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Sachsenring-GP: So möchte der ADAC es besser machen

Dass es der ADAC besser machen möchte, als sein Vorgänger ist kein Geheimnis und auch das Ziel, mehr Zuschauer wieder an den Sachsenring zu locken und dabei die Kosten in überschaubarem Rahmen zu halten, stand von vornherein für alle Beteiligten fest. Erstmals stellten sich die Verantwortlichen der neu gegründeten Gesellschaft Sachsenring Event GmbH (SEG) heute jedoch der Öffentlichkeit um Rede und Antwort zu stehen, wie dies 2019 beim HJC Helmets Motorrad Grand Prix gelingen soll. Seit gut 2 Monaten wurden im Hause des ADAC Deutschlands alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Geschicke in die Hand zu nehmen.

Familien- und Zuschauerfreundlicher wolle man werden. Mehr Jugend anlocken und die Stammbesucher erhalten, so hieß es in der Pressekonferenz heute auf dem Sachsenring. Neben einem Eingeständnis bei den Ticketpreisen, habe man viel Zeit auch in ein neues Marketingkonzept, mit neuem Logo und neuen Vermarktungsstrategien investiert, um den Deutschland-Grandprix an den Mann zu bringen.

„Wir optimieren den Motorrad Grand Prix für das kommende Jahr für die Zuschauer in vielen Bereichen und wollen den Fans ein noch besseres MotoGP-Erlebnis am Sachsenring bieten“, so ADAC Sportpräsident Hermann Tomczyk. „Die Fans zahlen nicht mehr als bisher, alle Wochenendtickets gibt es im Vorverkauf bis Ende Januar zu günstigeren Preisen als noch 2017.“ Demnach sollen die ersten Tagestickets bei 29€ beginnen, drei Tagestickets sollen für 99€ im Vorverkauf erhältlich sein.

Auch bei den Tribünen wurden die Preise reduziert und versucht von Beginn an dabei wirtschaftlich zu Werke zu gehen. „Natürlich schauen wir auch, wo wir Kosten senken können, das beginnt beim Tribünenaufbau wo wir verschiedene Angebote geprüft haben. Von vorn herein haben wir hier teilweise die Tribünen kleiner eingeplant, so dass wir bei Bedarf, wenn wir merken, dass der Zulauf für diese Tribüne größer ist, wir uns kurzfristig mit den Tribünenbauern absprechen können und noch zusätzliche Reihe einplanen,“ erklärt Oliver Runschke, Pressekontakt des ADAC e.V. einen Teil des Kostenkonzeptes für den kommenden Grandprix.

„Es ist natürlich einfacher für uns als großer Verband, die bestehenden Netzwerke und alle Kanäle zu nutzen, da wir z.B. Juristen haben, die sich mit bestimmten Fragen auskennen oder Personen beschäftigen, die Marktforschung betreiben und ein Marketingkonzepte entwickeln und man somit die bestehenden Kräfte nutzen können, die da sind. Klar ist jedoch auch, dass man die meisten Einnahmen als Veranstalter über die Ticketpreise reinholt. Ich denke, dass wir für das nächste Jahr ein gutes Paket geschnürt haben, wo für jeden etwas dabei ist, “ so Runschke weiter und verweist damit auf die zusätzlichen Angebote für Motorsportsfans, die mit Kind und Kegel anreisen möchten.

Demnach soll es mit der T10/4 eine gesonderte Familientribüne geben, wo Kinder zum Stehplatzpreis (99€ Fr – So) mit auf die Tribüne dürfen. Ebenso einen zusätzlichen Familienbereich mit Hüpfburg und Quad-Parcours für die Kleinsten. Auch an dem freien Eintritt für Kinder unter 12 Jahren im Stehplatzbereich wird nicht gerüttelt.

Natürlich wurden daraufhin Fragen laut, ob aufgrund der gesenkten Preise es Änderungen bzw. Einsparungen im Rahmenprogramm des Grandprix´s geben würde. Tomczyk verneinte dies. „Der Sachsenring lebt von seinem Volksfestcharakter und seiner Fannähe. An diesem Gesamtkonzept wollen wir daher auch nichts ändern. Es wird keine Kürzung im Programm geben!“

Eine Stimmung wie in Mugello, wo man an der Strecke campieren kann, wünscht sich hingegen Klaus Klötzner, Vorsitzender der ADAC Sachsen e.V. für Deutschlands Motorsport-Aushängeschild. Erstmals soll es daher möglich sein mit seinem Wohnmobil in einem extra geschaffenen Bereich an der Sachsenkurve einen Stellplatz zu bekommen. Auch Boxengassentickets und Parkplatztickets soll es bereits im Vorverkauf wieder geben.

Hinsichtlich der beliebten Fahrerlagertickets gab es jedoch noch keine Zusage, wie dies 2019 geregelt sein soll. Schließlich wolle man sich ja auch noch etwas für den Vorverkauf ab Februar 2019 aufheben, ließ Oliver Runschke wissen. Auch das Anlieger- und Verkehrskonzept steht noch nicht final fest.

Eine Reihe an Aufgaben, die somit noch auf den ADAC zukommt, der insgesamt an einem gemeinsamen Strang ziehen möchte. „Wir tragen das Risiko jeder zu Prozent und natürlich ist es auch einfacher so Verluste zu verkraften, auch wenn diese überschaubar sein sollten“, antworteten Klaus Klötzner und Hermann Tomczyk übereinstimmend auf die Frage, was sich nach 7 Jahren geändert habe und warum es jetzt auf einmal ginge, den GP selber auszurichten.

„Die Situation könnte natürlich besser sein und natürlich hoffen wir auf steigende Zuschauerzahlen und gleichzeitig darauf, dass wir die Kosten senken können und auch Rücklagen bilden können in den nächsten 2-3 Jahren. Den günstiger, das wissen wir, wird es auf Dauer nicht eine Veranstaltung in dieser Größenordnung zu veranstalten, “ so Hermann Tomcyzk ausblickend. „Wir wollen alles dafür tun, den GP auch 2020 hier auszurichten, “, ließ sich der Sportpräsident abschließend auf ein Zugeständnis zum Sachsenring ein und untermauerte dies mit der Ankündigung, dass 2019 von 27. bis 29. September auch der finale Lauf der ADAC GT Masters am Sachsenring ausgetragen werden soll.

Diskussionsmüde wirkten die ADAC-Verantwortlichen am Donnerstag allerdings alle mal. „Wir haben so eine tolle Veranstaltung, die international einen guten Ruf genießt und trotzdem schlechte Schlagzeilen produziert hat. Wir hoffen, dass wir endlich auch aufhören zu diskutieren über Deutschlands größte Motorsportveranstaltung, “ klang es gleichermaßen aus den Reihen der ADAC Verantwortlichen.

Auch wir hoffen, dass das Hin und Her um den MotoGP am Sachsenring mit dieser „neuen Allianz“ ein Ende findet und es 2019 viel spannenden Motorsport und weniger Diskussionen um das Fortbestehen des Deutschland-Grand Prix´s gibt.

Ob der ADAC seine selbst gesteckten Ziele bewältigen wird, wird final das GP-Wochenende vom 5. bis 7. Juli 2019 zeigen.

Wer sich rechtzeitig seine Tickets sichern möchte, kann ab Samstag den 24. November 11.00 Uhr online unter adac.de/motogp.de oder telefonisch über die Hotline 03723/8099111 seine Tickets erwerben. Für ganz Eilige startet der Vorverkauf bereits 9:00 Uhr an der Karthalle, Am Sachsenring 1A in Oberlungwitz. Für Sparfüchse und ADAC-Mitglieder bleibt zu überlegen seine Tickets ab dem 1. Februar zu erwerben, denn da soll es noch einmal 10 Prozent Nachlass auf Tribünentickets (T1, T7, T10/4 und T13) geben.

Text: Doreen Müller-Uhlig

Foto: Archiv

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