wochenende sein. 

Die Stürze: Tatsuki Suzuki zu Rennbeginn in Kurve 13, Raul Fernandez und Lorenzo Dalla Porta in Kurve 13, Fabio Di Giannantonio Runde 15 – in Kurve 1, Nakarin Atiratphuvapat in Runde 16, Vicente Perez in Runde 18, Albert Arenas Runde 22 in Kurve 12, Alonso Lopez und Enea Bastianini Runde 22 – Kurve 7, Gabriel Rodrigo und Ai Ogura Runde 24 – Kurve 1

Die Stimmen aus dem Parc Ferme

Jorge Martin (Del Conca Gresini- Platz 1.):
“Das Rennen war gut für mich. Ich habe am Wochenende hart dafür gearbeitet, dass ich eine gute Pace wie heute habe. Mein Ziel war es, den Reifen zu schonen. Ich wusste nicht, was Fabio vorhatte, aber er war zuvor schon sehr aggressiv und ich musste durch das Gras! Ich habe aber meinen Weg zurück an die Spitze gefunden. So zu gewinnen ist schön!”

Marco Bezzecchi (Reddox Prüstel GP – Platz 2.): “Ich bin zufrieden, nach dem Sturz in Assen wieder auf dem Podium sein zu können und Punkte zu sammeln. Aber das Rennen war schon sehr schwierig für mich, vor allem, weil der Reifen schon am Limit war. Jorge war richtig schnell unterwegs heute. Ich habe gepusht, um die anderen Fahrer hinter mir zu halten. Es ist ein schöner Erfolg für unser Team bei ihrem Heimrennen.”

John McPhee (CIP-Green Power- Platz 3.): “Ja, der Reifen war definitiv die richtige Wahl. Nach dem Warm-up war ich etwas nervös, weil meine Pace nicht gut war und ich hatte Zweifel, dass mein Reifen durchhalten würde über die Distanz.”

Foto: motogp.com

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