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„Profi trifft Youngster“: Triumvirat aus der Schweiz Damien Raemy unterstützt Lee und Roy Doti

 

In der Schweiz gibt es rund 10.000 aktive Motorradsportler, Tendenz steigend. Die Schweizer Colin Rossi und Roman Fischer sind bereits Teil der Initiative „Profi trifft Youngster“. Zu weiteren Leistungssportlern im Nachbarland zählen neben Dominique Aegerter, Randy Krummenacher und Tom Lüthi, Damien Raemy sowie Lee (13) und Roy Doti (11). Sie haben sich für eine Partnerschaft im Rahmen von „Profi trifft Youngster“ entschieden – sozusagen als Triumvirat. Die „Profi trifft Youngster“-Initiatoren führten ein unterhaltsames Gespräch mit den drei Motorsportlern.


PTY: „Remi Demi“ steht auf deiner Facebookseite. Nomen est Omen! „Remmi Demmi“ schätzen Jungs im Alter von Lee und Roy ja ganz besonders. Was planst du mit den Jungs?

Damien Raemy: Definitiv! Ich war in diesem Alter nicht anders und hatte nur „Remmi Demmi“ im Kopf. Da ich in der Sommerzeit ein Feld von einem Bauern für mich alleine habe, möchte ich das gerne mit den beiden ausnutzen und so viel fahren wie es nur möglich ist! Da ich schon mehrere Offroadkurse gemacht habe, kann ich ihnen auch ein paar wichtige Sachen für uns Straßenfahrer mit auf den Weg geben. Wir wohnen auch nicht allzu weit auseinander. Da lässt sich das prima realisieren.

Lee Doti: Coole Idee. Wir sind in den Sommerferien häufig bei unseren Großeltern in Süditalien in den Bergen. Da fahren wir auch Motocross. Das wird ein Spaß.

PTY: Was macht ihr denn sonst noch in den Ferien?

Roy Doti: Wir fahren ans Meer. Das mögen wir am liebsten.

PTY: Und wie sieht es mit euren Hobbies aus, Lee?

Lee Doti: Wir spielen beide Fußball. Im Winter ist Snowboardfahren angesagt.
 
Roy Doti: Ich fahre lieber Ski und Lego finde ich cool. 

PTY: Wir haben gelesen, Damien, dass du Kunstturner warst? An welchem Gerät warst du am erfolgreichsten oder was macht dir vielleicht heute noch am meisten Spaß?

Damien Raemy: Ja, das stimmt, ich habe mit Kunstturnen und Motorradfahren fast gleichzeitig angefangen. Meine absoluten Lieblingsgeräte waren damals Boden und Sprung. Bis heute reizt es mich zu schauen, was ich noch kann …

PTY: Uns auch, wir werden bei Gelegenheit eine Sporthalle mieten … Sagt mal Jungs, Griesplätzlis sind Damiens Lieblingsspeise. Wie sieht es bei euch aus? Ist es auch ein Schweizer Rezept, das ihr am liebsten auf dem Teller seht?

Roy Doti: Wir stehen mehr auf Nudeln. Lee mag Lasagne am liebsten und ich Pasta.

PTY: Was bedeutet für euch eigentlich der Motorsport? Wo trainiert ihr in der Schweiz?

Lee Doti: Der Motorsport bedeutet uns alles. Hauptsächlich trainieren wir in Italien oder Frankreich.

PTY: Daher die Vorliebe für Pasta. Ihr seid Fahrer im ADAC Mini Bike Cup. Warum nehmt ihr an einer deutschen Serie teil?
 
Lee Doti: Das Niveau ist sehr hoch. Da kann man viel lernen. Und außerdem sagt unser Papa, dass es gut organisiert ist.

PTY: Und wie geht das im nächsten Jahr weiter? Gibt es schon eine Planung?

Lee Doti: Ja, so wie es bis jetzt aussieht, fahre ich nächstes Jahr beim ADAC Junior Cup mit. Die Maschine habe ich schon bekommen.



PTY: Roy, dein älterer Bruder fährt in der gleichen Klasse wie du. Fühlt ihr euch als Konkurrenten? Gibt es manchmal Streit?

Roy Doti: Klar sind wir Konkurrenten. Lee fährt ja ziemlich weit vorne im Feld. Ich werde mich aber herankämpfen. Streit gibt es nicht. Der Bessere gewinnt.

PTY: Du bist der erste Profi, der gleich zwei Youngster – also Brüder – übernimmt. Hast du selbst Geschwister? Sind sie im Rennsport engagiert?

Damien Raemy: Ja ich habe eine jüngere Schwester. Sie ist nicht aktive Rennfahrerin, kommt aber sehr gerne zu den verschiedenen Rennen mit, falls es ihr Job zulässt.
 
PTY: Wir freuen uns, dass du auf die Organisatoren von „Profi trifft Youngster“ zugekommen bist. Was hat dich zu deinem Engagement bewogen?

Damien Raemy: Ich finde die Idee hinter dem Projekt super! Das Schwierige ist immer, Unterstützung zu finden. Ich finde es wichtig, dass man dem Nachwuchs unter die Arme greift, vor allem in der Schweiz, da wir es schon schwer genug haben mit Rundstreckenverbot und ähnlichem.

PTY: Richtig, 1955 wurde nach dem Unfall beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans die Durchführung von öffentlichen Rundstreckenrennen in der Schweiz gesetzlich untersagt. Diese Situation macht es für einen Schweizer Motorradrennfahrer bestimmt nicht einfacher. Welche Aufmerksamkeit genießt ihr in der Öffentlichkeit?
 
Damien Raemy: Leider ist es so, dass sich bis heute nichts an diesem Verbot geändert hat, obwohl die Sicherheitsvorkehrungen bedeutend höher sind als damals. Es ist schwer zu beurteilen, wie wir Rennfahrer in der Öffentlichkeit stehen. Bei Sportveranstaltungen gibt es immer wieder Leute, die mich erkennen. Doch ich denke in anderen Ländern, wie in Spanien, genießen die Fahrer eine höhere Aufmerksamkeit bei den Fans und in der Öffentlichkeit. Leider sind wir immer noch für die meisten Menschen Umweltverschmutzer, da unser Sport nun mal nicht hundertprozentig umweltfreundlich ist. Wir versuchen trotzdem so gut es geht die Umwelt zu schützen, wie mit dem Projekt MyClimate, um damit auch das Image des Motorsports zu verbessern.

PTY: Ihr seid alle drei Nachwuchsfahrer für Swiss Racing Sports. Wie verbindet euch SRC?
 
Damien Raemy: Genau, das ist richtig! Swiss Racing Sports ist eine Nachwuchsförderung, die von Jürg Jten ins Leben gerufen wurde. Wir werden von ihm finanziell unterstützt. Bei diversen Anlässen über das ganze Jahr verteilt, können wir uns und unser Motorrad präsentieren.

PTY: Du fährst in der spanischen Moto2. Welche Erfahrungen hast du in Spanien gemacht?
 
Damien Raemy: Spanien ist ein wunderschönes Land. Die Mentalität der Menschen dort ist komplett anders als hier. Genau das gefällt mir. Die CEV Moto2 ist eine harte Schule! Das Niveau der einzelnen Top-Piloten ist sehr hoch, doch nur so kann man auch viel Neues lernen. Wichtig ist es, dass man nicht nur einen Haufen Kohle mit nach Spanien in die CEV bringt. Ausschlaggebend ist, die richtige Motivation zu finden, an seiner körperlichen und geistigen Fitness zu arbeiten. Das ist nicht immer einfach. Doch ohne diese Einstellung hat man in der Europameisterschaft keinen Erfolg.

PTY: Eine letzte Frage an dich: Du triffst Roy und Lee im Aufzug und sollst ihnen während der Fahrt vom EG bis in den 1. Stock kurz erklären, wie man ein erfolgreicher Motorradpilot wird. Drei Sätze … Was sagst du ihnen?
 
Damien Raemy: Das wichtigste ist, dass man ehrgeizig bleibt, egal wie schwierig es wird. Den Sieg zu lieben ist einfach, doch den Kampf bis dahin zu lieben, ist noch ein bisschen schöner! Wenn ihr konsequent an euch arbeitet, werdet ihr es weit schaffen. 

PTY: Und eine letzte Frage an euch: Viele Fahrer sind ja abergläubisch. Was ist für   euch ganz wichtig beim Rennen? 
 
Lee und Roy Doti: Wir haben ein lebendiges Maskottchen. Unser Hund Wolfi muss immer dabei sein.

Interview und Fotos: „Profi trifft Youngster“

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