Sachsenring GP: Ducati hat die Nase vorn, Bradl ist gut dabei

Statistischerweise galt der Sachsenring bisher nicht gerade als Ducati-Strecke, nach den Freien Trainings der MotoGP zum Pramac Motorrad Grand Prix Deutschland zeigte sich jedoch, dass man durch aus mit den Desmosedici-Piloten hier zu rechnen ist. 

Es war ausgerechnet Jorge Lorenzo (Ducati Team), der am Freitagnachmittag den Honda-Piloten ihre Stellung streitig machte. Der künftige Teamkollege von Marc Marquez unterbot mit seinen 1:20.885 nicht nur den amtierenden Champion, sondern blieb damit auch eine halbe Sekunde schneller als die beste Pole-Zeit auf dieser Strecke. Am Morgen fehlten Marquez bereits 0,390 Sekunden zur Spitze, die holte sich nämlich Suzuki Ecstar-Pilot Andrea Iannone, der sich gegen ein enges Feld – 18 Piloten innerhalb einer Sekunde – durchsetzte!

Als zweitschnellster Pilot in der Gesamtwertung sah man wiederum eine Ducati an der Spitze, diesmal pilotiert von Danilo Petrucci (Alma Pramac Racing).  Dahinter kamen Andrea Iannone und Andrea Dovizioso auf Platz 3 und 4. Für Marc Marquez reichte es “nur” für Rang 5. Vinales, Nakagami, Miller, Crutchlow und Bautista komplettierten die Top Ten. Die heutigen Resultate dürften demnach Marc Marquez anstacheln morgen noch einmal mehr Power zu geben.

Valentino Rossi, der am Morgen sich noch über die drittschnellste Rundenzeit freute, hatte am Nachmittag seine Mühe. Mehr als Platz 15 war nicht drin, auch Dani Pedrosa fand man mit Position 20 weit hinten wieder, dahinter gab Stefan Bradl für Estrella Galicia auf Rang 21 sein Comeback und ließ damit in seiner 1. Trainingssitzung auf einem GP-Bike seit 2016 Karel Abrham, Tom Lüthi, Mika Kallio und Xavier Simeon hinter sich.

Unsere Stimmen des Tages:

Jorge Lorenzo (Ducati Team) – Platz 1
“Wir haben die letzten Veränderungen beim Tank vorgenommen. Das Bike hat sich sehr verbessert, aber auch Bautista und Miller mit den älteren Modellen waren schneller und näher an unseren Rundenzeiten dran. Wir müssen schauen wie sich das Motorrad im Rennen entwickelt, ob wir dort konstanter sind und wie seine Fähigkeit in den Kurven sein wird. Wir machen kleine Schritte in einer sehr engen Meisterschaft und das ist sehr wichtig! Unser Bike ist wettbewerbsfähiger als im vergangenen Jahr, die letzten Modifikationen, die wir in den letzten zwei Monaten vorgenommen haben, haben viel dazu beigetragen! Die Strecke ist sehr anspruchsvoll für den Körper, besonders durch die vielen Linkspassagen.”

Andrea Dovizioso (Ducati) – Platz 4
“Natürlich sind wir besser als im vergangenen Jahr, wir haben uns in überall etwas gesteigert und dass macht mich glücklich. Wir sind näher an Marc dran als im vergangenen Jahr! Ich weiß nicht ob wir die Chance haben werden mit ihm zu kämpfen, denn er ist sehr schnell besonders hier ist dies dann auch schwierig. Der Speed wird die eine Geschichte sein und dann über 30 Runden schnell zu sein, sowie die Reifen sind eine andere Geschichte. Das Training gibt uns zwar Infos darüber, zeigt uns aber nicht alles! Ich bin nicht ganz mit dem Gefühl für mein Bike zufrieden, wir haben heute ein anderes Setup ausprobiert. Wir haben sowohl gute wie auch negative Dinge herausgefunden, daher ist die Richtung für Morgen noch nicht ganz klar.”

Marc Marquez (Repsol Honda) – Platz 5
“Der Tag war heute ganz gut, wir haben direkt damit begonnen fürs Rennen zu arbeiten, so wie wir das meist Freitags tun. Ich habe mich darauf konzentriert zu schauen wie die gebrauchten Reifen funktionieren. Besonders am Nachmittag konnten wir uns verbessern. Es wird dieses Wochenende eng zu gehen, denn es sieht ganz danach aus, dass wir für die ganzen Trainings gutes Wetter haben werden. Jeder kann damit ein gutes Setup für sein Bike finden. Besonders Ducati hat sich auf dieser Strecke sehr gesteigert, aber sie sind mittlerweile überall stark. Sie werden sehr schnell sein. Natürlich möchte ich am Sonntag hier gewinnen, aber die Meisterschaft besteht aus 19 Rennen und jedes kann anders ablaufen, daher wird es hauptsächlich wichtig sein viele Punkte mitzunehmen.”

Valentino Rossi (Movistar Yamaha) – Platz 17
“Ich hatte heute unterschiedliche Gefühle. Das erste Training war nicht so schlecht. Heute Nachmittag haben wir mit gebrauchten Reifen gearbeitet, um zu verstehen wie sie funktionieren, aber mein Rhythmus war nicht so fantastisch! Dann haben wir etwas ausprobiert um die Beschleunigung zu verbessern, auch mit dem Hinterreifen aber das hat nicht viel gebracht! Ich liege sehr weit zurück, das richtige Ergebnis liegt irgendwo zwischen dem 3. und 17. Platz. Das können wir besser! Die Reifen fühlen sich auch für mich anders an, die Reifen haben nicht mehr Grip aber sie halten länger durch.”

 

Stefan Bradl (Estrella Galicia MarcVDS) – Platz 20
“Ich habe mich nicht auf die Zeiten fokussiert, ich wollte einfach Spaß haben. Es war ein Hammer Sprung ins kalte Wasser. Es ist alles sehr schnell gegangen, wir mussten noch die ganzen Dinge klären, die im Hintergrund ablaufen müssen, um überhaupt an den Start zu gehen. Ich hatte gerade Zeit ein paar Nudeln zu Essen und dann musste ich mich vorbereiten. Ich habe es noch nicht verlernt und das macht mich happy. Wie ich das Rennen überstehen soll, habe ich ehrlich gesagt keine Ahnung, das ist auch schwer wenn einem die Routine fehlt und die Konstanz und alles. Ich muss so sehr aufpassen, dass ich den Bremspunkt erwische. Das sind normalerweise automatische Sachen, die eigentlich im Hintergrund ablaufen, denen Du normalerweise nicht viel Aufmerksamkeit schenken musst. Das hat schon viel Energie gekostet! Aber ich hab schon noch ein bisschen was und muss nun am Motorrad arbeiten, am Setup arbeiten. Wir haben erstmal etwas zusammengewürfelt, was wir gedacht haben.” 

Die Ergebnisse des Tages findet Ihr HIER.

Text: Doreen Müller-Uhlig

Fotos: Steffen Ullmann (Titel, Stefan Bradl) – Doreen Müller-Uhlig

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