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Profi trifft Youngster: So läuft´s bei den Patenschaften

Das Projekt “Profi trifft Youngster” soll jungen NachwuchspilotInnen dabei helfen, die Welt des professionellen Rennsports hineinzuwachsen. Dabei sollen sie von denen lernen, die bereits Erfahrung haben und diese gern teilen. Wir stellen heute beispielhaft ein Paar der laufenden Patenschaften vor.

Lucy Michel mit ihrer Patin Lucy Glöckner in der Startaufstellung von Oschersleben

Doppelte Frauenpower: Lucy Michel und Lucy Glöckner 

Lucy Michel startet auch in dieser Saison in der Nachwuchsklasse des ADAC Mini Bike Cups. Bereits 2017 begann sie in dieser Serie die ersten Podestplätze zu erklimmen. Die 13-jährige Sächsin ist ein echtes Powergirl, welches sich gut gegen die Jungs im Wettbewerb durchzusetzen weiß. Seit knapp 2 Jahren wird das Energiebündel von ihrer Namensvetterin Lucy Glöckner begleitet. Zum Saisonstart in diesem Jahr besuchte Lucy Michel die IDM-Fahrerin gleich in Oschersleben zum Rennen, inklusive Boxenbesichtigung und Besuch in der Startaufstellung. „Wir haben viel Kontakt miteinander, das ist wirklich klasse. Gerne hätten wir einmal zusammen trainiert, aber zeitlich alles unter einen Hut zu bringen, ist echt schwierig, “ berichtet die Nachwuchsfahrerin über die bestehende Patenschaft. Natürlich hält Lucy ihre Rennpatin über ihren Saisonverlauf in Kenntnis, so konnten sich die zwei schon über die ersten Podestplätze in Cheb und Faßberg freuen. In Schaafheim folgte dann der nächste Schritt: Lucy absolvierte die ersten Führungskilometer und verteidigte den 2. Platz. Das wiederholte sie noch einmal beim Rennen in Bopfingen. „Auf diese Steigerung bin ich sehr stolz“, erzählt die blonde Racerin, die auch im nächsten Jahr mit Unterstützung des Nachwuchsprojektes unbedingt auch mal auf großen Strecken mit größeren Maschinen fahren möchte.

Vom Youngster zum Paten: Marco Fetz
Auch Marco Fetz ist sehr froh ein Teil der PTY-Familie zu sein. Der IDM Superstock 600-Pilot wurde am letzten September-Wochenende in Hockenheim deutscher Meister und zählt auf die Unterstützung seines Paten Colin Rossi. Auch wenn Colin momentan nicht mehr aktiv fährt, haben die zwei Racer Kontakt und drücken sich gegenseitig die Daumen. Außerdem erwuchs aus der einen Patenschaft so gleich die Nächste: Marco Fetz ist mittlerweile selbst Pate und kann nun die Erfahrung und Hinweise von Colin Rossi an seinen Schützling Marco Schweizer weitergeben. Dieser ist im ADAC Mini Bike Cup am Start und fuhr bei Marcos erstem Besuch in Bopfingen prompt auf´s Podium.

Die Prüstel GP-Academy- Piloten Lennox und Freddie mit ihren Vorbildern Jakub Kornfeil und Marco Bezzecchi aus der Moto3-WM (© Prüstel GP)


Vom Minibiker zum Förderpiloten: Lennox Lehmann
„Profi trifft Youngster“ hat 2015 bereits Lennox Lehmann und IDM-Fahrer Jonas Geitner, der in dieser Saison pausierte, zusammengebracht. Damals passte es bereits „wie die Faust auf´s Auge“. Die beiden Motorradpiloten hatten sofort den richtigen Draht zueinander. Ohne „Profi trifft Youngster“, erklärten die beiden, hätten sie sich wahrscheinlich nie kennengelernt. „Das Team von PTY unterstützt in jeder Lebenslage. Wenn Fragen sind, stehen sie immer mit Rat und Tat zur Seite“, beschrieb einst Youngster Lennox das Projekt. Rahmen der Patenschaft fanden gemeinsame Trainings, gegenseitige Rennbesuche und viel Erfahrungsaustausch statt, um die Weiterentwicklung des jungen Dresdners zu fördern. Nach zwei erfolgreichen Jahren im ADAC Mini Bike Cup, startet Lennox Lehmann 2018 als Förderpilot der ADAC Stiftung Sport im ADAC Junior Cup powered by KTM und wurde als Nachwuchstalent in die Prüstel GP Academy, welche Anfang des Jahres durch Florian Prüstel gegründet wurde, aufgenommen. 


Das Projekt erhält prominenten Paten-Zuwachs
Neben diesen jungen Rennfahrern sind längst auch WM-Piloten auf das Projekt aufmerksam geworden. So wurde unter anderem zwischen Jonas Folger, der kürzlich einen Vertrag als Testfahrer für das Werksteam von Yamaha erhielt und Schützling Niklas Kitzbichler die Patenschaft besiegelt. Auch Dynavolt Intact GP-Pilot Marcel Schrötter setzt sich mit Luca Göttlicher für den deutschen Nachwuchs ein, ebenso wie Philipp Öttl, der sich mit dem aktuell im Minibike-Cup Führenden Lucas Eisenfeld zusammen getan hat. Doch nicht nur in Deutschland finden sich deutsche Paarungen für Profi trifft Youngster.

Auch an den ausländischen Rennstrecken werden Kontakte und Freundschaften geknüpft. Geradezu beispielhaft ist es, wenn sich zwei Fahrer treffen und selbst auf die Idee kommen, ein Profi-trifft-Youngster-Team zu werden. Kürzlich passiert in Spanien: Der erfolgreiche Moto2-EM-Fahrer Lukas Tulovic (18) traf auf die Nachwuchshoffnung Freddie Heinrich, der mit seiner Moto4 in der Spanischen Meisterschaft (CEV) fährt. Die beiden fanden sofort einen Draht zueinander und sehen sich seitdem regelmäßig, da beide Rennserien meist parallel am gleichen Ort starten. Seit Beginn dieser Saison nimmt sich Lukas Tulovic die Zeit und besucht Freddie während seiner Rennläufe, unterstützt ihn mit Tipps und motiviert ihn zu Höchstleistungen. Eine erfolgreiche Konstellation – und gerade im ausländischen Rennzirkus eine wertvolle Hilfestellung für den 13-jährigen Sachsen. “Das Besondere an Spanien ist, dass man sich ein Stück weit fühlt, wie in der MotoGP. Es ist sehr professionell und ich habe dort schon viel von den schnellen Jungs lernen können. Es ist auch toll, auf den großen Strecken fahren zu dürfen. Das ist mit Deutschland nicht vergleichbar. Sicher würde ich auch gerne wieder eine Meisterschaft in Deutschland fahren, aber im Moment ist nichts Vergleichbares vorhanden”, erklärt der Nachwuchsfahrer. Für Lukas Tulovic war es das bisher spannendste Rennjahr. Erstmals startete der 18 Jährige in zwei Meisterschaften und konnte große Fortschritte verbuchen, die er mit Ergebnissen in der Spitzengruppe beider Veranstaltungen bewies. Seine Highlights waren natürlich die beiden Wild Card Einsätze in der Moto2 Weltmeisterschaft. “Mir ist klar geworden, dass es unheimlich hart ist in der WM Fuß zu fassen. Deshalb muss ich noch viel mehr an mir arbeiten als bis jetzt. Mehr trainieren und alles geben um meinen Traum wahr zu machen”, so sein Fazit zu den Auftritten im Rahmen der MotoGP. (hier geht´s zum ganzen Bericht)


Und auch bis in den Gespannsport hat sich das Projekt bereits herumgesprochen und wartet dort mit einer neuen Paarung zwischen Schmiermaxe Jens Lehnertz und Nachwuchs-Beifahrer Luca Schmidt auf.

 

Text: Doreen Müller-Uhlig

Fotos: Privatarchiv, Prüstel GP

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