Neue Strecken lernen mit Jürgen Fuchs


Jürgen Fuchs stand 1996 als Zweiter auf dem Podium der 250ccm-WM in Assen zusammen mit Ralf Waldmann. Es ist der letzte deutsche Doppelsieg in der Motorrad-WM. Seit 1998 fährt der Pfaffenhofener nicht mehr in der WM, absolvierte jedoch von 2001-2004 Rennen im Rahmen des BMW-Boxercups und 2005 im BMW-Powercup.

Bis Ende 2003 hat er zudem für Eurosport die MotoGP-Rennen kommentiert, war danach kurz für RTL im Einsatz und betreut nun seit einigen Jahren intensive Rennstreckentrainings auf Pisten in aller Welt. Außerdem ist er BMW-Market-Testfahrer und testet die aktuellen Modelle. Für Racetrack-News.de erklärt er kurz, worauf es ankommt, wenn man – genau wie es den Superbike-Fahrern in Thailand bevorsteht – eine neue Rennstrecke lernen muss.

Wie lernen die Fahrer die neue Piste am besten?

Am besten mit einem konkreten Konzept. Ich erlebe das in meinem Job immer wieder, die Fahrer gehen raus und versuchen schnell zu sein. Man sollte aber nicht sofort ans Limit gehen, um lernfähig zu bleiben. Dann sollte man sich einzelne Sektoren zum arbeiten vornehmen, Bremspunkte suchen und auf Bodenwellen achten. Dann gilt es alles zusammenzuführen. Im Grunde ist das Fleißarbeit. Bei Lorenzo zum Beispiel kann man an der Strecke beobachten, dass er eine Kurve nie gleich fährt. Es geht darum, zu experimentieren. Da dauert es etwa zwei Trainingssitzungen, bis man am Limit ist. Aber es gibt auch andere Strecken. Malaysia zum Beispiel ist eine schwierige Strecke. Da dauert es bei vielen Piloten zwei Jahre, bis sie noch was draufpacken können.

Unterscheidet sich denn das Rennwochenende im Vergleich zu anderen? Die Setup-Arbeit dürfte doch die gleiche sein.

Die Teams arbeiten zuerst in Papierform. Es wird geschaut: Wo sind harte Anbremszonen und wo ist die Strecke griffig oder nicht? Dann wird ein Basissetting erstellt. Die Fahrer ändern dann Dinge wie die Übersetzung. Natürlich können da zum Setup nicht viele vernünftige Aussagen gemacht werden, aber das hat auch damit zu tun, dass die Elektronik sehr diffizil ist. Man könnte das Ganze mit einem verregneten Wochenende vergleichen. Da reagieren die Fahrer auf die Verhältnisse, die sich verändern. Im Fall der neuen Strecke ist dann das Tempo des Fahrers die Veränderung.


Text und Foto: Dominik Lack 


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