• RTN
  • WM Serien
  • MotoGP
  • Ralf Waldmann: Plötzlicher Tod eines deutschen Motorrad-Urgesteins und Publikumlieblings

Ralf Waldmann: Plötzlicher Tod eines deutschen Motorrad-Urgesteins und Publikumlieblings

Ralf Waldmann verstarb unerwartet eine Woche vor dem WM-Auftakt in Katar 2018, in der Nacht vom 10. auf den 11. März 2018, im Alter von nur 51 Jahren. Ein Herzinfarkt soll den ehemaligen Motorradsportler aus dem Leben gerissen haben, genaue Hintergründe was sich ereignet haben soll, sind nicht offiziell bekannt gegeben worden.

Kaum vier Monate nach dem ebenso plötzlichen und tragischen Tod seines ehemaligen Teamchefs Stefan Kiefer, der ebenfalls im Alter von 51 Jahren durch einen Herzinfarkt verstarb, erreichte die Botschaft von Ralf Waldmanns Verscheiden völlig überraschend die Rennsportwelt heute Morgen. Bereits Sonntagmittag berichtete die Sportpresse vom tragischen Verlust des sympathischen Eurosport-Moderators und deutschen WM-Fahrers. 51 Jahre! Kein Alter für so einen fitwirkenden Tausendsassa, wie Waldmann es war.

Der gelernte Klempner aus Nordrhein-Westfalen gehörte von 1986 bis 2009 zu den erfolgreichsten und populärsten deutschen Motorradsportlern und bestritt insgesamt 169 Läufe in der Motorrad-Weltmeisterschaft. Dabei holte “Waldi” 20 Siege, 50 Podestplätze und zehn Pole-Positions und stellte damit bis heute einen Rekord auf: denn Waldmann ist der Fahrer mit den meisten Siegen in der Weltmeisterschaft, ohne je einen Titel geholt zu haben. Unvergessen bleiben dabei die Kämpfe, die sich Waldmann auf der Strecke mit Kontrahenten wie Max Biaggi lieferte, der ihm zweimal den Titel in der 250er WM kostete. Als Waldmann 2000 schließlich seine letzte vollständige Saison in der WM absolvierte, konnte er nach wie vor mit den aufstrebenden Rennsportlern mithalten. Gesamt Platz 7 sowie Siege in Jerez und Donington waren Waldmanns Ausstand aus der WM. Doch von der Bildfläche verschwand der 51-Jährige nie. 

“Der rasende Klempner” aus Ennepetal, wie er gern auch genannt wurde, fand immer Wege seiner Leidenschaft weiter zu folgen. Vielfältig, wie kein anderer deutscher ehemaliger Rennsportler brachte sich Waldmann weiterhin ein und versuchte selbst als Eigentümer von MZ Fuss im Rennsport zu fassen. Als dieses Projekt jedoch nicht glückte, wandte sich der Motorsport-Experte anderen Aufgaben zu. 

Ralf Waldmann verdingte sich in den letzten Jahren so u.a. als Rennmechaniker bei Alpha Racing BMW im FIM-Superstock-1000-Cup mit Markus Reiterberger, griff Mario Rubatto und Max Neukirchner mit Ducati in der Superbike-WM unter die Arme und unterstütze mit viel Engagement auch weniger erfolgreiche Fahrer wie Gabriel Ramos 2014 bei Kiefer Racing. Auch dem Nachwuchs drückte Waldmann fleißig die Daumen und packte 2016 tatkräftig selbst mit an. Welcher ehemalige WM-Profi kann dies heute schon von sich behaupten, den Schrauber für Nachwuchstalente wie Matthias Meggle gegeben zu haben und alles Herzblut in den deutschen Rennsport zu investieren? 

So war es kaum verwunderlich das Eurosport ausgerechnet Waldmann 2016 als TV-Experten ins Boot holte. Eine Rolle, die wie die Faust aufs Auge zu Ralf Waldmann passte! Um so größer ist nun die Lücke, die Waldmanns plötzlicher Tod in die Rennsportwelt reißt. 

Ralf Waldmann war in vielem was er tat eben ein echtes Original und genau so wird er uns allen auch in lieb gewonnener Erinnerung verbleiben! Seiner Familie und seiner Lebensgefährtin Heike sprechen wir uns tiefstes Mitgefühl aus und wünschen viel Kraft in diesen Stunden.

Text: Doreen Müller-Uhlig

Foto: Dominik Lack

 

Tags:

Trackback von deiner Website.

Kommentieren