• RTN
  • WM Serien
  • MotoGP
  • Nachwuchs: Wiener Schnitzel oder Sushi – Jonas Folger engagiert sich für „Profi trifft Youngster“

Nachwuchs: Wiener Schnitzel oder Sushi – Jonas Folger engagiert sich für „Profi trifft Youngster“

Heimspiel vor großer Kulisse für Jonas Folger! Die erste Saison in der Königsklasse am Sachsenring. Jonas Folger ist als Profirennfahrer in der höchsten Klasse seines Sports angekommen – mit fast 24 Jahren. Im Alter von drei Jahren saß er zum ersten Mal auf einer Motocross-Maschine. Von dieser wollte er sich danach gar nicht mehr trennen. Seine Erfahrungen mit dem Motorsport in der Kindheit und Jugend sind für den jungen Mann noch sehr präsent. Die beste Voraussetzung, um jungen Menschen den Weg zum Motorradrundstreckensport zu ebnen. Er engagiert sich gerne für den Nachwuchs.

In der Initiative „Profi trifft Youngster“, die Patenschaften zwischen Profifahrern oder ambitionierten Motorsportlern und jungen Nachwuchs-Racern arrangiert, unterstützt er seit kurzer Zeit den 11jährigen Österreicher Niklas Kitzbichler. Der Minibiker hat sich in seiner ersten Saison innerhalb kürzester Zeit vom B-Finale in die Top Ten der Einsteiger des Cups nach vorne gefahren. Im Vorfeld der MotoGP in Deutschland sprachen beide über Gemeinsamkeiten, wertvolle Tipps und das Tolle am Rennsport.

Jonas, vor drei Jahren hast du ein Rennen der Mini- und Pocketbiker in Schlüsselfeld besucht. Die Jungs und Mädels waren begeistert, dass du an die Strecke gekommen bist. Du bist selbst diesen Nachwuchscup gefahren. Was hat sich geändert? Oder war der Eindruck eher: alles wie früher?
Jonas Folger: „Eigentlich habe ich mich in meine Kinder- und Jugendzeit zurückversetzt gefühlt. Ich hatte das Gefühl, es ist so wie damals.“

Was kann man tun, um den Straßenrundstreckensport in Deutschland auch beim Nachwuchs so populär zu machen wie in Italien und Spanien? Deine Meinung?
Jonas Folger: „Eine schwierige Frage, die wir seit Jahren immer wieder diskutieren und selbst keine Antwort dafür finden. Vielleicht Motorsportfreundlichere Auflagen auf den Kartbahnen z.B. Dann würde es vielleicht mehr davon geben und die Jugend müsste nicht erstmal 200 km fahren um dort hin zu gelangen.“

Dürften deine eigenen Kinder denn selbst Rennsport betreiben?
Jonas Folger:
„Wenn ich merken sollte, dass sie das wirklich wollen und Spaß daran haben, natürlich.“

Profi trifft Youngster ist eine private Initiative von Förderern und engagierten Motorsportfans. Mittlerweile haben sich viele Profis angeschlossen und sich einem Youngster angenommen. Es sind tolle Freundschaften entstanden und manche junge Fahrer profitieren beispielsweise nachweislich vom Training mit Ihrem Profi. Jede Paarung gestaltet die Partnerschaft nach eigenen Möglichkeiten – und so wie es die Terminpläne zulassen. Ziel ist es auch, den jungen Leuten eine Bühne für ihren Sport zu schaffen und mehr Aufmerksamkeit dafür zu erhalten. Was hat dich nun dazu bewogen, das Programm sozusagen als Schirmherr zu unterstützen und gleichzeitig einen jungen Fahrer in Obhut zu nehmen?
Jonas Folger: „Ich habe ja selbst im Mini Bike Cup begonnen. Da hat man automatisch ein Herz für die jungen Racer. Mein jüngerer Cousin Valentin fuhr auch einige Saisons mit. Meine Mutter ist mit den Eltern von Niklas Kitzbichler befreundet. Da fiel es mir nicht schwer, ja zu sagen.“

Dann fragen wir doch mal bei Niklas nach. Ist Jonas ein Vorbild für dich oder bist du auch Fan von anderen MotoGP-Fahrern?
Niklas Kitzbichler:
„Er ist ein großes Vorbild für mich: Seine Zielstrebigkeit, sein Werdegang, der ja auch im Mini Bike Cup begann. Es ist schon beeindruckend, einer von den besten Fahrern der Welt zu sein. Ich hoffe, ich kann viel von ihm lernen. Und es ist toll, dass ich ihn jetzt persönlich kenne und er sich für meine Karriere interessiert. Natürlich habe ich auch andere Vorbilder, da Jonas letztes Jahr noch Moto2 gefahren ist. Da war Valentino Rossi mein Idol in der MotoGP. Den Platz muss er sich jetzt mit Jonas teilen.“

Was glaubst du, stimmt noch bei euch beiden überein?
Niklas Kitzbichler: „Ich will auch Profi-Rennfahrer werden!“

Jonas, ist denn Sportprofi sein genauso wie jeder andere Job? Welchen Berufswunsch hattest du früher?
Jonas Folger: „Ich registriere schon, dass sich mein Beruf nicht mit den Berufen meiner Freunde vergleichen lässt. Seitdem ich denken kann, wusste ich, dass ich Motorrad-Rennfahrer werde. Genau wie Niklas heute.“

Und wo seid ihr unterschiedlicher Meinung?
Niklas Kitzbichler: „Ich mag Wiener Schnitzel und Jonas eher Sushi.“

Wie bereitet ihr zwei euch eigentlich auf Rennen vor und wie geht ihr mit Lampenfieber um?
Jonas Folger: „Mit meinem täglichen Training um konditionell fit zu sein. Den Rest lernt man auf der Rennstrecke. Vor dem Rennen habe ich dann bestimmte Rituale, die ich durchführe. Richtiges Atmen ist sehr wichtig. Ich höre auch immer Musik, um mich mental auf das Rennen vorzubereiten.“
Niklas Kitzbichler: „Meine Vorbereitungen begannen damit, dass ich zirka zwei Monate vor Saisonbeginn mein Bike, eine Honda NSF100 bekam und konnte dann mit dem Training in Kaufbeuren starten. Beim Rennen gibt es dann bei mir immer ein Ritual: der Handschlag mit meinem Papa. Das gehört dazu.“

Neben den ganzen Rennen, wie schaut es denn in der Freizeit bei euch aus?
Jonas Folger: „In meiner Freizeit bin ich am liebsten mit meiner Familie und Freunden zusammen. Da ich so viel unterwegs bin, genieße ich es einfach, zu Hause zu sein. Dennoch gehe ich auch täglich meinem Training nach. Ich habe einen Personaltrainer, mit dem ich viele unterschiedliche Sachen trainiere. Ganz wichtig ist auch dabei immer der Spaßfaktor – also auch mal Klettern oder Bouldern gehen, Radfahren, Schwimmen … Bei Niklas weiß ich, dass er Eishockey spielt. Das passt natürlich, wenn man gerade im Winter in Österreich und Deutschland nicht so viel fahren kann.“

Niklas. hast du selbst noch Fragen an deinen Paten?
Niklas Kitzbichler: „Ja, die wichtigste Frage überhaupt: Wie wird man schnell?“
Jonas Folger: „Fahren, fahren, fahren …. und eines möchte ich Niklas noch mit auf den Weg geben: dass er unbedingt den Spaß und die Freude am Fahren beibehalten soll!“

Text: Profi trifft Youngster / Doreen Müller

Fotos: Profi trifft Youngster

 

 

Tags:, ,

Trackback von deiner Website.

Kommentieren