Road Racing: Hanno zu Gast im „Havel-Land“

Vor einer Woche war es wieder soweit. Im tschechischen Horice standen die „300 Kurven von Gustav Havel“ an. Unser Hanno war in diesem Jahr mit seiner neuen Suzuki unterwegs und schildert in seinem Bericht, wie sein Road Racing Wochenende verlief!

„Freitag, den 19.05.2017. 18.15 Uhr. Endlich! Angekommen in Horice/CZ zu den 300 Kurven von Gustav Havel. DEM tschechischen Road-Race-Event schlechthin!

Nach einer 15-stündigen Anfahrt allein mit meinem Schweine-Benz mit Kofferanhänger, der eigentlich viel zu schwer für den Baby-Benz ist, rutschender Kupplung, Stau und teilweiser Antriebslosigkeit auf der Autobahn bergauf inkl. persönlicher Polizeieskorte, dachte ich nur:

NIE WIEDER!!!

Abgestraft für zu spätes Ankommen fand ich nur noch Platz hinterm Fahrerlager auf einer stromlosen Wiese. Wenigstens idyllisch.

Als Halbtoter wandelte ich zur technischen Abnahme mit der Gixxer, die in Hengelo beim ersten IRRC-Lauf kläglich ihren Dienst versagte. Naja, sie war zu dem Zeitpunkt ja auch schon 2 Wochen alt und man kann ja nie wissen, wie haltbar so ein Ost-Japaner wohl sein mag… Also war mein erstes Angasen mit einer satten Literschüssel hierhin verlegt worden. So hoffte ich es.

Nach 10-stündigem Schönheitsschlaf bereitete ich mich auf das erste Qualifying vor. Die SBK-Klasse erlaubte ein längeres Ausschlafen als die 600er-Klasse, die schon frühzeitig und putzmunter umherfuhren. Ich probierte im ersten Umlauf die Airbag-Weste aus, die mir Hubi Schulze-Welberg von der Bergwerkstatt zur Verfügung gestellt hatte. Damit hat man tatsächlich ein besseres Sicherheitsgefühl. Ich fühlte mich sofort wohl und die Suzi brüllte infernalisch aus dem uralten Hurric-Racing-Endtopf, einem Erbstück von Kumpel Bernd.

Die 1000er verlangte einen etwas anderen Fahrstil, mir gefiel das aber sofort und ich brannte schon eine anständige Zeit in den Asphalt. Mein Plan war es, bei 34 Startern wenigstens in die Top 20 zu fahren. Nach dem 2.Qualifying am Samstag belegte ich den 21.Startplatz. Das hört sich beim Lesen hier bestimmt sehr unspektakulär an, aber Leute: reitet Ihr doch mal mit einer 200 PS-Kanonenkugel im tschechischen Niemandsland zwischen Marktplatz und Discounter-Lidl über die huckelige Kreuzung mitten in der Innenstadt mit 33 anderen Bekloppten! Das rockt.

Glücklich ging der Tag zu Ende und u.a. Ogga, Lutz und Andi Heinze leisteten mir dabei beste Gesellschaft.

Sonntag war das Rennen. Mein Erstes also, welches ich mit einer gut funktionierenden 1000er starten würde.

Das Wetter wurde dafür vom lieben Gott gesponsert, er hatte Verständnis. Etwas nervös war ich ja schon aber auch in freudiger Erregung. Der Start gelang mir mittelprächtig und nach ca. 2-3 Runden konnte ich mich freifahren. Dann kamen ein paar echt schnelle Runden, die Gixxer stieg noch bergauf im 5.Gang gen Himmel, bis der Hinterreifen um Gnade flehte und versuchte auszubrechen. Das war der Hinweis es doch nicht zu übertreiben und so fuhr ich den 18. Platz ins Ziel!

Damit war ich mehr als versöhnt! Überglücklich packte ich meine Sachen zusammen und wusste:

JEDERZEIT WIEDER!!!

Text: Hanno Brandenburger

Fotos: Andi Heinze, Hanno Brandenburger

 

 

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