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Ole Bismark schlägt sich in Zolder-Hitzeschlacht wacker

Mit einem etwas mulmigen Gefühl kam ich in Zolder an. Meine Schulter, noch angeschlagen vom Sturz in Bremerhaven, knackte bei Rotationsbewegungen. Zwei Wochen später wieder ein Fauxpas – Die Spitze meines linken Mittelfingers ist gebrochen und der Nagel entfernt worden. Die Frage ob es sinnvoll ist sofort wieder auf das Motorrad zu steigen, stellte ich mir gar nicht. Solang alle Funktionen vorhanden sind um meine Gladius ums Eck zu treiben, steige ich auf das Teil und gebe mein Bestes.

Hast Du Dich etwa gerade gewundert wieso ich mein Motorrad Teil nenne? Ich gebe meinen Rennmaschinen keinen Namen, denn wer möchte freiwillig etwas wegschmeißen was emotional mit einem Namen an Dich gebunden ist. Stürzen gehört dazu und ich bin überaus glücklich dass ich in Zolder an den Start gehen konnte.

Das 1. Qualifying lief super, trotz einiger Situationen die kurz vor Abflug waren. Also musste ich zusammen mit Zupin weiter an meinem Setup arbeiten. Fehlender Grip hinten, aufschaukeln beim Kurveneingang und vorne auf Block.

1.Rennen

Ich startete von P10 und musste einige Positionen aufgeben durch einen verpatzten Start. 3 Kurven später war ich auf P8 und Sascha Thau zog rechts auf der Gegengerade wieder an mir vorbei. Im Eifer des Gefechtes habe ich schlichtweg vergessen einen Gang runter zu schalten und somit hatte ich keine Power, wenn man das so nennen darf bei der Gladius. Auf der Bremse konnte ich jedes Mal Meter gut machen, jedoch machten mir die Zündaussetzer mehr Probleme als erhofft. Sei es aus der Schikane, der Spitzkehre oder der Schnellen 3fach Rechts nach Start/Ziel. Ich musste immer mit Aussetzern rechnen, was in maximaler Schräglage zum Verhängnis werden kann. Ab dem Moment konnte ich nicht an Sascha Thau dran bleiben und es wurde ein einsames Rennen welches ich auf Position 9 beendete. Wertung P8. Mein Fahrwerk passte perfekt und ich hatte noch nie so ein schönes Reifenbild auf der Gladius.

2.Rennen

Wieder bin ich von P10 gestartet und diesmal gelang mir der Start gut. Jedoch wollte der 4. Gang nicht reinspringen, was mich vermuten ließ wieder Probleme mit dem Schaltautomaten zu haben.

Exkurs: Wir haben am Vorabend nach der Ursache für die Zündaussetzer gesucht und den Fehler gefunden. Die Schraube an der Schaltwelle hatte sich gelockert, welche bedingt durch den Quickshift Sensor nur mit 7 Nm angezogen werden darf. Also diesmal dick Loctite rauf, den Sensor neu eingestellt via Bluetooth, einmal auf dem Bursig Ständer alle Gänge durchladen und für gut befunden.

Im weiteren Verlauf funktionierte der Schaltautomat aber tadellos und auch mit den Gängen hatte ich keine Probleme. Ich konnte mich mit dem drei Turns alten Endurance-Reifen zeitlich sogar steigern zum ersten Rennen und kam an meine Quali-Zeiten ran. Ich hatte einen starken Zweikampf mit Marvin Eckert was meine Mundwinkel unter dem Helm in Richtung Ohren zog. Egal auf welcher Position ich mich befand: Dieses Rennen machte deutlich mehr Spaß als das erste, soviel stand schon mal fest. Einmal an Marvin vorbei, konnte ich mich absetzen und meine Aufholjagd auf Sascha beginnen. Leider stürzte er heftig in der Medical Center-Spitzkehre per Highsider und das Rennen wurde abgebrochen. Ich war fix und fertig, denn der Planet war gefühlt das erste Mal heißer als die Sonne, so der Postillion.

Race Restart 5 Runden. Also los – nochmal beißen. Komischerweise konnte ich besser starten und viel lockerer meine Rundenzeit gehen. Plötzlich fuhr ich entspannter und das merkte ich auch an meiner Körperhaltung. Ich ärgerte mich im Anschluss sogar, dass wir nur 5 Runden hatten. Ich habe wieder einen heiden Spaß gehabt in Zolder und mit meinem Sponsor Sebastian Bursig welcher als Gaststarter eine Wahnsinns Leistung hinlegte (1. Rennen P3, 2. Rennen DNF durch technische Probleme). Ich hingegen beendete den Lauf wieder auf P9 (Wertung P8).

Somit stehe ich auch in der Gesamtwertung auf P8 und sehe zuversichtlich Richtung Schleizer Dreieck, welches am 28.07. – 30.07.2017 stattfindet. Gute Besserung an Uwe Seitz von der Zeitschrift PS und Sascha Thau vom Nordlicht Racing Team. Kommt schnell wieder auf die Beine und/oder noch besser auf das Mopped!

 

 

Text: Ole Bismark

Foto: Jörg Klöppner (JK Sportsfoto)

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